Der Sieg war durchaus möglich

Kuties verlieren durch schwache Schlussphase noch in Nürtingen

Da war mehr drin gewesen. Nach einer sehr guten Leistung über drei Viertel der Spielzeit unterlagen die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg bei der TG Nürtingen II am Ende mit 17:21 (13:10). Vor allem die letzten zehn Minuten brachten den Gastgeberinnen den Erfolg über den Gäu-Club.

Enttäuschte Gesichter gab es einige in der Theodor-Eisenlohr-Halle nach dem Schlusspfiff. Diese gab aber vornehmlich auf Herrenberger Seite. Bei der Zweitligareserve aus Nürtingen herrschte hingegen Feierlaune. Die Mannschaft konnte es wohl selber nicht so richtig glauben, dieses Spiel noch so relativ deutlich gewonnen zu haben. Die Gäste aus Herrenberg waren schon mit der Hypothek von nur drei Auswechselspielerinnen plus Torhüterin auf der Bank angetreten. Mit Stefanie Schoeneberg fehlte eine wichtige Spielerin und auch Michelle Wunschik ging angeschlagen in die Partie. Allerdings kehrte mit Marie Thiwissen eine Leistungsträgerin für den Rückraum zurück ins Team. Thiwissen hatte zudem den wichtigen Part im Innenblock der Abwehr von Steffi Schoeneberg zu übernehmen.

Melanie Schittenhelm und und ihr verlängerter Arm auf dem Spielfeld, Laureen Kappus / Foto: P.Gebhardt (Archiv)

Nach dem 3:1 der Gastgeberinnen nahmen die H2Ku-Frauen das Zepter für lange Zeit in die Hand. Zwei Tore in Folge der in Abwehr und Angriff starken Sandra Kußmaul ebneten den Weg zum eigenen 5:3. Beim 10:7 vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff durch Spielmacherin Laureen Kappus betrug der Vorsprung erstmals drei Treffer. Mit gleichem Abstand ging es mit 13:10 schließlich in die Kabinen.

Für den zweiten Durchgang gab es für Melanie Schittenhelm nur wenig Grund, im taktischen Bereich wesentliche Änderungen vorzunehmen. Besonders die 6:0 -Abwehr mit Torhüterin Isabel Göhlich stand sicher. Das war auch nach 40 Minuten noch der Fall. Da hatte Michelle Wunschik gerade zum 15:11 getroffen. Doch plötzlich ging nicht mehr viel bei den Gästen. „Wir haben im Angriff vollkommen die Durchschlagskraft verloren“, musste Trainerin Schittenhelm später konstatieren. Vier Gegentore in Folge ließen die Partie fast schon kippen. Doch noch konnten sich die Kuties wehren. Nach dem 17:16 zehn Minuten vor dem Ende hatten sie allerdings ihr Pulver verschossen. Bis zum Schlusspfiff gelang kein einziger Treffer mehr. Vor allem aber gab es im Positionsangriff kein passendes Timing mehr. „Wir agierten im zweiten Durchgang zu oft zu nah an der Abwehr“, ärgerte sich Melanie Schittenhelm später. Dazu kamen gerade in den letzten Minuten noch einige technische Fehler und zwei vergebene Großchancen. Die Trainerin nahm die Niederlage zwar gelassen hin, erkannte aber trotzdem: „Wir hätten heute hier gewinnen können“.

SG H2Ku: Göhlich, Harm, Schäberle, Kappus (2), Meyer (1), Kußmaul (4), Schmidt (2), Mannherz, Brand, Thiwissen (3), Wunschik (5/davon 4 Siebenmeter)

Frauen der SG H2Ku Herrenberg belegen in Schmiden den dritten Rang

Die Vorgaben umgesetzt: H2Ku-Trainerin Melanie Schittenhelm ist zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Foto: Gebhardt

Die Vorgaben umgesetzt: H2Ku-Trainerin Melanie Schittenhelm ist zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Foto: Gebhardt

Zwei Siege in jeweils 25 Minuten, eine Niederlage und ein Erfolg im Siebenmeterwerfen war die Bilanz der Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg beim Vorbereitungsturnier in Schmiden. Das reichte zu Rang drei.

Mit Platz drei kehrten die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg vom Vorbereitungsturnier aus Schmiden zurück. Vorgabe von Trainerin Melanie Schittenhelm war, das Zusammenspiel zu verbessern und verletzungsfrei die Heimreise anzutreten. Beides gelang, und sie war auch von den Auftritten ihres Teams angetan.

