SG H2Ku darf Rödertal nicht auf die leichte Schulter nehmen

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die Kuties reisen zum Abschluss der Hinrunde zum Tabellenletzten.

Kreiszeitung Böblinger Bote, 30 Januar 2021

von Vanessa Frey

HERRENBERG. „Es ist für uns eines der gefährlichsten Spiele der nächsten Wochen“, warnt Trainer Mike Leibssle von den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg vor der Nachholpartie am Samstagabend beim aktuellen Schlusslicht HC Rödertal (18.30 Uhr, Sporthalle Großröhrsdorf) in Sachsen. Das Gäu-Team geht als aktueller Tabellendritter augenscheinlich als Favorit in die Partie, allerdings steht Rödertal bereits jetzt, zum Abschluss der Hinrunde, mit dem Rücken zur Wand. „Deshalb müssen wir unser komplettes Leistungsvermögen abrufen und voll da sein“, so der Kuties-Coach, „das Spiel wird alles andere als ein Selbstläufer.“

Wichtig wird es für die Mannschaft um Kapitänin Kerstin Foth zunächst sein, die lange Anfahrt in den Landkreis Bautzen schnell aus den Beinen zu bekommen. Bereits am frühen Samstagmorgen macht sich der SG-Tross mit dem Bus auf, die knapp 560 Kilometer hinter sich zu bringen. „Das müssen wir rasch verdauen und anschließend gut in die Partie starten“, so Mike Leibssle weiter, „ich erwarte von Beginn an ein kampfbetontes Spiel, diesen Kampf müssen wir annehmen.“ Die selbsternannten Rödertal stehen seit dem sechsten Spieltag der Runde auf dem letzten Platz, erst ein Sieg gegen Lintfort aus dem September steht bei der Mannschaft von Trainer Karsten Schneider auf der Habenseite. „Dennoch waren ihre Ergebnisse teilweise doch enger als es zunächst scheint“, ergab für Mike Leibssle sein ausführliches Videostudium, „sie agieren in einer hart geführten 6:0-Abwehreihe und besitzen eine hohe Antizipationsfähigkeit, was ihnen viele Ballgewinne ermöglicht.“ Ihre bislang beste Torschützin ist Linksaußen Rabea Pollakowski mit 6,5 Tore im Durschnitt pro Partie. 

„Der HC ist individuell stark besetzt, das spiegelt die Tabellensituation nicht wider“, so Leibssle weiter, „meine Spielerinnen müssen an die Leistung von letzter Woche definitiv anknüpfen.“ Zum Abschluss der Hinrunde haben die Kuties mit dem deutlichen 32:25-Sieg über den HC Leipzig ihren Heimnimbus bewahrt und bleiben als einziges Team der gesamten zweiten Liga zu Hause ungeschlagen. „Hätte mir das jemand vor der Saison gesagt, hätte ich das vermutlich sofort unterschrieben“ schmunzelt Leibssle über diesen Meilenstein in der Bundesliga-Historie der SG H2Ku und dem damit einhergehenden Platz drei , „rückblickend haben wir auch in einigen knappen Partien eine große Mentalität bewiesen, das zeichnet dieses Team aus.“  

Zudem hat Neuzugang Annika Blanke voll eingeschlagen und ist momentan die beste Torschützin der Kuties, ihre Qualitäten werden auch in Rödertal wieder von Nöten sein. Nicht mit sein wird dieses Mal Sandra Kussmaul, für sie rückt Linkshänderin Maileen Seeger in den Kader. Sie ist nach Ronja Bühler die zweite Spielerin aus der A-Jugend, die von Kerstin Foth trainiert wird und normalerweise in der Württembergliga aktiv ist. „Da im Handballverband-Württemberg aber der Spielbetrieb noch unterbrochen ist, kann sie uns unterstützen, worüber wir uns natürlich sehr freuen“, sagt Leibssle. Das Spiel der Kuties in Großröhrsdorf kann erneut im Livestream unter sportdeutschland.tv verfolgt werden.