Alle Kuties tragen sich beim 32:27 in die Torschützenliste ein

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg feierte am Samstagabend dank einer starken Mannschaftsleistung einen Auswärtssieg beim TVB Wuppertal und bleibt oben dran.

15. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg konnten beim TV Beyeröhde Wuppertal einen souveränen Start-Ziel-Sieg einfahren. Gegen den Tabellenzwölften setzten sie sich mit 32:27 durch. Nach dem Geschmack von Trainer Mike Leibssle waren das zwar einen Tick zu viele Gegentore, dennoch war er vor allem mit der Offensivleistung seiner Mannschaft zufrieden. „Alle Spielerinnen haben sich in die Torschützenliste eingetragen“, freute er sich, „wir sind sehr glücklich über diese zwei Punkte.“ Mit dem insgesamt zwölften Sieg der Saison halten die Kuties weiterhin Gleichschritt mit der Spitzengruppe und stehen punktgleich mit dem Zweiten BSV Sachsen Zwickau auf Platz drei.

Vor leeren Rängen in Sporthalle Langerfeld-Buschenburg in Wuppertal starteten die Herrenbergerinnen zunächst optimal in die Partie und gingen nach neun Minuten erstmals durch einen Treffer von Rechtsaußen Saskia Hiller mit zwei Toren zum 4:2 in Führung. TVB-Coach Dominic Schlechterer hatte sich für die Kuties im Vorfeld taktisch etwas Neues ausgedacht und begegnete den Gästen unüblich für die Gastgeberinnen mit einer offensiv ausgerichteten Abwehrformation. „Das haben sie nach unseren holprigen Leistungen zuletzt gegen Rödertal und Freiburg extra einstudiert“, schildert Mike Leibssle, „sehr untypisch, aber eben eine taktische Maßnahme.“ Sein Team ließ sich davon allerdings nicht vom eigenen Matchplan abbringen. Über eine standfeste Defensive zogen die Kuties das Tempo an und schraubten den Spielstand nach fünfzehn Minuten auf 9:2 durch Annika Blanke nach oben. „Dieser Lauf in der Anfangsphase hat den Grundstein für den Sieg gelegt“, weiß Mike Leibssle. Die Hausherrinnen hatten vor allen Dingen im Angriff mit einigen Problemen zu kämpfen, kamen im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit dennoch besser ins Spiel. „Beim TVB waren zudem zwei wichtige Spielerinnen verletzungsbedingt nicht dabei, das hat sich durchaus bemerkbar gemacht“, so Leibssle. Beim Stand von 16:12 aus Sicht der Gäste ging es anschließend in die Halbzeit. 

Nach Wiederanpfiff hielt die SG H2Ku die selbsternannten Handballgirls aus dem Bergischen Land zunächst bei diesem Vier-Tore-Abstand. Ein Doppelschlag von Saskia Hiller, die an diesem Abend mit insgesamt sechs Treffern die beste Torschützin ihres Teams war, und eine Parade von Torhüterin Laura Waldenmaier sorgten in der 40. Minute für eine 22:16-Führung. Im weiteren Verlauf schlich sich dann auch bei den Kuties der Schlendrian an, was eine Vielzahl an technischen Fehlern zur Folge hatte. „Dadurch haben wir Wuppertal nochmals etwas rankommen lassen“, ärgert sich Mike Leibssle über diese Phase, „das hätte nicht mehr sein müssen.“ Youngster Maileen Seeger brachte mit ihrem ersten Bundesligatreffer drei Minuten vor Schluss dann die Vorentscheidung zum 30:26 für die SG. Der letzte Treffer der Partie zum 27:32-Endtstand durch Leonie Schmitz war aus Sicht der Gastgeberinnen nur noch Ergebniskosmetik. „Ich wollte von meinen Spielerinnen eine deutliche Steigerung zu den gezeigten Leistungen zuletzt sehen“, schildert Mike Leibssle nach dem Schlusspfiff, „das habe ich über weite Strecken wahrgenommen, darauf können wir in den nächsten Wochen aufbauen.“ Das Programm der Gäu-Sieben bleibt weiterhin knackig, bis Ostern sind Kerstin Foth und Co jede Woche gefordert. Am kommenden Wochenende steht das nächste Heimspiel gegen den SV Werder Bremen an. Die Kuties sind weiterhin das einzige Team der gesamten Liga, das zu Hause noch ungeschlagen ist. „Diese Serie wollen wir auch gegen Werder ausbauen“, blickt Leibssle voraus. Anpfiff ist am Samstagabend um 20.00 Uhr in der Herrenberger Markweghalle. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (3), Bissel (1), Blanke (5/2), Tuc (2), Bok (2), Bühler (1), Seeger (1), Foth (4), Neubrander (4), Hiller (6), Beddies (3).