SG H2Ku Herrenberg unterliegt nach schwacher Abwehrleistung 29:42

Maxime Luber und Sarah Neubrander (von links) gegen Spielmacherin Katharina Fahl vom MTV Heide: In der Abwehr packten die Kuties nur halbherzig zu – 42 Gegentore waren die Folge. Foto: /DROFITSCH/EIBNER

von Peter Gebhardt,  24.10.2021

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen kassiert die SG H2Ku Herrenberg gegen Aufsteiger MTV Heide aus dem hohen Norden eine überraschende und überaus deutliche 29:42-Heimniederlage.

Herrenberg – Das hatten sich die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg in ihrem Heimspiel der 2. Bundesliga ganz anders vorgestellt. Nach einer enttäuschenden Leistung unterlagen sie in eigener Halle unerwartet und zudem überaus deutlich dem MTV 1860 Heide mit 29:42 (13:21). Statt einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu sichern rutschten die Kuties damit auf Rang 13 ab.

Das große Rätselraten

Noch lange nach Spielschluss grübelte Mike Leibssle über den Auftritt seiner Mannschaft gegen einen Aufsteiger aus dem hohen Norden, der mit lediglich einem Sieg nach Herrenberg angereist war. Was der Trainer aber wusste: „Wir haben das Spiel ab der ersten Minute mit unserer Einstellung verloren.“ Gemeint war vor allem die teils pomadige Abwehrleistung, die es den Gästen relativ einfach machte, zu leichten Torerfolgen zu kommen. Dabei gab es zumindest zu Beginn der Partie die Möglichkeit, das schlingernde Schiff doch noch auf Kurs zu bringen.

Sulamith Klein ist einer der wenigen Lichtblicke

Die Startphase zeigte das Schemata, das schon im Vorfeld erwartet wurde. Beim MTV ging die größte Gefahr von Levke Kretschmann aus, die drei der ersten fünf Treffer für Heide erzielte. Erfreulich für Mike Leibssle war wenigstens die Leistung von Rückkehrerin Sulamith Klein, die immer mehr in das Spiel der Kuties hineinwächst und dies mit insgesamt sechs Treffern bestätigen konnte. Neben ihr vermochte es in der Anfangsphase nur noch Lea Neubrander mit ihren Würfen, Torgefahr auszustrahlen. Zu oft lief sich aber die Offensive der Kuties an der kompakten Abwehr des Gäste fest.

Zur Pause steht’s schon 13:21

Nicht überraschend nahm Leibssle deshalb bereits nach sechs Minuten beim Stand von 6:3 für den MTV Heide seine erste Auszeit. Der folgende 3:0-Lauf ließ eigentlich hoffen, dass sich das Spiel der Kuties beruhigen würde. Doch dem 6:6 folgten postwendend drei Treffer hintereinander des MTV. Dieses schnelle 6:9 nach nicht einmal zehn Minuten war vielleicht schon der entscheidende Knackpunkt zum folgenden Heimdebakel. Während die Gastgeberinnen immer nervöser wurden und einen technischen Fehler nach dem anderen fabrizierten, spielte sich der Aufsteiger schon jetzt langsam in einen kleinen Rausch. War vorher Levke Kretschmann für die Torgefahr zuständig, ging diese nun von jeder Position aus. Über ihre Spielmacherin Katharina Fahl bot der MTV Heide ein Spiel an, das beileibe nicht nach dem eines Abstiegskandidaten aussah.

Allerdings war die Gegenwehr der SG H2Ku auch nicht zweitligareif. „Wir haben keinen einzigen Zweikampf richtig angenommen“, stellte Mike Leibssle nach Spielschluss ernüchtert fest. Hinter der Abwehr hatten es auch Laura Waldenmaier, die sich später auch noch am Sprunggelenkverletzen sollte, und Sophia Holzner sichtlich schwer, im Tor zu glänzen.

Zwei Treffer in Folge zum 8:9 ließen den Funken Hoffnung unter den 200 Zuschauern noch glühen. Was dann folgte, war aber schon bis zum Halbzeitpfiff kaum zu erklären. 13:21 zeigte die Anzeigetafel an, als die beiden Unparteiischen die Teams in die Kabine schickten. Es war höchste Zeit für die Kuties, die Wunden des ersten Durchgangs zu lecken und sich für die zweite Halbzeit zu sammeln.

Den Schalter einfach nicht mehr umgelegt

Die große Aufholjagd sollte nun beginnen – so die Vorstellung der H2Ku-Frauen. Aber den Schalter umzulegen, gelang an diesem Abend nicht mehr. Das wurde den Zuschauern bereits nach wenigen Minuten im zweiten Abschnitt klar. Nach vier gespielten Minuten sorgte der MTV Heide beim 24:14 für den ersten Zehn-Tore-Vorsprung und beantwortete damit endgültig und vorzeitig die Frage nach dem Sieger. Von nun an ging es lediglich um Schadensbegrenzung. Doch auch das gelang nicht wie gewünscht.

Klar, die Kuties bemühten sich weiter. Allerdings wurde deutlich, dass die Alternativen auf der Bank fehlten. So musste es Mike Leibssle mit taktischen Mitteln versuchen. Die offensive Deckung gegen Katharina Fahl und Britt Punzius ließen den anderen Spielerinnen des MTV Heide Raum für sehenswerten Handball. Hinzu kam, dass den Gästen fast jeder Abpraller förmlich in die Hände sprang und auch bei den kniffligen Schiedsrichterentscheidungen das Glück beim MTV Heide lag. Dies war aber eher eine Randnotiz, die den Spielverlauf an diesem Abend nicht wirklich beeinflusste.

In Ruhe auswerten und die richtigen Schlüsse ziehen

Was bleibt als Fazit dieser Niederlage? „Zumindest geht es nicht mehr schlechter“, übte sich Trainer Leibssle nach dem 29:42 in Galgenhumor. „Wir werden das Spiel am Montag in Ruhe auswerten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, versprach er aber im gleichen Atemzug. Ihren Gästen haben die Kuties in jedem Falle eine angenehme Rückfahrt Richtung schleswig-holsteinisches Wattenmeer ermöglicht.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Holzner; Schoeneberg (3), Wunschik (4), Klein (6), Bok (1), Bühler (2), Seeger (1), Baskaya, L. Neubrander (4), Beddies (1), Luber (3), S. Neubrander (4/davon 3 Siebenmeter).

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg unterliegt nach schwacher Abwehrleistung 29:42 – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Kuties haben viertes Heimspiel in Folge

Im ersten Spiel gleich eine ansprechende Leistung gezeigt: Rückkehrerin Sulamith Klein ist auf Anhieb die erhoffte Verstärkung für die Kuties. Foto: Eibner/Drofitsch.

von Peter Gebhardt,  22.10.2021

SG H2Ku Herrenberg empfängt am Samstag den Aufsteiger MTV Heide zum vierten Heimspiel in Folge.