„Die Entwicklung ist deutlich erkennbar“, lautete das positive Fazit. Gegen Oberliga-Kontrahent TSV Heiningen stand am Ende nach 25 Minuten ein 11:9-Sieg. „Das war souveräner, als es das Ergebnis aussagt“, freute sich Schittenhelm. Auch gegen die TG Nürtingen II, einen weiteren künftigen Klassenkameraden, gewannen die Kuties überzeugend mit 15:12.

Die einzige Niederlage gab es mit dem 11:14 im Halbfinale gegen Oberliga-Aufsteiger HC Schmiden/Oeffingen. „Wir haben Larissa Bürkle beim Gegner überhaupt nicht in den Griff bekommen“, resümierte Melanie Schittenhelm. Dank dreier gehaltener Strafwürfe von Isabell Göhlich und einer nervenstarken Sandra Kußmaul, die den entscheidenden Wurf verwandelte, wurde schließlich das Duell um Platz drei vom Siebenmeterpunkt aus gegen die Gastgeberinnen aus Schmiden gewonnen.

Handball-Vorbereitungsturnier: Frauen der SG H2Ku Herrenberg belegen in Schmiden den dritten Rang – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Die Rollen sind klar verteilt

Herrenberger Kuties hoffen in Nürtingen auf eine Überraschung

Nach dem erfolgreichen Heimauftakt wollen die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg ihren Schwung auch ins nächste Spiel mitnehmen. Bei der TG Nürtingen II hängen die Trauben ab 18 Uhr in der Theodor-Eisenlohr-Halle aber hoch.

Nicht nur das erste Spiel der Nürtingerinnen vor gut zwei Wochen bei der TG Biberach hievt die Gastgeberinnen in die Favoritenrolle. Das 25:17 war eine Demonstration vor allem einer hervorragenden Abwehrarbeit. Und das, obwohl die langjährige Bundesligaspielerin Verena Breidert nun auch nicht mehr im Oberligateam wegen ihres Karriereendes nicht mehr zur Verfügung steht. Es liegt vor allem daran, dass die Gastgeberinnen schon im Vorjahr beide Spiele gegen die SG H2Ku gewinnen konnten. Aber in der Rolle der Außenseiterinnen fühlen sich die Kuties durchaus wohl. Denn auch sie konnten am ersten Spieltag mit einer couragierten Leistung überzeugen. Auch ebenso wie der Gegner aus Nürtingen fiel bei den Herrenbergerinnen besonders die Abwehrarbeit auf. Man darf also durchaus davon ausgehen, dass die bessere Abwehr am Samstag die Punkte für sich verbuchen kann.

Torgfefahr von allen Positionen – Sofia Brand / Foto: P. Gebhardt

Aber auch hier in diesem Bereich müssen sich die H2Ku-Frauen teilweise neu aufstellen. Ausgerechnet das erfolgreiche Kreisläuferduo, welches auch im Innenblock der Defensive förmlich Beton anrührte, wird für das Spiel in der Nürtinger Halle gesprengt. Stefanie Schoeneberg steht mit einem privaten Termin nicht zur Verfügung. Somit wird auf Sandra Kußmaul eine nochmals erhöhte Einsatzzeit zukommen.

Mit Marie Thiwissen kehrt allerdings eine enorm wichtige Akteurin zurück. Die Rückraumspielerin dürfte zum Einen das Angriffsspiel beleben und zudem in ihrem ersten Saisonspiel die Rolle im Innenblock übernehmen. Für die fehlende Schoeneberg wird dann Linksaußen Saskia Schmidt zeitweise an den Kreis rücken. Insgesamt sind die Kuties aber ohnehin nicht sehr breit aufgestellt. Aufgefangen wird dies an diesem Samstag erneut von Emilie Maile und Anna Mannherz aus der zweiten Mannschaft.

Die Abwehr macht den Unterschied

Kuties gewinnen ihr erstes Saisonspiel gegen Fridingen/Mühlheim deutlich

Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung besiegen die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg zum Auftakt der aktuellen Runde die HSG Fridingen/Mühlheim mit 29:22 (12:10). Dabei erwies sich vor allem die Abwehr als Erfolgsgarant.

