Derby der Kuties gegen TG Nürtingen vor diesmal ganz leeren Rängen

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg will mit einem positiven Erlebnis in die sechswöchige Spielpause gehen.

Von Vanessa Frey

Kreiszeitung Böblinger Bote, 21. November 2020

Es dürfen zwar keine Zuschauer dabei sein, dennoch freut sich Mike Leibssle auf das Derby in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen zwischen seiner SG H2Ku Herrenberg und der TG Nürtingen. „Dieses Spiel ist immer etwas Besonderes“, sagt der Kuties-Coach vor dem Spiel am Samstag (20 Uhr) in der Markweghalle.

Auch die Tabellenkonstellation verspricht im Vorfeld des 9. Spieltages einiges. Die SG H2Ku Herrenberg steht mit nur einer Niederlage und sieben Siegen in dieser Spielzeit weiterhin eindrucksvoll auf Rang zwei, drei Plätze dahinter rangieren die Gäste aus Nürtingen. „Die TG ist nicht mehr mit der Mannschaft zu vergleichen, die wir aus den letzten Jahren kennen“, erklärt Mike Leibssle, „wir erwarten einen engen Kampf bis zum Schluss.“ 

Mit sieben neuen Spielerinnen und einem Wechsel auf der Trainerbank hat die Turngemeinschaft im Sommer einen großen Umbruch vollzogen. „Sie haben sich verjüngt und sind durchweg qualitativ gut besetzt“, weiß Leibssle, „zudem haben sie ein komplett neues Spielkonzept, mit dem sie bisher sehr erfolgreich sind.“ Die Mannschaft von Neu-Trainerin Ausrele Fridrikas profitiert zudem von der Kooperation mit Bundesligisten TuS Metzingen. Mit Laeticia Quistund Katarina Pandza sind zwei Top-Talente der Tussies per Doppelspielrecht auch für die TG am Ball und erzielten bisher fast die Hälfte aller Treffer der Nürtingerinnen. Linkshänderin Quist steht aktuell mit 6,9 Toren pro Spiel und einen Treffer mehr im Durchschnitt einen Platz vor Kuties Lea Neubrander auf Rang fünf in der Torschützenliste. „Wir müssen in der Defensive gegen diese hohe individuelle Klasse dagegenhalten“, ist für Kuties-Coach Leibssle die Marschroute klar, „dennoch glaube ich auch, dass alles sehr von der jeweiligen Tagesform abhängig ist.“         

Seine Schützlinge hatten sich am vergangenen Wochenende noch gerade so mit einem knappen 26:25-Sieg in beim TSV Nord Harrislee aus der Affäre gezogen. „Dieses Spiel haben wir aufgearbeitet und abgehackt“, schildert der Reutlinger, der Sandra Kussmaul für das Derby mit in den Kader nimmt, „meine Spielerinnen sind alle fit und wollen diese Phase mit einem positiven Gefühl beenden.“ Nach dieser Partie geht es für die Frauen-Bundesliga planmäßig in eine Pause bis Januar. Grund ist die Europameisterschaft der Frauen die vom 03. bis 20. Dezember in Dänemark stattfindet. „Wir sind mit unserem bisherigen Saisonverlauf sicherlich hochzufrieden“, zieht Leibssle eine Zwischenbilanz, „ein Derbysieg wäre nun das i-Tüpfelchen.“ 

Das Spiel wird gleichzeitig das erste Spiel komplett ohne Zuschauer in der Markweghalle sein. Beim letzten Derbysieg gegen den VfL Waiblingen waren noch 100 Fans zugelassen, eine derartige Stimmung ist am Samstag nicht zu erwarten. „Wir müssen dennoch die Emotionen oben halten“, so Leibssle, „auch wenn die typische Atmosphäre sicherlich darunter leiden wird.“ Die SG H2Ku Herrenberg stellt für das Derby erneut einen Livestream bereit. Kommentieren werden dieses Mal Andreas Feil und Hansi Böhm, sportliche Leiter der SG-Männer. Abrufbar ist der Stream erneut unter: https://frauen.sgh2ku.com/bundesliga-team/livestream/