Herrenberg – Zum Ende eines wahren Heimspielmarathons empfangen die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Samstag im 18 Uhr den MTV 1860 Heide in der Markweghalle. Bei einem Heimsieg gegen den Aufsteiger aus dem hohen Norden winkt den Kuties ein ausgeglichenes Punktekonto.

Heimsieg gegen HC Leipzig hat Selbstvertrauen gebracht

Mike Leibssle möchte gar nicht lange drum herumreden: „Natürlich sind wir die Favoriten für dieses Spiel“, erklärt der H2Ku-Trainer. „Und wir wollen diese Rolle auch mit einer entsprechenden Leistung ausfüllen“, fügt er selbstbewusst an. Nicht zuletzt durch den Heimsieg vor einer Woche gegen den HC Leipzig ist dieses Selbstvertrauen auch durchaus angebracht. Vor allem die gezeigte Nervenstärke in der Crunchtime soll als Basis dienen, auch in Zukunft in heiklen Situationen im Wissen um das eigene Können die nötige Ruhe zu bewahren.

Rückkehrerin Sulamith Klein bringt viel Qualität mit

In solche Schwierigkeiten soll die Mannschaft am Samstag aber gar nicht erst kommen. „Wir schauen in erster Linie auf uns. Auch an den Abläufen mit Sulamith Klein wollen wir weiter feilen“, sagt Mike Leibssle in der Erkenntnis, dass seine Comebackerin schon in ihrem ersten Spiel vor Wochenfrist eine mehr als ansprechende Leistung bot. Auf der anderen Seite ist Leibssle momentan auch geradezu darauf angewiesen, dass sein Kader funktioniert. Denn wieder einmal gibt es einige Ausfälle zu beklagen. Vor allem die rechte Angriffsseite hat es erneut erwischt. Die beste Torschützin aus dem Leipzig-Spiel, Britt van der Baan, wird am Samstag genauso wie Anna Albek mit ihrem Stammverein TuS Metzingen im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde der EHF European League bei der HSG Blomberg-Lippe eingesetzt. Da auch der Einsatz von Tanja Padutsch durch ihre Knieprobleme kaum möglich sein wird, muss Mike Leibssle erneut improvisieren. Neben Maileen Seeger, die Mitte der Woche wieder ins Training eingestiegen ist, wird Derya Baskaya aus der Württembergligamannschaft den Kader für die Rechtsaußenposition verstärken. Um ein Festspielen zu verhindern, steht Sandra Kußmaul diesmal als Alternative nicht zur Verfügung. Die rechte Rückraumposition ist deshalb wieder den Rechtshänderinnen Marie Beddies und Michelle Wunschik vorbehalten.

Personalprobleme reißen nicht ab

Die Qualität des Kaders sollte trotzdem für den dritten Sieg der laufenden Saison ausreichen. Die Gäste aus Heide müssen derweil eine Anreise von etwa 800 Kilometern bewältigen. Im Rucksack befindet sich dazu noch die Hypothek von bisher nur 2:8 Punkten. Allerdings fiel der einzige Saisonsieg des Aufsteigers mit 34:26 gegen Werder Bremen überaus deutlich aus. Was die Aufgabe Klassenerhalt für die Mannschaft von Trainer Helge Thomssen in dieser Saison erschweren wird, ist der Kreuzbandriss von ihrer Kapitänin und Spielmacherin Leonie Thomssen. Dennoch verfügt der MTV Heide über eine ausgeglichene Mannschaft mit einer ausgesprochen gefährlichen Levke Kretschmann. Die Rechtshänderin agiert meist auch von der rechten Rückraumposition und erzielte bisher im Schnitt sieben Tore pro Spiel. „Auf diese Spielweise werden wir uns einstellen müssen“, erklärt Mike Leibssle. Ansonsten erwartet Herrenbergs Coach einen Gegner mit einer klassischen 6-0-Abwehr, die es mit Spielwitz und Ballsicherheit zu knacken gilt.

Das Spiel wird live ab 18 Uhr auf www.sportdeutschland.tv übertragen.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-kuties-haben-viertes-heimspiel-in-folge.4b95f5ec-cc6b-4b0b-aea9-486ca91cfc47.html

Zweiter Saisonsieg für die SG H2Ku Herrenberg

Britt van der Baan (links) hebt ab: Die Leipziger Abwehr bekam Herrenbergs beste Torschützin einfach nicht in den Griff. Foto: Eibner/Drofitsch

von Peter Gebhardt,  17.10.2021

In einer dramatischen Partie gewinnt die SG H2Ku Herrenberg mit 26:24 gegen den HC Leipzig.

Herrenberg – Die SG H2Ku Herrenberg kann in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen den Blick wieder etwas nach oben richten. Die Kuties besiegten in der heimischen Markweghalle den HC Leipzig mit 26:24 (14:10) und belegen nach dem fünften Spieltag Rang zehn in der Tabelle.

Der Innenblock der Kuties steht felsenfest

Dass die Partie durchaus eng werden könnte, war im Vorfeld eigentlich klar gewesen. Deshalb war es auch nicht unbedingt vorauszusehen, dass die Gastgeberinnen in der Startviertelstunde ein wahres Feuerwerk abbrennen könnten. 8:2 stand es zu diesem Zeitpunkt nach einem Treffer von Ronja Bühler. Schon die Auszeit von Leipzigs Trainer Fabian Kunze beim Stand von 5:2 lief scheinbar ins Leere. „Wir haben Herrenberg durch unsere Fehler immer wieder zu Toren eingeladen“, sagte Kunze nach dem Spiel. Viel wichtiger aber war das Deckungsverhalten der Kuties. Der Innenblock, in dem quasi als Vertrauensvorschuss Rückkehrerin Sulamith Klein von Beginn an agierte, stand felsenfest. Auch an den anderen Abwehrspielerinnen liefen sich die Gäste immer wieder fest. So nahm Fabian Kunze auch früh einen Wechsel auf der Spielmacherposition vor – für Lotta Röpcke nahm nun Emily Theilig das Spiel in die Hand. Da auch die zu Beginn noch unauffällige Jaqueline Hummel immer mehr auftaute, kam weitaus mehr Ruhe und Struktur ins Spiel des HC Leipzig. Drei Tore in Folge zum 8:5 ließen die aufkommende Dramatik schon erahnen.

Zur Pause steht es komfortabel 14:10

Noch aber konnten die Kuties den Gegner auf Distanz halten. Als mit Britt van der Baan, die mit sieben Treffern erfolgreichste, und mit Marie Beddies, die beste Spielerin der SG H2Ku, nach 25 Minuten auf 13:8 stellten, war die Welt vorerst wieder in Ordnung. Auch das 14:10 zum Pausenpfiff entsprach in etwa dem Spielverlauf.

