Kuties verlieren in Zwickau und die Tabellenführung

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg kassiert in Zwickau trotz Pausenführung ihre erste Saisonniederlage.

Aylin Bok (links) kann nur zuschauen, Kerstin Foth (Nr. 11) reckt sich vergeblich: Die Kroatin Katarina Pavlovic im Rückraum von Sachsen Zwickau war kaum zu stoppen Foto: Bert Harzer/Eibner

Artikel vom 25. Oktober 2020

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg kassierten am sechsten Spieltag ihre erste Niederlage. Beim BSV Sachsen Zwickau musste sich die Gäu-Sieben nach einer intensiv geführten Partie mit 29:31 geschlagen geben. Ein massiver Leistungseinbruch kurz nach der Halbzeit und eine schwache Wurfquote brachen dem Team von Trainer Mike Leibssle das Genick: „Wir haben zu viele Fehler gemacht, das kann man sich auswärts und gerade in Zwickau nicht erlauben.“ Durch den 28:24-Sieg der Füchse Berlin in Kirchhof musste die SG H2Ku auch die Tabellenführung an den Hauptstadtclub abgeben.

Dabei kamen die Herrenbergerinnen vor exakt 289 Zuschauern in der Sporthalle Neuplanitz gut ins Spiel. Kapitänin Kerstin Foth warf nach knapp sieben Minuten erstmals eine Zwei-Tore-Führung heraus – 4:2. „Wir haben einen ordentlichen Start hingelegt“, so Leibssle. „Bis dahin war die Wurfausbeute gut, wir sind über viel Tempo zum Erfolg gekommen.“ Doch die Gastgeberinnen kämpften sich zurück und glichen durch Katarina Pavlovic wieder aus. „Mit ihr auf der rechten Rückraumposition hatten wir über das gesamte Spiel hinweg Probleme“, haderte Leibssle. Die Kroatin war dann auch mit acht Treffern die erfolgreichste Werferin der Partie.

Im weiteren Verlauf blieben sich beide Mannschaften nichts schuldig, ehe die Gäste durch Kerstin Foth und Anika Bissel erneut mit zwei Toren in Führung gingen (15:13). Diesen Vorsprung brachten die Kuties mit einem Treffer von Lea Neubrander zum 17:15-Pausenstand in die Halbzeit. „Mit 17 Toren auswärts kann man zufrieden sein“, so Mike Leibssle, „ein, zwei Gegentreffer weniger hätte ich mir aber gewünscht.“

Reihenweise an der 20-jährigen Zwickauer Torhüterin verzweifelt

Nach Wiederanpfiff kam die große Show von Zwickaus Torhüterin Charley Zenner. Die 20-Jährige sorgte mit ihren Paraden fast im Alleingang für die Führung des BSV knapp fünf Minuten nach Wiederbeginn. Mike Leibssle reagierte mit einer frühen Auszeit, musste aber mit ansehen, wie seine Schützlinge immer weiter ins Hintertreffen gerieten. „In dieser Phase haben wir die Kontrolle verloren“, haderte er, „man hatte fast das Gefühl, dass meine Spielerinnen nicht mehr richtig da wären.“ Anna Lena Hausherr erhöhte für Zwickau sogar auf 24:20 (45.). „Wir haben insgesamt zehn freie Würfe vergeben“, schilderte Leibssle, „zudem standen wir auch nicht mehr stabil in der Abwehr.“

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Lea Neubrander traf in Überzahl zum 26:26 (51.), doch ein 3:0-Lauf des BSV und sechs torlose Minuten der Kuties brachten die Vorentscheidung. „Wir haben vorne die Dinger nicht gemacht und hinten zu einfache Tore kassiert“, kritisierte Leibssle, „das sind dann die entscheidenden Faktoren in so einem Spiel.“ Seine Kapitänin Kerstin Foth pflichtete ihm bei: „Mit solch einer Trefferquote gewinnt man in Zwickau nicht.“ Das letzte Tor von Marie-Christine Beddies zum 29:31-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik. „Die erste Saisonniederlage ist kein Beinbruch, mich ärgert nur, dass sie vermeidbar gewesen wäre“, sagte Mike Leibssle.

Schnell wieder gutmachen kann seine Mannschaft das bereits am nächsten Samstag, denn dann kommt der VfL Waiblingen zum württembergischen Derby in die Markweghalle.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (2), Bissel (4), Blanke (5/davon 2 Siebenmeter), Tuc (4), Bok, Foth (6/1), Toepelt-Gera (1), Bühler, Neubrander (3), Hiller (1), Beddies (3).