Die 300 Zuschauer, die trotz des guten Wetters den Weg in die Markweghalle fanden, dürften ihr Kommen kaum bereut haben. Mit Standig Ovations feierten die Fans nach dem Schlusspfiff ihre Mannschaft. Auf Fridinger Seite stand mit dem letztjährigen Co-Trainer der Herrenberger Bundesligafrauen, Klaus Hüppchen, ein Trainer an der Seitenlinie, der sich die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sicher erfolgreicher gewünscht hätte.

Der Beginn der Partie war für die Zuschauer sicher noch kein Leckerbissen. Beide Teams agierten offensiv mit einigen Stockfehlern, die einiges an Nervosität offenbarten. „Das erste Spiel und zudem eine gute Kulisse haben meine Mannschaft vielleicht noch etwas gehemmt“, konnte Melanie Schittenhelm später nur mutmaßen. Aus der Ruhe brachte dies die H2Ku-Trainerin allerdings kaum, denn die Defensive stand von der ersten Minute felsenfest. Vor allem der Innenblock um die beiden Kreisläuferinnen Sandra Kußmaul und Stefanie Schoeneberg war kaum zu überwinden. Dahinter konnte sich mit Isabel Göhlich auch die Torhüterin ein ums andere Mal auszeichnen.

Große Freude nach dem ersten Spiel / Foto: P. Gebhardt

Was weniger gut im ersten Durchgang lief, war die Offensive. Einerseits vergaben die Gastgeberinnen einige Chancen, entscheidend war aber etwas anderes. Denn auch die Gegnerinnen aus Fridingen ließen gegen den Angriff der Kuties nicht viel zu. „Für unseren Aufwand in der Abwehr haben wir eigentlich ein zu schlechtes Ergebnis mit in die Halbzeitpause genommen“, war Gästecoach Klaus Hüppchen dann auch zwar mit der Leistung, aber nicht mit dem Pausenstand zufrieden. So konnte sich die SG H2Ku über das 12:10 nach dem ersten Durchgang nicht beschweren.

Der zweite Abschnitt sollte dann dem Angriff der Kuties weit mehr Zielstrebigkeit und Genauigkeit bringen. Die kurze Deckung gegen Michelle Wunschik nach vierzig Minuten überraschte zwar, brachte aber nun mehr Platz am Kreis für die Gastgeberinnen. Und diesen nutzten sie weidlich. Waren Stefanie Schoeneberg und Sandra Kußmaul schon in der Defensive ein eingespieltes Duo, setzten sie ihrer Spielleistung im Angriff noch die Krone auf.

Beim 24:17 zehn Minuten vor dem Ende durch Nadine Schäberle war die Entscheidung praktisch gefallen. Die Gäste probierten zwar noch einiges, gegriffen hat letztlich keine der Maßnahmen. Das 29:22 am Ende war dann auch Balsam auf die Seele der Trainerin. „Wir mussten nicht wirklich, wo wir stehen“, so Melanie Schittenhelm. Überbewerten wollte sie den Erfolg allerdings auch nicht. Wie wertvoll der Doppelpunktgewinn wirklich war, dürfte sich schon in der kommenden Woche herausstellen, wenn die Kuties bei der TG Nürtingen II antreten.

SG H2Ku: Göhlich, Harm, Azemi; Schoeneberg (9/ davon 5 Siebenmeter), Schäberle (2), Kappus (1), Maile, Meyer (1), Kußmaul (5), Schmidt (3), Mannherz, Brand (4), Wunschik (4), Holweger,

„Sind froh, dass es endlich los geht“

Kuties starten am Sonntag mit einem Heimspiel in die neue Oberligasaison / Wiedersehen mit einem alten Bekannten.

Für die Frauen der SG H2Ku Herrenberg geht es am Sonntag ab 16:15 Uhr zum ersten Mal seit dem freiwilligen Abschied aus der 2.Bundesliga vor knapp vier Monaten wieder um Ligapunkte. Durch den Verzicht auch für die 3. Liga steigt das Auftaktspiel der Saison nun in der Baden-Württemberg Oberliga. Als Gegner erwarten die Kuties in der Markweghalle die HSG Fridingen/Mühlheim.

 Ein richtiger Neustart ist das Spiel am Sonntag eigentlich nicht. Von der ehemaligen Zweitligamannschaft hat nur Stefanie Schoeneberg den Weg in die Oberliga angetreten, die anderen Spielerinnen haben sich in alle Winde zerstreut. Und so wird das Gros der letztjährigen Zweitvertretung wie schon im Vorjahr jetzt eben weiter in der vierthöchsten Spielklasse antreten.