Die zweite Hälfte brachte zunächst nichts Neues. Die Kuties verteidigten ihren Vorsprung mit Kampf und Geschick bis zum 18:13. Da waren noch 20 Minuten zu spielen. „Uns war klar, dass Leipzig noch einmal aufkommen würde“, beschreibt Mike Leibssle die Minuten danach. Fünf Minuten reichten dem HC Leipzig, wieder vollends ins Spiel zu kommen. Die SG H2Ku agierte fahrig und unkonzentriert. Zudem wurde Britt van der Baan in dieser Phase mit einer Roten Karte vom Feld geschickt. 19:18 führten die Gastgeberinnen nur noch, zweimal hatten die Gäste die Chance zum Ausgleich. Stattdessen markierte Lea Neubrander mit einem Schlagwurf das 20:18. Damit kehrte auch wieder etwas mehr Ruhe und Sicherheit zurück.

Nach sieben torlosen Minuten steht es nur noch 23:23

Eine Entscheidung reifte hier aber beileibe noch nicht an – im Gegenteil. Nach dem 23:20 acht Minuten vor dem Ende folgten sieben torlose Minuten und das 23:23 für den HCL durch Emily Theilig. Doch bevor überhaupt jemand auf die Idee einer Niederlage kam, brachte nur Sekunden später Marie Beddies die Kuties wieder in Führung. Das Tor, mit Hilfe des Innenpfostens erzielt, war praktisch das Sahnehäubchen auf die starke Leistung der umtriebigen und stets präsenten Rückraumspielerin. Mit drei eigenen Fehlern nahm sich der HC Leipzig dann endgültig selbst aus dem Spiel. Die Treffer von Sarah Neubrander und Aylin Bok sicherten den Kuties unter dem Beifall der 200 Zuschauer die Punkte drei und vier der laufenden Saison.

Rückkehrerin Sulamith Klein leistet wertvollen Beitrag

Lobende Worte hatte Trainer Mike Leibssle für seine Mädels parat. Neben der mannschaftlichen Geschlossenheit lobte er den viertelstündigen Auftritt von Torhüterin Sophia Holzner, die mehrere entscheidende Bälle parieren konnte. Und dann war da ja noch die Rückkehr von Sulamith Klein. „Chapeau für diese Leistung. Natürlich können noch nicht alle Abläufe stimmen, aber mit ihren drei Toren und der Arbeit im Innenblock war sie für uns heute extrem wertvoll.“

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Holzner; Schoeneberg (1), Wunschik (1), Klein (3), Bok (1), Bühler (2), Kußmaul, L. Neubrander (5), Beddies (5), van der Baan (7), Luber, S. Neubrander (1).

2. Handball-Bundesliga Frauen: Zweiter Saisonsieg für die SG H2Ku Herrenberg – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg reaktiviert mit Sulamith Klein ihre frühere Torschützenkönigin

Tränenreicher Abschied von Sulamith Klein im Mai 2018: Am Sonntag feiert sie ihr Comeback für die Kuties. Foto: Eibner/Wolfgang Frank/EIBNER/Wolfgang Frank

von Peter Gebhardt,  16.10.2021

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen hat die SG H2Ku Herrenberg ihren Kader vor dem Heimspiel am Sonntag gegen HC Leipzig mit Rückkehrerin Sulamith Klein und Michelle Wunschik aus dem Württembergligateam aufgestockt.

Herrenberg – Am Sonntag um 15 Uhr empfangen die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg den HC Leipzig. Das vergangene spielfreie Wochenende nutzte die sportliche Führung mit Trainer Mike Leibssle und Hagen Gunzenhauser, um den Kader um zwei Spielerinnen zu erweitern. Neben der Verpflichtung von Sulamith Klein wird Michelle Wunschik zumindest bis zur Winterpause fest in die erste Mannschaft integriert.

Sulamith Klein ist zurück

Drei Jahre ist es her, dass Sulamith Klein die Kuties aus Herrenberg in Richtung Möglingen verließ. Für die Torjägerin war der Aufwand nach vier Jahren Pendeln zwischen der Markweghalle und ihrem Lebensumfeld Waiblingen einfach zu groß geworden. Für Spielerin und Verein war es 2018 gleichermaßen eine schmerzhafte Entscheidung. In Möglingen ging „Suli“ weiterhin bis zum Ende der vergangenen, sehr kurzen Corona-Saison, in Liga drei auf Torejagd. Die Kontakte nach Herrenberg sind aber nie ganz abgerissen. Der sportliche Leiter Hagen Gunzenhauser bestätigt das: „Als wir in gemeinsamer Runde zusammensaßen, um Alternativen für die momentane personelle Situation auszuloten, fiel relativ schnell der Name von Sulamith.“ Was noch nicht hieß, dass damit alles klar war. „Wir mussten schon etwas Überzeugungsarbeit leisten“, so Gunzenhauser weiter. Für die Halblinke Klein stand indes fest: „Für keinen anderen Verein hätte ich dies gemacht. Ich hatte in Herrenberg gute und vor allem menschlich schöne Jahre.“ Und noch etwas spielte eine nicht unwichtige Rolle für die Rückkehr nach Herrenberg, betont Hagen Gunzenhauser: „Mit der Aussicht, ihre Karriere in vollen Hallen mit Zuschauern beenden zu können, habe ich sie doch ein wenig gekitzelt.“ Ein Argument, dem Sulamith Klein letztlich nicht widersprechen konnte.

Bei der Champions League im Beachhandball mitgemacht

Was blieb, war bei der Spielerin die Ungewissheit über die eigene Verfassung nach der langen Hallenabstinenz. Und so bat sie sich selbst ein zweiwöchiges Probetraining aus, an dessen Ende die Erkenntnis stand: „Ich mache es.“ Ganz aus dem Wettkampfmodus war die 32-Jährige sowieso nicht. Als deutsche Vizemeisterin im Beachhandball mit den „Caipiranhas“ nahm sie bis vor wenigen Tagen in Italien am Champions Cup der besten europäischen Teams teil – quasi die Champions League im Beachhandball. „Aber das ist natürlich eine ganz andere Art von Handball“, relativiert Sulamith Klein.

Für Trainer Mike Leibssle ein Glücksfall

Für Mike Leibssle ist die Rückkehr seiner ehemaligen Spielerin ein absoluter Glücksfall: „Ich freue mich riesig, dass uns Suli in dieser schwierigen Lage unterstützt. Ich sehe sie im Rückraum und im Innenblock als große Verstärkung für uns.“ Das Engagement von Sulamith Klein ist vorerst auf einen Zeitraum bis Ende Januar nächsten Jahres begrenzt. Dann wollen sich beide Seiten zusammensetzen und schauen, wie es weitergeht. „Es wird sicher auch eine Rolle spielen, wie dann unsere personelle Situation aussieht“, blickt Hagen Gunzenhauser schon einmal voraus.

