Komplizierter Saisonstart für die SG H2Ku in Freiburg

Artikel vom 04. September 2020 – 14:06

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Zum Rundenauftakt in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen ist die SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend zu Gast bei der HSG Freiburg (20 Uhr, Gerhard-Graf-Sporthalle). Im Vorfeld der Partie kam es bereits zu einigen organisatorischen Ungereimtheiten. Das Problem: Unter allen corona-bedingten Maßnahmen verbietet die Stadt Freiburg auch das Duschen von Sportmannschaften in den Hallen. Nach Rücksprache mit der Handball-Bundesliga der Frauen hätte die SG H2Ku dieses Spiel somit nicht antreten müssen.

„Wir haben uns jedoch mit allen Beteiligten verständigt und beschlossen, dass wir spielen wollen“, erklärt SG-Trainer Mike Leibssle und macht den Gastgebern keinen Vorwurf. „Im Gegenteil, die HSG hat gekämpft wie die Löwen, dennoch ließ sich an den Vorgaben nicht rütteln.“ Für den Coach war dieser Vorgang dennoch ein Indiz dafür, dass der Saisonstart eventuell für viele doch zu früh kommen könnte. „Es liegt einfach noch sehr viel im Argen, einiges ist ungeklärt, oder teilweise widersprechen sich gar die Hygienekonzepte“, schildert Leibssle seine Zweifel. „Die Vorgaben der Kommunen und der Liga sind sich in manchen Punkten noch uneins.“ Wie in jeder anderen Sportart werden Auswärtsspiele in den nächsten Wochen wohl zur wahren Kugelfuhr.

Die Motivation im Team stimmt, jetzt muss nur noch die Form passen

Auch sportlich steht die Gäu-Sieben im Breisgau vor einer Herausforderung. Zwar waren die selbsternannten Red Sparrows nach Abbruch der vergangenen Spielzeit mit 10:34 Zählern Vorletzter, dennoch machte die HSG Freiburg in der Vergangenheit vielen vermeintlichen Favoriten das Leben schwer. Auch die Kuties bekamen dies zu spüren. „Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen“, gibt Leibssle vor, „wir müssen von Beginn an hochmotiviert an unsere eigene Leistung herankommen.“

In die zweite Spielzeit in der 2. Bundesliga geht die Mannschaft von HSG-Coach Ralf Wiggenhauser mit rund acht Neuzugängen. Die Herrenbergerinnen hatten auf der anderen Seite mit Annika Blanke und Ronja Bühler lediglich zwei Spielerinnen zu integrieren. Zu welchen Leistungen die Mannschaft imstande sein kann, hat sie in den letzten drei Testspielen bereits aufblitzen lassen. „Unser Tempospiel aus der Vorbereitung müssen wir weiter aufziehen“, fordert Leibssle, „zum Auftakt sind alle sicherlich hochmotiviert, ich hoffe jede findet schnell zu ihrer Form.“

Alle Spielerinnen sind fit, einzig Linksaußen Anika Bissel ist weiterhin mit einem schweren Muskelfaserriss außer Gefecht gesetzt. Ausschlaggebend am Samstagabend wird gleichwohl sein, welche der beiden Mannschaften sich schneller an die ungewohnten Umstände unter den strengen Hygienemaßnahmen gewöhnen wird. „Wir wollen uns jedoch alle für die Anstrengungen der Vorbereitung mit einem Sieg belohnen“, freut sich Mike Leibssle nichtsdestotrotz auf den Startschuss der Saison, auch wenn es nach der Partie ungeduscht zurück in die Heimat geht.

Dieser Artikel wird präsentiert von der Kreiszeitung Böblinger Bote.