Mit Torhüterin Sophia Holzner, Theresa Gramer oder auch dem jungen Nachwuchstalent Sina Venth haben wichtige Spielerinnen den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet. Qualität ist in der Mannschaft aber natürlich trotzdem vorhanden. Der Rückraum um Laureen Kappus, Marie Thiwissen, Sofia Brand und Michelle Wunschik genügt ebenso höheren Ansprüchen wie die Außen Britta Meyer und Saskia Schmidt. Am Kreis dürften sich derweil Sandra Kußmaul und eben Stefanie Schoeneberg sehr gut ergänzen. Ein interessanter Dreikampf schließlich wird zwischen den Pfosten mit Alina Azemi, Isabel Göhlich und Alexandra Harm erwartet. Die in dieser Saison als Spielmacherin neben Kappus angedachte Nadine Schäberle und Selina Nüssle stehen zusätzlich bereit. Letztere erlitt allerdings in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss und wurde in dieser Woche operiert.

Michelle Wunschiks Tore sind auch in dieser Saison gefragt / Foto: P. Gebhardt

Insgesamt ist der Kader also quantitativ nicht optimal besetzt. Viel wird deshalb davon abhängen, ob die Kuties ohne weitere größere Verletzungen durch die Saison kommen. Für Melanie Schittenhelm steht indes fest: „Mit einem vollen Kader können wir an guten Tagen jeden Gegner schlagen“. Die Trainerin der Kuties kennt aber noch aus der Vorsaison das andere Extrem, als gegen vermeintlich schwächere Gegner unnötig Punkte verschenkt wurden. Das von Melanie Schittenhelm nach außen kommunizierte Ziel Klassenerhalt ist deshalb auch durchaus nachvollziehbar – zudem der Modus der kommenden Saison nicht allzu viel Spielraum nach oben lässt. Nur die ersten drei Teams einer Staffel schaffen es in die Aufstiegsrunde, die anderen vier spielen um den Klassenerhalt.

Mit der HSG Fridingen/Mühlheim treffen die H2Ku-Frauen auf einen Gegner, der schon in der Vorsaison seine Aufwartung in der Markweghalle machte. Im Februar gewannen die Gäste dabei mit 34:29. Da sich der Kader nur wenig verändert hat, kann man erneut von einer schweren Aufgabe ausgehen. Eine entscheidende Veränderung gab es aber dennoch. Seit dieser Spielzeit lenkt mit Klaus Hüppchen ein alter Bekannter die Geschicke an der oberen Donau. Hüppchen war in der Vorsaison noch Co-Trainer der Herrenberger Bundesligafrauen. Sein erstes Spiel ging in der Vorwoche zwar mit 24:27 gegen den Drittligaabsteiger HSG Leinfelden-Echterdingen verloren, entscheidende Rückschlüsse wollte Melanie Schittenhelm daraus aber nicht ziehen. „Es war ein typisches Auftaktspiel, in dem nicht immer alles klappt“, so die Trainerin der Kuties.

Viel entscheidender wird für Schittenhelm sein, wie sich ihre eigene Mannschaft nach der langen Vorbereitung präsentiert. „Insgesamt bin ich zufrieden. Natürlich gibt es noch einige Baustellen“. Aber sie betont auch: „Wir sind alle froh, dass es endlich losgeht“. Verzichten muss Melanie Schittenhelm am Sonntag allerdings neben der verletzten Selina Nüßle auch auf Marie Thiwissen, die privat verhindert ist. Dafür werden Paulina Link, Emilie Maile und Leonie Holweger aus der zweiten Mannschaft den Kader verstärken.

Frauen der SG H2Ku Herrenberg belegen in Schmiden den dritten Rang

Die Vorgaben umgesetzt: H2Ku-Trainerin Melanie Schittenhelm ist zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Foto: Gebhardt

Die Vorgaben umgesetzt: H2Ku-Trainerin Melanie Schittenhelm ist zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Foto: Gebhardt

Zwei Siege in jeweils 25 Minuten, eine Niederlage und ein Erfolg im Siebenmeterwerfen war die Bilanz der Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg beim Vorbereitungsturnier in Schmiden. Das reichte zu Rang drei.