Michelle Wunschik ist Neuzugang Nummer zwei

Ebenfalls neu im Kader ist Michelle Wunschik. Wobei neu in diesem Fall nicht ganz die richtige Formulierung ist. Immer mal wieder schnupperte die Rückraumspielerin aus dem Württembergligateam in dieser Saison Zweitligaluft. Das tat sie so gut, dass sich das Trainerteam mit Mike Leibssle und Sarah Neubrander dazu entschloss, das junge Talent vorerst ganz in den Bundesliga-Kader hoch zu ziehen. „Es freut mich, dass Michelle diese Chance mit aller Konsequenz nutzen möchte“, so Leibssle.

Sowohl Michelle Wunschik als auch Sulamith Klein werden somit am Sonntag in Aktion zu sehen sein, wenn der HC Leipzig seine Aufwartung in der Markweghalle macht. Der ruhmreiche Verein früherer Jahre hat den Tiefpunkt dritte Liga vor einigen Jahren hinter sich gelassen und strebt mittelfristig wieder in Richtung 1. Bundesliga. In dieser Saison wechselten sich Licht und Schatten ab, mit 4:4 Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Fabian Kunze im Mittelfeld der Tabelle. „Leipzig spielt einen schnellen Ball mit einer sehr beweglichen 6:0-Abwehr. Dafür müssen wir Lösungen finden“, so Mike Leibssle.

Verletzungspech hat auch wieder zugeschlagen

Tempohandball wird diese Lösung aber nicht heißen. Denn wieder einmal schlug das Verletzungspech bei den Kuties zu. Neben Rebecca Rott, die wegen Rückenproblemen ausfallen wird, haben sich auch noch Maileen Seeger mit einem grippalen Infekt und Tanja Padutsch mit einer Knieverletzung abgemeldet. Für die beiden Rechtsaußen werden Britt van der Baan vom Partner TuS Metzingen und eventuell Sandra Kußmaul aus der zweiten Mannschaft aufgeboten. Da auch Anna Albeck von den Metzinger „Tussis“ mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zur Verfügung stehen wird, ist der Kader trotz der Personalien Sulamith Klein und Michelle Wunschik relativ ausgedünnt.

Ob Mike Leibssle für Leipzigs Topspielerin Jaqueline Hummel eine taktische Sondermaßnahme plant, lässt der Coach offen. „Neben der gesamten Mannschaft müssen wir natürlich vor allem auf diese Spielerin besonders achten“, lässt er sich vorerst nicht in die Karten schauen. Mit einem Sieg könnten die Kuties, die bei momentan 2:6 Punkten stehen, zum HC Leipzig aufschließen. Übertragen wird das Spiel am Sonntag ab 15 Uhr wieder auf sportdeutschland.tv.

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg reaktiviert mit Sulamith Klein ihre frühere Torschützenkönigin – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Kuties scheiden gegen Kurpfalz Bären aus

War von den Kurpfalz Bären nicht in den Griff zu bekommen: Die flinke Marie-Christin Beddies (am Ball) stellte die Defensive immer wieder vor große Probleme. Foto: Eibner/Tobias Baur

von Marvin Georg,  03.10.2021

Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg liefern den Kurpfalz Bären aus Ketsch in der zweiten Runde des DHB-Pokals einen großen Kampf. Obwohl nur wenige Alternativen zur Verfügung stehen, verlieren die Kuties das Spiel gegen den Favoriten nur knapp.

Herrenberg – Nach sechs Spielen in den letzten sechs Wochen hat sich bei den Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg der Kräfteverschleiß bemerkbar gemacht. Mit 29:32 schieden sie in der zweiten Runde des DHB-Pokals gegen Zweitliga-Konkurrent Kurpfalz Bären aus.

Mit nur noch zwei etatmäßigen Rückraumspielerinnen gingen die Kuties ins Duell mit dem Bundesligaabsteiger. Lea Neubrander hatte sich noch kurzfristig krankgemeldet, Rebecca Rott klagte über Rückenprobleme. Ohne große Wechselmöglichkeiten startete Trainer Mike Leibssle mit Michelle Wunschik, Sarah Neubrander und Marie-Christin Beddies ins Spiel. „Wir hatten ein ganz anderes Team zur Verfügung als in den vergangenen Wochen“, sagte der Coach.

Trotz allem legten die Herrenbergerinnen einen Blitzstart hin. Die flinke Marie-Christin Beddies, die später von den Gästen zur Spielerin des Spiels gewählt werden sollte, wirbelte die Abwehrreihe durcheinander und konnte immer wieder erfolgreich für ihre Mitspielerinnen auflegen. Nach dem gut herausgespielten 6:1 durch Maileen Seeger war Gästetrainerin Franzi Steil schon bald gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen.

In der Abwehr fehlt die letzte Konsequenz

Vor allem Beddies war ihr ein Dorn im Auge, weshalb sie fortan gedoppelt wurde. So schlichen sich in das Angriffsspiel der SG H2Ku immer wieder technische Fehler ein. Diese wussten die Gäste aus der Rhein-Neckar-Region zu nutzen. Die Abwehrreihe der Kuties verteidigte jedoch im Kollektiv alles weg. Somit zwangen sie die Gäste immer wieder zu langen Angriffen. Lediglich die letzte Konsequenz fehlte, deshalb fand der Ball teilweise nach dem letzten Pass der Gäste trotzdem immer wieder den Weg ins Tor.

Drei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft machen ihre Sache gut.

In der 20. Minute war die Führung der Gastgeberinnen egalisiert. Fortan ging es bis zum 17:17 zur Pause im Gleichschritt weiter. Nach der Halbzeit stellten die Gäste von einer 6:0-Formation in der Abwehr auf ein offensiveres 3:2:1 um. Trotzdem fanden die Herrenbergerinnen immer wieder Lösungen, um zum Torerfolg zu kommen.

Mit zunehmender Spieldauer wechselte Leibssle neben Wunschik auch Sandra Kußmaul und Katrin Friedrich ein. Alle drei etatmäßigen Württembergliga-Spielerinnen überzeugten mit guten Aktionen. „Sie haben sich gut eingebracht. Ohne sie hätten wir keine schlagkräftige Truppe gehabt“, lobte Leibssle.

Das Pokalspiel genutzt

Der Coach nutzte das Pokalspiel auch, um die eine oder andere taktische Variante auszuprobieren. Des Öfteren brachte er die siebte Feldspielerin im Angriff und spielte mit zwei Kreisläuferinnen. So konnten die Außen gut freigespielt werden. „Wir haben dabei nur einen Gegentreffer bei leerem Tor kassiert und gehen hier mit einem deutlichen Plus raus“, lautete Leibssles Fazit.

