Kuties kommen auch in Unterzahl nicht aus dem Tritt – 31:28

Artikel vom 27. September 2020 – 13:30

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg haben in der 2. Bundesliga der Frauen den vierten Sieg im vierten Spiel gefeiert. Nach einem temporeichen Duell gewannen sie verdient mit 31:28 (16:13) gegen den bis dahin auch ungeschlagenen HSV Solingen-Gräfrath. Torhüterin Laura Waldenmaier und Top-Torschützin Lea Neubrander stachen trotz einer starken Mannschaftsleistung heraus. „Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach vier Spieltagen mit 8:0 Punkten dastehen, hätte ich das vermutlich erst nicht geglaubt“, freute sich Trainer Mike Leibssle.

Die knapp 180 Zuschauer in der Markweghalle erlebten von Beginn an ein rasantes, jedoch sehr fehlerbehaftetstes Spiel, in das die SG H2Ku besser startete. Die Abwehr arbeitete sehr agil, dahinter nahm Waldenmaier den Gästen bereits die ersten Würfe ab. Marie-Christine Beddies erzielte von Linksaußen das 3:1 (5.). Die Gäste berappelten sich und drehten durch eine verbesserte Defensivreihe den Spielstand zum 3:5 (9.). „Wir haben uns mit unnötigen Fehlern das Leben selbst schwer gemacht“, kritisierte Leibssle, der eine Auszeit nahm.

Diese zeigte Wirkung, und so gingen die Kuties, angeführt von einer starken Spielmacherin Carolin Tuc, wiederum mit 12:11 in Front (24.). „Auch wenn wir viele Fehler produziert haben, hat uns das nicht aus der Ruhe gebracht“, schilderte Kapitänin Kerstin Foth. Ihre Kollegin Lea Neubrander markierte im Anschluss mit dem Pausenpfiff den 16:13-Halbzeitstand.

Ohne Fehler wäre eine frühere Entscheidung möglich gewesen

Nach Wiederanpfiff agierten die Herrenbergerinnen weiter souverän und erhöhten durch Annika Blanke erstmals auf fünf Tore – 20:15 (36.). Doch auch in dieser Phase ließ sich die Auswärtsmannschaft nicht abschütteln und lauerte auf Fehler. Auch eine doppelte Zeitstrafe brachte H2Ku nicht aus dem Tritt. „Es ist das vierte Spiel in Folge, in dem wir die Unterzahl-Situationen gewinnen, ein sehr seltener Wert“, zeigte sich Mike Leibssle nach einem 2:0-Lauf mit zwei Spielerinnen weniger auf dem Feld beeindruckt. „Das haben die Mädels toll gemacht.“

Beide Mannschaften hielten das Tempo auch in der Schlussphase hoch, gingen vermehrt auf Risiko und produzierten gleichermaßen eine Vielzahl an technischen Fehlern. „Davon hätte ich mir weniger gewünscht“, konstatierte der Coach. „So hätten wir bereits früher eine Entscheidung herbeiführen können.“ Solingen-Gräfrath hatte drei Minuten vor dem Ende mit zwei klaren Torchancen noch die Chance, den Spielstand zu egalisieren, scheiterte aber an der überragenden Laura Waldenmaier, die den 31:28-Sieg festhielt.

„Verdiente zwei Punkte für Herrenberg“, gratulierte Gäste-Trainerin Kerstin Reckenthäle. „Wir haben es geschafft, das Spiel spannend zu halten, die vielen Fehler haben uns schlussendlich das Genick gebrochen.“ Die Kuties können auf der Gegenseite entspannt in die zweiwöchige Spielpause gehen, das nächste Duell findet erst am 18. Oktober zu Hause gegen Kirchhof statt. „Wir werden die freie Zeit nutzen, um die Akkus wieder aufzuladen, und wollen in zwei Wochen den positiven Trend fortsetzten“, blickt Kerstin Foth voraus. Kurzerhand hatte die Kapitänin nach dem Spiel noch einen trainingsfreien Montagabend mit ihrem Coach verhandelt. „Dem habe ich natürlich zugestimmt“, sagte Leibssle mit einem Lachen. Verdient haben es sich seine Schützlinge nach dem besten Saisonstart seit Jahren allemal.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg, Bissel, Blanke (6/davon 1 Siebenmeter), Tuc (3), Bok (4), Foth (3), Bühler (1), Toepelt-Gera (1), Neubrander (9/4), Hiller (1), Beddies (3).

Dieser Artikel wird präsentiert von der Kreiszeitung Böblinger Bote.