Mit Platz drei kehrten die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg vom Vorbereitungsturnier aus Schmiden zurück. Vorgabe von Trainerin Melanie Schittenhelm war, das Zusammenspiel zu verbessern und verletzungsfrei die Heimreise anzutreten. Beides gelang, und sie war auch von den Auftritten ihres Teams angetan.

„Die Entwicklung ist deutlich erkennbar“, lautete das positive Fazit. Gegen Oberliga-Kontrahent TSV Heiningen stand am Ende nach 25 Minuten ein 11:9-Sieg. „Das war souveräner, als es das Ergebnis aussagt“, freute sich Schittenhelm. Auch gegen die TG Nürtingen II, einen weiteren künftigen Klassenkameraden, gewannen die Kuties überzeugend mit 15:12.

Die einzige Niederlage gab es mit dem 11:14 im Halbfinale gegen Oberliga-Aufsteiger HC Schmiden/Oeffingen. „Wir haben Larissa Bürkle beim Gegner überhaupt nicht in den Griff bekommen“, resümierte Melanie Schittenhelm. Dank dreier gehaltener Strafwürfe von Isabell Göhlich und einer nervenstarken Sandra Kußmaul, die den entscheidenden Wurf verwandelte, wurde schließlich das Duell um Platz drei vom Siebenmeterpunkt aus gegen die Gastgeberinnen aus Schmiden gewonnen.

Handball-Vorbereitungsturnier: Frauen der SG H2Ku Herrenberg belegen in Schmiden den dritten Rang – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Für die SG H2Ku Herrenberg endet eine Ära

Lange Jahre war sie die sportliche Lebensversicherung der Kuties: Mit 227 Treffern ist Lea Neubrander die Torjägerkrone der zweiten Liga kaum zu nehmen. Foto: Eibner/Oliver Schmidt


Von Peter Gebhardt 26.05.2023

Neun Jahre haben die Handballfrauen der SG H2Ku Herrenberg in der zweiten Liga gespielt. Nach dem Heimspiel gegen Ketsch am Samstag (17 Uhr) ist jetzt Schluss. Dem vorzeitigen Rückzug aus finanziellen Gründen folgte nun der sportliche Abstieg. Ein Rückblick.

Wenn am Samstag um 17 Uhr das Zweitligaspiel der Frauen  zwischen der SG H2Ku Herrenberg und den Kurpfalzbären Ketsch angepfiffen wird, endet für die Gastgeberinnen eine Ära von neun Jahren in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands. Für Herrenbergs Trainer Hans Christensen ist das Ergebnis dieser Partie allerdings zweitrangig.

„Es war mental eine extrem schwierige Saison“. Hans Christensen macht vor der Partie keinen Hehl aus seiner Gefühlslage. „Auch wenn ich mich auf das Spiel freue, ist es jetzt auch gut, dass es vorbei ist“. Auch aufgrund der Umstände der nun abgelaufenen Saison plant der Coach erst einmal eine Pause für seine Seele – und um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können.

Bereits im Januar hatte der Verein verkündet, für sein höchstes Frauenteam keine Lizenz mehr für die zweite Liga zu beantragen: „Die finanzielle Lage hat sich zwar im vergangenen Jahr gebessert, die gestiegenen Kosten rund um den Spielbetrieb lassen für ein zukunftsorientiertes Handeln aber keine andere Entscheidung zu“, hieß es da in einer Pressemitteilung. 

Vor der finalen Partie gegen Ketsch sind die Kuties mit lediglich sechs Saisonsiegen und drei Unentschieden Vorletzter der Tabelle in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen – und sind damit auch sportlich abgestiegen. In der kommenden Runde soll nun der Neuaufbau mit dem Oberliga-Team erfolgen.

Sportlich geht es um nichts mehr

Und was können die Zuschauer am Samstag für ein Spiel erwarten, in dem es auch für die Gäste aus Ketsch um nichts mehr geht? „Wir werden sicher mit einem Plan ins Spiel gehen. Allerdings weiß ich nicht, wie lange die Mädels das umsetzen können. Wichtig ist, dass sich niemand mehr verletzt“, so Hans Christensen. Nur zu gut weiß er, dass die sportlich bedeutungslosen Spiele seit Ende Januar auch an seinen Spielerinnen nicht spurlos vorübergegangen sind.

Beim Blick nach vorn lohnt sich aber auch einmal der Blick zurück. Was war wichtig, was war interessant?