Damit konnte sein Team lange mithalten. Auch weil Torhüterin Sophia Holzner, die viel Spielzeit bekam, immer wieder parierte. Irgendwann wurden die Kurpfälzerinnen jedoch stärker, zogen in der 53. Minute auf 30:27 davon. Bei H2Ku schwanden die Kräfte. Spätestens als Cara Reuthal auf 32:27 für die Gäste stellte, war allen Zuschauern in der Markweghalle klar, wer als Sieger vom Feld gehen würde.

Trotz des Ausscheidens war Mike Leibssle zuversichtlich. „So wie wir aufgetreten sind, bin ich positiver Dinge für die Zukunft“, sagte er. Auch wenn die Kuties mit einer fast komplett anderen Mannschaft gespielt haben, erkannte er einen großen Fortschritt im Vergleich zum Liga-Duell vor vier Wochen. „Wir haben viel geduldiger gespielt“, freute er sich. Jetzt hat die SG nach kräftezehrenden Wochen erst einmal ein spielfreies Wochenende.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Holzner; Schoeneberg (1/davon 1 Siebenmeter), Wunschik (3), Kußmaul (3), Bok (2/1), Bühler (4/1), Seeger (2), Rott, Beddies (6), Friedrich (2), Luber (3), S. Neubrander (3/1).

https://www.krzbb.de/inhalt.handball-dhb-pokal-kuties-scheiden-gegen-kurpfalz-baeren-aus.e4abea1a-998b-405f-a420-a046f06c87f9.html

Kuties treffen erneut auf die Kurpfalz Bären

Schnelles Wiedersehen: Am ersten Spieltag in der 2. Bundesliga waren Aylin Bok und die Kuties beim 25:33 chancenlos gegen die scheinbar übermächtigen Kurpfalz Bären. Foto: Eibner/Bamberger

von Marvin Georg,  02.10.2021

Am Samstag um 20 Uhr sind die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg zu Hause in der Markweghalle gegen die Kurpfalz Bären Ketsch in der zweiten Runde des DHB-Pokals gefordert.

Herrenberg – Lange hat es nicht gedauert, dass sich die Kurpfalz Bären aus Ketsch und die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg wiedersehen. Das letzte Duell in der 2. Bundesliga liegt gerade einmal vier Wochen zurück. Dort konnten sich die Bären mit 33:25 durchsetzen. In der zweiten Runde des DHB-Pokals wollen es die Kuties dem Gegner nicht wieder so einfach machen.

Schmerzhafte Erinnerungen an das Liga-Duell

Beim Ligaduell überwog im Nachhinein nicht nur der Schmerz über die Niederlage sondern vielmehr der Verlust von Spielmacherin Annika Blanke. Gleich zu Beginn der Partie hatte sie sich nach einem Zweikampf die Schulter ausgekugelt. Mittlerweile befindet sich Blanke nach erfolgreicher Operation in der Reha, die Ausfallzeit bleibt aber weiter ungewiss. „Wir werden schauen müssen, wie lange es tatsächlich sein wird. Sicher ist, dass sie für dieses Jahr und Anfang des nächsten Jahres raus sein wird“, bedauert Trainer Mike Leibssle.

Was der Rest der Mannschaft am Samstag (Spielbeginn 20 Uhr) besser machen muss als im Liga-Duell, weiß Leibssle ganz genau. „Wir waren zu ungeduldig und zu hastig im Angriffsspiel.“ Einfach wird es trotzdem nicht. Die Kurpfälzerinnen haben einen Lauf, haben bisher alle Spiele in dieser Saison meist sehr souverän für sich entschieden. Somit stehen die Bären nach ihrem Bundesligaabstieg mit 8:0 Punkten auf dem zweiten Rang der Zweitliga-Tabelle.

Eine deutliche Entwicklung ist zu erkennen

Angesichts dieser Ausgangslage ist die Rollenverteilung klar. „Ketsch ist hier der Favorit“, betont Coach Leibssle. Bei seiner Mannschaft deutet sich jedoch eine positive Entwicklung an. „Wir haben uns in der Abwehr im Vergleich zum Ligaspiel ganz klar weiterentwickelt“, freut er sich. Das Ziel ist, den Gegner ins Positionsspiel zu zwingen und dann mit viel Tempo ins Angriffsspiel überzugehen. Mit den Fans im Rücken kann so ein echter Pokalfight entstehen.

Personell muss das Trainergespann um Mike Leibssle und Sarah Neubrander auf Tanja Padutsch verzichten. Auch die Leihspielerinnen Anna Albek und Britt van der Baan werden nicht dabei sein, da sie bereits für Metzingen im Pokal gespielt haben. Ergänzt wird der Kader durch Michelle Wunschik, Sandra Kußmaul und Katrin Friedrich aus dem Württembergliga-Team.

Leibssle betont zwar, dass die Liga ganz klar im Fokus steht, dennoch werden die Kuties im zweiten Duell mit den Bären alles geben. Da am nächsten Wochenende ein freies Wochenende auf dem Plan steht, will Mike Leibssle vor der Verschnaufpause in eigener Halle noch einmal volles Tempo sehen.

https://www.krzbb.de/inhalt.handball-dhb-pokal-kuties-treffen-erneut-auf-die-kurpfalz-baeren.276eb052-c600-4fbe-90f3-0452b9875e89.html

SG H2Kuties empfangen verlustpunktfreien VfL Waiblingen

Anna Albek von Kooperationspartner TuS Metzingen (li.) könnte nach muskulären Problemen in der Vorwoche zu ihrem ersten Einsatz für die SG H2Ku kommen: Annika Blanke hingegen (re.) wird dem Team noch lange fehlen. Foto: Eibner

von Peter Gebhardt,  25.09.2021

Der erste Saisonsieg gegen Aldekerk hat der SG H2Ku Herrenberg Selbstvertrauen gegeben. Das brauchen die Kuties auch, denn als nächstes kommt der ungeschlagene Spitzenreiter VfL Waiblingen in die Markweghalle.

Herrenberg – Zum zweiten Heimspiel der Saison erwarten die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Sonntag (18 Uhr) den VfL Waiblingen in der heimischen Markweghalle. Mit komplett anderen Vorzeichen als zuletzt.

Zuerst Aldekerk, jetzt Waiblingen, danach Leipzig und der MTV Heide. Wenn man das Pokalspiel gegen Ketsch am kommenden Wochenende dazunimmt, ergeben sich satte fünf Heimspiele in Folge für die Kuties. Laut Mike Leibssle wäre der wöchentliche Wechsel mit Auswärtspartien zwar besser, einen Vor- oder Nachteil sieht der Trainer aber nicht in dieser Konstellation. „Wir nehmen es so, wie es kommt“, meint er pragmatisch.

Nach großem Umbruch kommt der Waiblinger Erfolg überraschend

Das anstehende Spiel gegen die Tigers dürfte dabei in der Skala der gegnerischen Qualität ganz weit oben stehen. Ein wenig überraschend, wenn man sich vor Augen führt, welchen Umbruch der VfL vollziehen musste. Sieben Spielerinnen verließen den Verein oder beendeten ihre Karriere. Ebenso viele Akteurinnen musste Coach Thomas Zeitz in der Vorbereitung neu einbauen.

