Ungeschlagene SG H2Ku Herrenberg nach 25:19 Spitzenreiter

Artikel vom 18. Oktober 2020 – 19:42

Von Vanessa Frey und Michael Schwartz

HERRENBERG. Der Höhenflug der SG H2Ku Herrenberg in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen geht weiter. Als einzige Mannschaft sind die Kuties nach dem auch in der Höhe verdienten 25:19-Erfolg gegen die SG 09 Kirchhof noch ungeschlagen. Die Tabellenführung sorgt für große Freude im Gäu und für Komplimente vom Gegner. „Eine tolle, homogene Truppe“, schwärmte Gästetrainer Gernot Weiß. „Die hätte den Aufstieg in die erste Liga auf jeden Fall verdient.“ Ganz so weit möchte H2Ku-Coach Mike Leibssle naturgemäß nicht denken. Auch wenn er das Lob gerne aufnahm, weiß er genau, wo es in seinem Team noch Verbesserungspotenzial gibt.

Von Beginn an war die Atmosphäre in der Markweghalle sehr hitzig – und das, obwohl aufgrund der Hygienevorschriften wieder gar nicht so viele Zuschauer zugelassen waren. Die Emotionalität kam vor allem durch die aggressive Verteidigung der Kirchhoferinnen und von der Gäste-Bank. Die Herrenberger Fans ließen sich zwar davon anstecken, doch nicht das H2Ku-Team, das keineswegs aus dem Konzept geriet. „Sie haben uns mit ihrer Abwehr zwar dort hingedrängt, wo sie uns haben wollten, aber wir haben trotzdem gute Lösungen gefunden“, nickte Coach Mike Leibssle. Anfangs agierten die Kuties zwar noch etwas zögerlich, fingen sich dann jedoch Mitte der ersten Hälfte. Nach dem 1:3 und 2:4 verkürzte jeweils Kapitänin Kerstin Foth von der Siebenmeterlinie, die ihre Mannschaft mit dem 6:5 per Strafwurf auch wieder in Führung brachte (13.).

Die Gast-SG, die ohne ihre zweitbeste Werferin Klara Schlegel angetreten war, probierte es viel über den Rückraum, weil sie dort einige starke Shooterinnen im Kader hat, doch die Herrenbergerinnen verteidigten das gut. Unter anderem hielten sie die beste Torschützin der Liga, Diana Sabljak, bei nur drei Treffern in Hälfte eins. Dadurch ergaben sich zunächst kleinere Probleme bei der Abwehr über den Kreis, doch auch hier fingen sich die Gastgeberinnen immer mehr. Aylin Bok baute den Vorsprung erstmals auf zwei Tore aus (21.), beim 12:8 von Marie Beddies waren es schon vier (25.).

Nach 26 Minuten wechselte Leibssle die Torhüterin. Laura Waldenmaier hatte den Ball zweimal voll ins Gesicht bekommen, ihr ging es jedoch gut. Die Kopftreffer waren aber nicht einmal der Grund für den Tausch, der Coach wollte auch Dora Elbert testen. Bis zur Pause (14:10) blieb es bei der 4-Tore-Führung für die Heim-SG, die nach der Pause beim 17:11 durch Anika Bissel (35.), deren Freund, Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer, auch auf der Tribüne saß, vermeintlich schon für eine kleine Vorentscheidung sorgte. Ein 5:1-Lauf von Kirchhof ließ den Abstand jedoch innerhalb von sechs Minuten schmelzen, beim Stand von 18:16 nahm Leibssle eine Auszeit.

Leibssle moniert gleich vier Schwächephasen beim Team

„Das war nur eine von vier Schwächephasen“, monierte der Trainer hinterher. „Diese Schwankungen mit Fehlpässen und Verworfenen müssen wir unbedingt abstellen.“ In der Tat agierte H2Ku phasenweise fahrig, kurzzeitig war kein Konzept mehr erkennbar. Doch Leibssles Time-out fruchtete. Foth per Siebenmeter und zweimal Beddies lenkten die Partie nach einer Dreiviertelstunde wieder in die richtigen Bahnen – 21:16. Außerdem hielt die aufs Feld zurückgekehrte Laura Waldenmaier zweimal stark.

Die aggressive Abwehr nahm den Kirchhoferinnen die Lust, deren Coach zudem für eine doppelte Unterzahl sorgte. Erst beschwerte er sich zu lautstark und kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe, dann beging er auch noch einen Wechselfehler, wofür er sich anschließend bei seiner Mannschaft entschuldigte. Die Heim-SG hätte hier den Sack schon früher zumachen können, doch spätestens beim 24:18 von Bok (58.) war der Drops endgültig gelutscht. Saskia Hiller sorgte noch für den 25. H2Ku-Treffer.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg, Bissel (3), Blanke (1), Tuc (1), Bok (3), Foth (7/davon 6 Siebenmeter), Toepelt-Gera, Bühler, Neubrander (5), Hiller (1), Beddies (4).

Dieser Artikel wird präsentiert von der Kreiszeitung Böblinger Bote.