Der Aufstieg: Alles begann an 3. Mai 2014 am vorletzten Spieltag der 3. Liga mit einem Heimsieg gegen den HCD Gröbenzell. Nach dem 22:16 konnten die Kuties nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden.

Das Ende: Nach dem Spiel am Samstag gegen die Kurpfalzbären wird die Mannschaft komplett auseinanderfallen. Lediglich Kreisläuferin Stephanie Schoeneberg geht den Weg weiter mit dem neuen Team – dann allerdings in der Oberliga Baden-Württemberg.

Fast 1. Bundesliga: Stell Dir vor, Du spielst erfolgreich Handball und keiner darf es sehen. In der Saison 2021/2021 spielte die SG H2Ku bis fünf Spieltage vor Schluss um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mit. Live sehen konnte das aber durch die Corona-Pandemie kaum jemand. Allerdings ging nach der Bekanntgabe des Verzichts der Verantwortlichen auf den Lizenzantrag für die 1. Liga sportlich ohnehin nicht mehr viel. Ein Vorbote auf kommende Ereignisse?

An der Spitze: Ein einziges Mal in den bisher 250 absolvierten Spielen der 2. Liga standen die Kuties an der Tabellenspitze. Das war am 18. Oktober 2020 nach dem Heimsieg gegen die SG 09 Kirchhof. Eine Woche später war die Tabellenführung nach der Niederlage in Zwickau allerdings schon wieder futsch.

Klassenerhalt am grünen Tisch: Sportlich waren die H2Ku-Frauen nach der Saison 2016/2017 eigentlich abgestiegen. Da der HC Leipzig aber keine Lizenz für die folgende Saison in der 1. Bundesliga erhielt, konnten die Kuties weiterhin in der 2. Liga spielen.

Aufstieg trotz Abstieg: In alle Richtungen verschlägt es die anderen Spielerinnen mit Ausnahme von Stephanie Schoeneberg. Den sportlich größten Sprung macht dabei die ohnehin sprunggewaltige Ronja Böhler. Die Linksaußen schließt sich dem Erstligaaufsteiger HSV Solingen-Gräfrath an. Den gleichen Weg nach oben könnte auch noch Lea Neubrander gehen. Die Torjägerin unterschrieb für die kommende Saison bei Frisch Auf Göppingen, das über den Umweg Relegation ebenfalls die Bundesliga anstrebt.

Die Krone: Apropos Torjägerin. Gewonnen hat Lea Neubrander wahrscheinlich schon vor dem Anpfiff. Mit 227 Treffern ist die jahrelange sportliche Lebensversicherung der Herrenbergerinnen die Torjägerkrone der 2. Bundesliga kaum noch zu nehmen. Die Zweitplatzierte Madita Jeß (TSV Nord Harrislee) hat vor dem letzten Spieltag 18 Tore Rückstand auf Neubrander. 

Kleiner Dauerbrenner: In den neun Jahren 2. Bundesliga konnten sich die Frauen der SG H2Ku immerhin auf den 29. Platz der ewigen Zweitligatabelle hocharbeiten. Das 251. Spiel in der Historie wird dann auf unbestimmte Zeit das letzte gewesen sein.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-fuer-die-sg-h2ku-herrenberg-endet-eine-aera.407bd400-7b97-4a0c-ad8d-0844639e879a.html

Ein Vorsprung reicht der SG H2Ku Herrenberg nicht zum Sieg

Für Tanja Padutsch und die SG H2Ku Herrenberg war im Spiel beim Tabellenletzten auch ein Sieg drin. Foto: Eibner//Silas Schülle.

von Peter Gebhardt 21.05.2023

Die SG H2Ku Herrenberg verpasst in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen beim 29:29 gegen den Letzten von der SG Schozach-Bottwartal den möglichen Sieg. Immerhin bleibt der Gegner durch das Unentschieden Tabellenschlusslicht und kann die Rote Laterne nicht an die Kuties weitergeben.

Im letzten Auswärtsspiel der Saison haben die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg zumindest die Niederlagenserie aus den letzten fünf Partien stoppen können. Nach langer Führung mussten sich die Kuties allerdings bei der SG Schozach-Bottwartal am Schluss mit einem 29:29 zufriedengeben.