Was normalerweise einige Zeit in Anspruch nimmt, klappt in Waiblingen augenscheinlich ohne Anlaufphase. Drei Spiele, drei Siege – diese makellose Bilanz wird durch ein besonderes Ergebnis noch aufgewertet. Gleich am ersten Spieltag fegte man den großen Aufstiegsfavoriten Frisch Auf Göppingen in dessen Halle mit 33:21 vom Parkett. Ein Ergebnis, das auch Mike Leibssle so nicht erwartete: „Ein Sieg wäre schon eine Überraschung gewesen, aber in dieser Deutlichkeit hätte ich das nicht für möglich gehalten.“

Kaum Schwachstellen auszumachen

Dabei ist auf den ersten Blick noch nicht einmal auszumachen, wo die entscheidende Stärke der Waiblingerinnen liegt. Über Torfrau Celina Meißner, die Rückraumachse um Sinah Hagen und Caren Hammer oder die bisher überragende Linksaußen Rabea Pollakowski sind kaum Schwachstellen auszumachen. Das heißt jedoch nicht, dass es diese nicht geben würde.

Leibssle hat seine Mannschaft darauf vorbereitet. Die eigene Gala in Offensive und Defensive zuletzt in Halbzeit zwei gegen Aldekerk sorgte für die ersten Punkte und Selbstvertrauen. Für den Coach steht aber auch fest: „Mit Waiblingen steht uns ein ganz anderes Kaliber ins Haus.“ Er will vor allem die gute Abwehrarbeit mitnehmen. „Im Angriff werden wir vor ganz andere Aufgaben gestellt“, erklärt er. Außerdem fordert er ein konsequent hohes Tempo wie zuletzt.

Fast der gesamte Kader steht zur Verfügung

Zurückgreifen kann der Coach dabei außer auf seine langzeitverletzten Spielerinnen Ronja Slawitsch und Annika Blanke auf den gesamten Kader. Zudem ist auch ein erneuter Einsatz von Michelle Wunschik aus dem Württembergligateam angedacht. Für eine H2Ku-Spielerin dürfte es auf alle Fälle ein besonderes Spiel werden. Rechtsaußen Tanja Padutsch wechselte im Sommer von den Tigers zu den Kuties.

Da Kooperationspartner TuS Metzingen bereits am Samstag sein Heimspiel gegen Neckarsulm austrägt, ist auch ein Einsatz von Anna Albek und Britt van der Baan denkbar. Während Rechtsaußen van der Baan schon zu ihrem ersten Einsatz im Trikot der Kuties kam, musste Anna Albek wegen muskulärer Probleme noch passen.

2. Handball-Bundesliga: SG H2Kuties empfangen verlustpunktfreien VfL Waiblingen – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku überzeugt bei 35:22 in Abwehr und Angriff

Die 17-jährige Rebecca Rott: Vor Tatendrang nur so gesprüht und insgesamt sieben Mal erfolgreich Foto: Eibner/Drofitsch

von Peter Gebhardt,  19.09.2021

Der 35:22-Start-Ziel-Sieg der SG H2Ku Herrenberg gegen den TV Aldekerk in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen lässt einen hochzufriedenen Trainer Mike Leibssle nach dem Schlusspfiff strahlen.

Herrenberg – Es hätte kaum besser laufen können. In ihrem ersten Heimspiel der noch jungen Saison bezwangen die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg den TV Aldekerk 07 deutlich mit 35:22 (16:12). Es war ein Start-Ziel-Sieg, der einen hochzufriedenen Trainer Mike Leibssle nach dem Schlusspfiff strahlen ließ.

Viel Beifall von den 250 Zuschauern

Der Beifall der etwa 250 Zuschauer in der Markweghalle dauerte diesmal besonders lang. Zum einen war auch unter dem Mund-Nasen-Schutz die Freude der Zuschauer über das Ende einer leeren Markweghalle deutlich sichtbar, zum anderen hatten die Kuties in den 60 Minuten zuvor eine überzeugende Partie gegen die Gäste abgeliefert.

Anna Albek fällt kurzfristig aus

Vor dem Anpfiff musste Mike Leibssle allerdings erst einmal umplanen. Wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel stand Anna Albek aus dem Metzinger Bundesligakader nicht zur Verfügung. „In Absprache mit TuS-Trainerin Edina Rott haben wir beschlossen, kein Risiko einzugehen.“ Vor allem für den Innenblock hätte Leibssle gerne auf Albek zurückgegriffen. „Gerade die Abwehrarbeit mit zu leichten Gegentoren in den beiden Spielen zuvor haben wir in der Trainingswoche aufgearbeitet.“

Zumindest stand mit Britt van der Baan die zweite Spielerin mit Zweitspielrecht der „Tussies“ bereit. Damit ergaben sich doch einige taktische Möglichkeiten mehr. Das war wichtig, um Rechtsaußen Tanja Padutsch bei Bedarf in den Rückraum ziehen zu können. Soweit die Theorie. In der Praxis waren all diese Maßnahmen aber wahrscheinlich nicht spielentscheidend. Zu dominant traten die Kuties über die gesamte Spielzeit auf.

Rot für Hannah Nunnendorf vom TV Aldekerk

Den ersten Nackenschlag musste der TV Aldekerk bereits nach fünf Minuten hinnehmen. Nach einem Tempogegenstoß von Tanja Padutsch wurde diese von Hannah Nunnendorf unsanft attackiert und sah dafür die Rote Karte. Den Strafwurf verwandelte Rebecca Rott zum 3:1. Es war bereits ihr dritter Treffer. Nach fünf Toren in den ersten zwölf Minuten bekam die vor Tatendrang sprühende 17-Jährige eine längere Pause. „Das war so abgesprochen, unabhängig vom Spielstand. Wir werden Rebecca nach ihrer langen Verletzungspause dosiert belasten“, so Mike Leibssle. Der Spielfreude tat dies keinen Abbruch. Die für Rott eingewechselte Michelle Wunschik traf fast umgehend zum 8:4 nach einer knappen Viertelstunde.

16:12 zur Pause ist eine kleine Vorentscheidung

Von einer Vorentscheidung wollte hier noch niemand sprechen – zurecht. Die Gäste vom Niederrhein brachten nun etwas mehr Effektivität in ihr Spiel. Dabei war schon erstaunlich, welch ein Tempo der TV Aldekerk anschlug. Darunter litt aber bisweilen die Präzision. Ausnutzen konnten die Gastgeberinnen dies aber nicht – noch nicht. Das 16:12 zum Pausenpfiff sorgte zwar für eine gewisse Beruhigung, eine Entscheidung war es aber noch nicht.

