SG H2Ku Herrenberg gewinnt mit 28:24 gegen HSV Solingen-Gräfrath

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg festigt mit 28:24-Sieg in Solingen den dritten Tabellenplatz. Damit sammeln die Kuties vor den wichtigen Spielen der nächsten Wochen noch einmal Selbstvertrauen.

01. März 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg bleiben weiterhin am Spitzenduo der Liga dran. Nach einem ungefährdeten 28:24-Auswärtssieg beim direkten Verfolger HSV Solingen-Gräfrath am Samstagabend steht die Mannschaft von Trainer Mike Leibssle weiterhin mit einem Punkt Rückstand auf Berlin und Zwickau auf Rang drei in der Tabelle. „Wir freuen uns natürlich sehr über die beiden Punkte in Solingen“, sagte der Kuties-Coach nach dem insgesamt 13. Sieg der Saison. „Der Schlüssel lag vor allen Dingen in der Abwehr, wir haben in allen Phasen eine geschlossene Mannschaftleistung gezeigt, das gibt uns für die kommenden Aufgaben weiter Aufwind.“ Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Gäu-Sieben Vanessa Brandt, die aktuelle Top-Torschützin im Unterhaus, bei nur zwei Treffern aus dem Feld hielt. 

„Überhaupt haben wir den HSV nur schwer ins Spiel kommen lassen“, ist Leibssle weiter zufrieden, der nach dem Ausfall vom Marie-Christin Beddies mit nur vier gelernten Rückraumspielerinnen auskommen musste. Dennoch gaben Kuties in der Klingenhalle in Solingen von Beginn an den Ton an. Saskia Hiller und Annika Blanke vom Siebenmeterpunkt warfen nach knapp neun Minuten erstmals eine zwei Tore-Führung zum 4:2 aus Sicht der Gäste heraus. Zwar ließen die Herrenbergerinnen den HSV kurzzeitig in Führung kommen, hatten im Anschluss beim 7:5 durch Anika Bissel aber erneut die Oberhand (16. Min). „Vor allem in der Defensive kauften wir den Solingerinnen den Schneid ab“, schildert Mike Leibssle, „in Kombination mit Laura Waldenmaier im Tor war das der wesentliche Faktor in dieser Phase.“ Gestützt auf zahlreiche Paraden ihrer Torfrau erhöhten die Kuties in Folge erstmals auf drei Tore zum 11:8 durch Kreisläuferin Stefanie Schoeneberg (24. Min.). „Zudem hatte Solingen teilweise auch sehr viel Pech“, gibt Leibssle zu, „da waren zahlreiche Pfostentreffer dabei.“ Im eigenen Angriff nutzen die Kuties gut die sich ihnen dargebotenen Räume. „Wir hatten eigentlich mit einer offensiveren Abwehr gegen uns gerechnet“, nahm Leibssle nach den offensiven Problemen seiner Schützlinge in den vergangenen Wochen an, „doch der HSV blieb doch viel defensiver, damit sind wir gut zurechtgekommen.“ Beim Stand von 12:9 für die Gäste ging es anschließend in die Halbzeit. 

Nach Wiederanpfiff arbeiteten die Kuties weiter kompakt in der Abwehr und profitierten von guten Paraden von Laura Waldenmaier. In der 45. Minute erhöhte Kerstin Foth nach einem tollen Wurf aus dem Rückraum auf fünf Tore zum 20:15 für die SG H2Ku. Die Kapitänin war in Solingen mit insgesamt acht Tore beste Werferin ihres Teams. Mandy Reinarz und Vanessa Brandt vom Siebenmeterpunkt hielten den HSV Solingen-Gräfrath dennoch weiterhin auf Schlagdistanz. Dies spürte auch Mike Leibssle, der knapp dreizehn Minuten vor dem Schlusspfiff seine Mannschaft in einer Auszeit nochmals neu einschwor. „Der HSV hat nochmal auf das Tempo gedrückt“, so der Reutlinger über diese Maßnahme, „deshalb mussten wir unseren Rückzug stabilisieren und vorne geduldig agieren.“  Ein 3:0-Lauf knapp fünf Minuten vor dem Ende brachte dann die Vorentscheidung. Zwar agierten die Kuties in den Schlussminuten nicht mehr ganz souverän und produzierten den ein oder anderen technischen Fehler, doch die restlichen Gegentreffer waren dann nur noch Ergebniskosmetik der Mannschaft von HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler. „Das hätte zwar nicht sein müssen, dennoch steht unter dem Strich, der 28:24-Auswörtssieg, ist das Wichtigste“, so Mike Leibssle. Somit haben die Kuties neues Selbstvertrauen für die kommenden schweren Aufgaben gesammelt. Erst muss die Gäu-Sieben nächste Woche erneut in der Fremde bei der SG 09 Kirchhof ran, dann folgt das Spitzenspiel gegen Zwickau und darauf Württemberg-Derby in Waiblingen. „Und die Partien haben es in sich“, blickt der Coach gespannt auf die nächsten Wochen. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (2), Bissel (5), Blanke (5/3), Tuc (3), Bok (3), Bühler, Seeger, Foth (8), Neubrander (1), Hiller (1).