„Ganz klar, wir müssen das Unentschieden sogar noch als Punktgewinn verbuchen.“ Bei Trainer Hans Christensens Worten war nach Spielende deutlich die Enttäuschung herauszuhören, dass es für seine Mannschaft überhaupt des Strafwurfs durch Stephanie Schoeneberg in der letzten Sekunde bedurfte, um wenigstens mit einem Remis aus der Halle zu gehen.

Der Tabellenletzte, der wie auch die SG H2Ku bereits als Absteiger feststeht, versuchte mit einer offensiven Deckung gegen Lea Neubrander, den Gästen die Torgefährlichkeit zu nehmen. Bei der Goalgetterin gelang dies zwar, allerdings wurden die Räume, die sich dadurch ergaben, geschickt von ihren Teamkolleginnen genutzt. Herrenberg führte so zur Pause mit 18:16.

Der zweite Durchgang brachte erst einmal eine gute Nachricht für Lea Neubrander. Zwar wurde die Torschützenbeste der 2. Liga weiterhin früh attackiert, durch den Wegfall der kurzen Deckung durfte sie aber wieder aktiv am Spiel teilnehmen. Und es hätte sogar noch besser kommen können: Nach dem 22:19 durch Tanja Padutsch hatten die SG-Frauen gleich dreimal die Möglichkeit, schon früh in der zweiten Hälfte auf vier Tore davonzuziehen, genauso wie einmal beim Stand von 27:24 aus ihrer Sicht. Allerdings brachten sie mit dem Auslassen der Chancen SchoBott vollends zurück ins Spiel.

Und so musste Coach Hans Christensen an alter Wirkungsstätte mitansehen, wie das Schlusslicht seine finale Gelegenheit beim Schopfe packte und plötzlich 90 Sekunden vor dem Ende mit 29:28 in Führung ging. Doch die letzten zwei der insgesamt 19 Paraden der überragenden Gästetorfrau Marie Weiss innerhalb ganz kurzer Zeit brachten die Herrenbergerinnen noch einmal in Ballbesitz. Den von Lea Neubrander herausgeholten Strafwurf verwandelte schließlich Stephanie Schoeneberg zum leistungsgerechten Remis. 

SG H2Ku Herrenberg: Weiss, Waldenmaier; Schoeneberg (3/davon 3 Siebenmeter), Bühler (3), Graebling, Bessert (2), Slawitsch (1), Neubrander (6/2), Beddies (3), Padutsch (5), Luber (1), Kreibich (2), Kussmaul (3), Venth.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-ein-vorsprung-reicht-der-sg-h2ku-herrenberg-nicht-zum-sieg.1440d5a0-aea8-44a5-abd5-618d51c80336.html

SG H2Ku Herrenberg hat zum letzten Auswärtsspiel eine kurze Anreise

Gegen seinen Ex-Klub: Für H2Ku-Trainer Hans Christensen ist die Partie bei der SG SchoBott eine Reise in die Vergangenheit. Foto: Eibner/Oliver Schmidt

von Peter Gebhardt 19.05.2023

Ein letztes Ziel bleibt den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg in den finalen beiden Partien der Saison noch: Sie wollen nicht Letzter werden. Dafür sollten sie dringend gegen das aktuelle Schlusslicht SG Schozach-Bottwartal gewinnen.

Zum letzten Auswärtsspiel in der laufenden Saison der 2. Bundesliga brauchen die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg nicht weit zu reisen. Am Samstag um 20 Uhr trifft die Mannschaft von Trainer Hans Christensen auf dessen Ex-Verein, die SG Schozach-Bottwartal.

Dinge im Leben ändern sich manchmal sehr schnell – auch im Sport. Vor einem Jahr noch ritt Christensen auf einer Erfolgswelle mit SchoBott. Ungeschlagen schaffte er mit seinem damaligen Team den Aufstieg. Danach folgte der Wechsel ins Gäu, wo er nun mit nur sechs Siegen auf dem vorletzten Rang verharrt. Zumindest diese Platzierung soll gehalten werden. „Dieses letzte Ziel ist ganz klar formuliert worden“, stellt der Coach klar. Als Letzter will man trotz des ohnehin vor Monaten verkündeten Lizenzverzichts dann doch nicht absteigen.

