Perfekter Saisonstart für die Kuties

Artikel vom 20. September 2020 – 20:00

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Dritter Sieg im dritten Spiel – der Saisonauftakt der SG H2Ku Herrenberg in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen kann sich sehen lassen. Bei Werder Bremen konnte sie sich nach einer starken Mannschaftsleitung verdient mit 32:29 (17:12) durchsetzen. „Wir sind sehr glücklich über diese zwei Punkte“, freute sich Trainer Mike Leibssle. „Wir waren im gesamten Spiel von jeder Position aus torgefährlich, das war ausschlagend für den Erfolg.“

Zunächst begegneten sich beide Mannschaften in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle auf Augenhöhe. Bis zum 8:8 durch Kapitänin Kerstin Foth (15.) schaffte es die Gäu-Sieben durch eine ordentliche Abwehrleistung, den starken Werderaner-Rückraum in Schach zu halten. „Bremen hat genau das auf die Platte gebracht, auf was wir uns im Training vorbereitet hatten“, erklärte Leibssle. „So konnten wir die Kontrolle über das Spiel übernehmen.“ Saskia Hiller erhöhte erstmals auf zwei Tore zum 10:8 (18.). Auch eine Unterzahlsituation kurz vor der Halbzeit brachte die Kuties nicht aus dem Konzept: „Wir standen unheimlich gut in der Abwehr, das Zusammenspiel mit Laura Waldenmaier im Tor hat gut funktioniert, so kamen wir auch mit einer Spielerin weniger auf dem Feld über ein schnelles Spiel nach vorne zum Torerfolg.“ Stefanie Schoeneberg und Hiller bauten die Führung bis zur Pause auf 17:12 aus.

Nach Wiederanpfiff konnten die Gäste an ihre starke Leistung zunächst anknüpfen. Lea Neubrander erhöhte erstmals auf sieben Tore – 20:13 (34.). „Wir haben im Abwehrzentrum weiterhin stark verteidigt, das ermöglichte uns, Werder auf Distanz zu halten“, schilderte Leibssle. „Leider haben wir uns zu viele Fehler im Angriff geleistet und unseren Vorsprung leichtfertig hergegeben.“ Der Bruch im Spiel kam ab der 40. Minute. Eine Vielzahl an vergebenen Herrenberger Chancen nutzte Bremen mit schnellen Gegenstößen und egalisierte neun Minuten vor Schluss zum 26:26 durch Annika Fröhlich. „Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wer am Ende das glücklichere Händchen hat“, ließ Mike Leibssle durchblicken. „Bremen hatte eindeutig Oberwasser.“

Nach dem Heimspiel gegen Solingen-Gräfrath kurze Pause

Doch der größte H2Ku-Trumpf an diesem Abend bestach auch in dieser Phase: die geschlossene Mannschaftsleistung. Egal, welche Spielerin Leibssle aufs Feld schickte, jede erledigte ihren Job. „Diese Impulse von der Bank haben Werder gefehlt, das war der Schlüssel zu unserem Erfolg.“ Neubrander und Foth brachten ihr Team fünf Minuten vor dem Ende beim 30:26 wieder auf die Siegerstraße. Werder-Coach Robert Nijdam setzte alles auf eine Karte und nahm Marie-Christin Beddies in kurze Deckung. Doch davon ließen sich die Kuties nicht mehr aus der Ruhe bringen. „Auch im Fünf-gegen-fünf haben meine Spielerinnen Lösungen gefunden, so konnten wir die Zeit bis zum Schluss erfolgreich herunterspielen“, war Mike Leibssle mit dem 32:29-Sieg zufrieden.

„6:0 Punkte zum Auftakt sind ein toller Erfolg, nun richtet sich unsere Konzentration auf das Heimspiel gegen Solingen.“ Danach kann H2Ku zwei Wochen durchatmen und eine kurze spielfreie Pause genießen. „Doch zuvor wartet mit dem HSV Solingen-Gräfrath 76 ein starker Gegner, der vielleicht stärkste der bisherigen Saison überhaupt“, ist sich Mike Leibssle sicher.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (6), Blanke (4), Tuc, Bok, Foth (7), Bühler, (1), Neubrander (6/davon 1 Siebenmeter), Hiller (5), Beddies (3).

Der Artikel wird präsentiert vom Böblinger Bote.