Kuties ziehen die Zügel an

Das sollte sich in der zweiten Hälfte schlagartig ändern. Den Torreigen eröffnete zwar Aldekerk, danach zogen die Kuties die Zügel aber spürbar an. Nach zehn gespielten Minuten in Durchgang zwei war beim 23:15 die Entscheidung gefallen. Die Gäste gingen das Tempo der SG H2Ku zwar mit, manchmal schien es jedoch, dass sie auf die Geschwindigkeit ihrer Spielmacherin Mariel Beugels nicht mehr reagieren konnten. Die letzte Viertelstunde mutierte so fast zu einer Gala.

Im Rückraum gab es kein Halten mehr für die flinke Marie Beddies. „Wir hatten uns vorgenommen, die offensive Abwehr breit zu bespielen.“ Diese Vorgabe von Mike Leibssle erfüllten neben Beddies auch Lea Neubrander und Rebecca Rott fast nach Belieben.

Kurz-Comeback von Co-Trainerin Sarah Neubrander

Am Ende konnten sich beim in dieser Höhe verdienten 35:22 alle Spielerinnen in die Torschützenliste eintragen – bis auf eine. Co-Trainerin Sarah Neubrander stand erstmals nach drei Jahren wieder auf der Platte. Dies zwar nur für eine kurze Zeit, aber der Grund war kurios. Ihre Schwester Lea musste mit offenen Schnürsenkeln vom Feld. „Ich hatte schlicht und einfach zu diesem Zeitpunkt keine Rückraumspielerin zur Verfügung“, musste selbst Mike Leibssle lächeln. Für Sarah Neubrander selbst war wichtig – ebenso mit breitem Grinsen: „Ich habe keinen Fehler gemacht.“ Ganz alleine stand sie am Ende dieses überzeugenden Auftritts der Kuties mit dieser Statistik aber nicht. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Holzner; Rott (7/davon 3 Siebenmeter), Schoeneberg (2), Wunschik (1), Bok (1), Bühler (2), Seeger (1), L. Neubrander (8/3), Beddies (7), Padutsch (2), van der Baan (3/1), Luber (1), S. Neubrander.

2. Handball-Bundesliga: SG H2Ku überzeugt bei 35:22 in Abwehr und Angriff – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Die SG H2Ku Herrenberg empfängt am Sonntag den TV Aldekerk zum ersten Heimspiel

Anna Albek von Kooperationspartner TuS Metzingen (rechts): Am Sonntag genau wie ihre Mannschaftskameradin Britt van der Baan zum ersten Mal im Trikot der SG H2Ku Herrenberg Foto: Eibner/Tobias Baur/Eibner-Pressefoto

von Peter Gebhardt,  18.09.2021

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen freut sich die SG H2Ku Herrenberg auf ihr erstes Heimspiel in dieser Runde am Sonntag um 16 Uhr gegen den Aufsteiger TV Aldekerk. Tickets dafür gibt’s nur online.

Herrenberg – Es ist angerichtet. Am Sonntag um 16 Uhr hebt sich in der Markweghalle der Vorhang zur Heimspielpremiere der SG H2Ku Herrenberg in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen. Gegen Aufsteiger TV Aldekerk 07 liegt der Fokus trotz der Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den eigenen Fans vor allem auf eines: Zwei Punkte sollen her, unbedingt.

Tickets fürs Spiel gibt’s nur online

„Wir freuen uns riesig.“ Mike Leibssle spricht diesen Satz nicht nur für sich alleine. Der Trainer der Kuties fiebert wie die gesamte Mannschaft dem Heimauftakt entgegen. Zum ersten Mal seit Oktober wieder vor Zuschauer, nachdem die ersten beiden Spiele auswärts bestritten wurden und Renovierungsarbeiten in der altehrwürdigen Halle ein früheres Spiel zu Hause nicht zuließen. „Wir wissen nicht, wie viele Fans kommen, würden uns aber über eine volle Halle freuen“, so Leibssle. Am Donnerstagmorgen waren bereits 150 Karten verkauft. „Wir können keine Tageskasse anbieten. Alle Tickets müssen online über die Internetplattform des Vereins erworben werden“, verweist Vorstandssprecher Jan Rhotert auf die Regularien zum Spiel, auch im Zusammenhang mit der 3G-Regel.

Den Trend umkehren

Abseits der verständlichen Aufregung um die Heimpremiere, die ab 16 Uhr auf sportdeutschland.tv übertragen wird, geht es aber auch um zwei ganz wichtige Punkte. Auch wenn eine Tabelle nach dem zweiten Spieltag noch keine volle Aussagekraft besitzt, zeigt sie einen gewissen Trend auf, und den wollen die Kuties unbedingt umkehren. Nach zwei Niederlagen steht die Mannschaft auf dem vorletzten Platz – dahinter mit der gleichen Bilanz nur noch ein Team, TV Aldekerk. Über die Brisanz der Begegnung braucht damit nicht viel mehr gesagt werden. Über die sportlichen Voraussetzungen aber schon.

Ein Selbstläufer wird das Spiel nicht

Der Aufsteiger aus der Gemeinde Kerken, gelegen am unteren Niederrhein, stieß praktisch über den zweiten Bildungsweg in die 2. Bundesliga. Nach einer Relegation setzte sich das Team, das erst 2016 in die 3. Liga aufgestiegen war, gegen die SG 09 Kirchhof durch. Der Erfolg blieb bisher aber noch aus. Die deutlichen Niederlagen gegen Lintfort und Bremen bescherten dem Team von Trainerin Yvonne Fillgert die Rote Laterne, die möglichst in Herrenberg abgegeben werden soll. Ein Plan, gegen den die Kuties massive Einwände haben. Ein Spiel in heimischer Halle gegen den punktlosen Aufsteiger bedeutet trotz der eigenen Auftaktniederlagen, dass die Favoritenrolle ohne Wenn und Aber bei den Gastgeberinnen liegt. Ein Selbstläufer wird das Spiel aber nicht. „Aldekerk spielt einen schnellen Ball“, hat Mike Leibssle erkannt. Dies ist auch nach Gegentoren so. Für Abwehr-Angriff-Wechsel bleibt da oftmals keine Zeit. Was den Kuties entgegenkommen könnte, ist die offensiv ausgerichtete Abwehr von Aldekerk. „In Freiburg und Ketsch konnten wir mit ähnlichen Abwehrblöcken schon Erfahrungen sammeln“, hofft der Coach auf einen kleinen Vorteil.