Die Lage ist relativ klar. Mit einem Sieg beim punktgleichen Schlusslicht könnten sich die Kuties in der Beilsteiner Langhanshalle diesen Minimalwunsch fast sicher erfüllen. Bei einer Niederlage würden sie vor der finalen Partie der Saison die Rote Laterne erben. Es dürfte alles auf die Tagesform und die mentale Verfassung hinauslaufen. Da haben die Gastgeberinnen einen Vorteil. Immerhin gewannen sie drei der letzten vier Heimspiele. Eine positive Statistik sucht man bei H2Ku dagegen vergeblich, zuletzt setzte es fünf teils deftige Niederlagen.

Nachwuchstalent Sina Venth ist wieder dabei

Hans Christensen kann auf den fast kompletten Kader zurückgreifen. Definitiv fehlen wird lediglich Lea Griesser. Die Kreisläuferin darf durch ihr Zweitspielrecht mit der SG BBM Bietigheim im Rahmen des Spiels gegen Buxtehude die Meisterschale mit in Empfang nehmen. Dafür wird Sandra Kußmaul aus der Oberligamannschaft nachrücken. Erneut ist zudem Nachwuchstalent Sina Venth dabei.

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg hat zum letzten Auswärtsspiel eine kurze Anreise – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg kann beim 21:31 nur eine Halbzeit lang mithalten

Auswärts nur 21 Tore erzielt: Lea Griesser steuerte drei dieser H2Ku-Treffer bei. Foto: Eibner/Oliver Schmidt.

von Peter Gebhardt 15.05.2023

Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg dürften froh sein, wenn diese Saison vorbei ist. Auch bei der TG Nürtingen gab es am Ende nichts zu holen. Das 21:31 war deutlich und verdient.

Für die TG Nürtingen war es fast ein Abstiegsendspiel, während es für die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg um nichts mehr ging. Mit dieser Ausgangslage gingen die Gastgeberinnen im Punktspiel der 2. Bundesliga zu Werke. Die Auswärtsmannschaft hingegen konnte nur knapp eine Halbzeit lang mithalten, hätte aber trotz der deutlichen 21:31-Niederlage mehr erreichen können.

Die Vorgabe von Hans Christensen war klar: „Wir wollen uns mehr wehren als zuletzt“, forderte der Gästetrainer. Hundertprozentig klappte das nicht. Dabei gehörten die ersten zehn Minuten durchaus seinem Team, das mit der 6:5-Führung ein erstes Achtungszeichen setzte. Allerdings währte diese Freude nur kurz, denn kurz darauf hatten die Hausherrinnen nach Toren in Folge die Verhältnisse beim 9:6 gerade gerückt. Eine ehemalige H2Ku-Spielerin drückte dem Spiel ihren Stempel auf: Kerstin Foth war kaum zu stoppen und erzielte insgesamt 13 Treffer.

Für Christensen wäre dies kein Problem gewesen, wenn seine Mannschaft die anderen Spielerinnen im Griff gehabt hätte. Bis zum 13:12 sah es noch ganz danach aus, als ob dies auch gelingen würde. „Die Gunst der Stunde haben wir danach leider nicht nutzen können.“ Was der Coach damit meinte, waren die folgenden Minuten bis zur Pause. Anstelle des möglichen Ausgleichs luden die Kuties ihren Gegner mit eigenen Fehlern dazu ein, auf 18:13 davonzuziehen.

Nach dem Seitenwechsel kann sich H2Ku nicht mehr aufrappeln

Letztlich war es genau diese Phase, die das Spiel vorentschied. Denn nach dem Seitenwechsel konnte sich H2Ku nicht mehr entscheidend aufrappeln. Langsam aber stetig wuchs der Nürtinger Vorsprung an, wobei das Problem für Herrenberg weniger in der Abwehr lag. Hans Christensen brachte es auf den Punkt: „Wir haben vorne mit zu wenig Zug zum Tor und zu mutlos agiert“. Die Folge war ein 24:16. Und auch wenn sich Kerstin Foth nun einer kurzen Deckung durch SG-Torjägerin Lea Neubrander erwehren musste, konnte dies nichts mehr an der Überlegenheit ändern. Das 31:21 zum Abpfiff war auch in dieser Höhe verdient.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Weiss; Schoeneberg (2/davon 2 Siebenmeter), Bühler (1), Graebling (1), Neubrander (9/2), Beddies, Padutsch, Luber (4), Kreibich (1), Griesser (3), Venth.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-sg-h2ku-herrenberg-kann-beim-2131-nur-eine-halbzeit-lang-mithalten.d139087d-d7c6-4f41-9ff2-ecf5d483ec52.html