Duo von den „Tussies“ ist erstmals dabei

Auf einen großen Vorteil hofft er vor allem in Sachen Aufstellung. Mit dem erstmaligen Einsatz von Anna Albek und Britt van der Baan gibt es sowohl in Sachen Quantität als auch Qualität einen Schub. Von beiden Spielerinnen vom Kooperationspartner TuS Metzingen, die am Freitagabend noch mit den „Tussies“ beim Thüringer HC antreten, erwartet Mike Leibssle einiges, auch in Sachen taktischer Variabilität. „Britt kann auf Rechtsaußen Tanja Padutsch entlasten, die dann auch im rechten Rückraum aushelfen kann. Anna kann neben ihrer Offensivqualität halbrechts dem Innenblock der Abwehr viel Sicherheit geben“. Welches Potenzial in den Spielerinnen steckt, zeigt der letzte Einsatz der beiden im Metzinger Heimspiel gegen Wildungen, als Albek und van der Baan die erfolgreichsten Werferinnen waren.

Die beiden sollen und können es aber nicht alleine richten. Und so freut sich Mike Leibssle, dass sich der Verdacht auf einen Muskelfaserriss bei Maxime Luber nicht bestätigt hat. Von Hiobsbotschaften in Sachen Verletzungen hat die SG H2Ku Herrenberg in dieser Saison aber auch schon genug.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-die-sg-h2ku-herrenberg-empfaengt-am-sonntag-den-tv-aldekerk-zum-ersten-heimspiel.dbf06ac5-4c27-4b80-913e-71b772acaaaa.html

SG H2Kuties unterliegen in Solingen deutlich mit 22:32

Insgesamt 15 freie Würfe der SG H2Ku landeten nicht im Ziel: Hier versucht es Kreisläuferin Aylin Bok. Foto: Eibner

von Peter Gebhardt,  12.09.2021

Zwei Durststrecken pro Halbzeit waren zu viel für die SG H2Ku Herrenberg beim HSV Solingen-Gräfrath. Die Zweitliga-Handballerinnen aus dem Gäu unterlagen klar mit 22:32.

Herrenberg – Auch vom zweiten Auswärtsspiel der Saison in der 2. Handball-Bundesliga kehrten die Frauen der SG H2Ku Herrenberg mit einer deutlichen Niederlage zurück. Beim HSV Solingen-Gräfrath waren zwei längere Phasen im Spiel fast ohne jeglichen Torerfolg mitentscheidend für das 22:32 (8:15).

Handball ist manchmal ganz einfach: Steht die Abwehr nicht gut und trifft der Angriff nicht, ist es unmöglich zu gewinnen. Dieses ernüchternde Fazit mussten die Kuties mit in den Bus auf die weite Heimreise nehmen.

Torarme Anfangsphase

Eine Tendenz war schon in der Anfangsphase erkennbar. In der Solinger Klingenhalle waren bereits sechs Minuten gespielt, die Anzeigetafel zeigte jedoch noch immer ein 1:1 an . „Wir haben hier schon vier klare Möglichkeiten vergeben, da hätte es 4:1 oder höher für uns stehen müssen“, meinte H2Ku-Trainer Mike Leibssle. Da aber mit Laura Waldenmaier ein sicherer Rückhalt im SG-Gehäuse stand, rächte sich diese mangelnde Chancenverwertung noch nicht. Im Gleichschritt ging es bis zum 4:4 (11.) durch die Partie.

Im Rückraum startete die SG wie erwartet mit Lea Neubrander als Spielmacherin sowie mit Marie Beddies und Rebecca Rott auf den Halbpositionen. Tanja Padutsch verblieb auf Rechtsaußen und musste somit nicht im rechten Rückraum aushelfen. Insgesamt war Leibssle mit der Spielanlage nicht unzufrieden, die Ausbeute ließ ihm allerdings die Haare zu Berge stehen. Am Ende zeigte die Statistik 15 freie Bälle, die nicht im Tor untergebracht werden konnten.

Abwehrverbund lässt die sonst übliche Geschlossenheit vermissen

Dass der Abwehrverbund die sonst selbstverständliche Geschlossenheit vermissen ließ, war fast noch das kleinere Übel. „Die zeitlichen Abläufe haben oft nicht gestimmt, sodass wir keinen richtigen Zugriff auf den Gegner bekamen“, bedauerte Leibssle.

Vor allem das Angriffsdilemma machte sich in den zehn Minuten vor der Pause bemerkbar. Aus einem 9:8 wurde bis zum Halbzeitpfiff ein 15:8 für das Heimteam. Eine Hypothek, die sich als zu groß erweisen sollte.

Auch taktische Kniffe in der zweiten Hälfte helfen nicht

Taktisch hatte sich der H2Ku-Trainer für Hälfte zwei einiges zurechtgelegt. Mit einer offensiveren 5:1-Deckung sollte der Angriffsmotor der Solingerinnen ins Stocken gebracht werden. Und im eigenen Angriff sollten seine Mädels mehr in die Schnittstellen vordringen. Beide Maßnahmen zeigten zunächst Wirkung. Die Gäste kämpften sich bis auf vier Tore heran.

Das 20:16 war für Solingen-Gräfrath aber so etwas wie ein Wecksignal. Von nun an waren die Gastgeberinnen nicht aufzuhalten, die Gäste mussten der Aufholjagd kräftemäßig Tribut zollen. HSV-Spielmacherin Lara Karathanassis setzte vor allem Vanessa Brandt immer wieder ein. Die Torjägerin traf nun nach Belieben und avancierte mit zwölf Treffern zur erfolgreichsten Werferin auf dem Parkett. Neun Minuten vor dem Abpfiff war beim 28:17 die Entscheidung längst gefallen.

Sarah Neubrander steht zumindest auf dem Spielberichtsbogen

Mike Leibssle probierte es zwar ab der 45. Minute mit der siebten Feldspielerin als taktisches Mittel, aber auch dies brachte keine Wende. Den Willen und die Moral konnte er seiner Mannschaft aber nicht absprechen. So wuchs der Rückstand bis zum Schlusspfiff zumindest nicht weiter an.

Eine kleine Überraschung hatte der Trainer aber schon vor der Partie parat: Auf dem Spielbogen erschien mit der Nummer 81 der Name Sarah Neubrander. Die Co-Trainerin und Schwester von Lea Neubrander hatte ihre Karriere vor drei Jahren beendet und stellte sich für den Notfall noch einmal zur Verfügung. Auf seine frühere Rückraumspielerin brauchte Leibssle aber nicht zurückgreifen, von weiteren personellen Hiobsbotschaften blieb verschont.

Gegen Aufsteiger Aldekerk wartet schon ein richtungsweisendes Duell

Kommenden Sonntag präsentieren sich die Kuties erstmals dem eigenen Publikum. Dann steht ab 16 Uhr das schon jetzt richtungweisende Duell gegen Aufsteiger TV Aldekerk auf dem Programm. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Holzner; Schoeneberg, Bok (1), Bühler (3), Seeger, Rott (5/davon 1 Siebenmeter), L. Neubrander (8/3), Beddies (2), Padutsch (1), Luber, Thiwissen (2), S. Neubrander, Graebling.

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Kuties unterliegen in Solingen deutlich mit 22:32 – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)