Kuties geben zu Hause den ersten Punkt ab

Die SG H2Ku Herrenberg kommt in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen gegen Bremen nicht über ein Unentschieden hinaus.

22. Februar, Kreiszeitung Böblinger Bote

von Vanessa Frey

HERRENBERG. Zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit mussten die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg einen Punktverlust in der heimischen Markweghalle hinnehmen. Gegen Werder Bremen war das Team von Trainer Mike Leibssle am Samstagabend mit dem 26:26-Remis sogar noch gut bedient.“Bis zur 48. Minute war es ein gefühlter Punktverlust für uns, betrachtet man die Schlussphase, war es tatsächlich ein Punktgewinn“, resümierte der Kuties-Coach, „es wäre sicherlich vermeidbar gewesen, aber es war auch klar, dass wir daheim nicht komplett mit einer weißen Weste durch die Runde kommen.“ An ihrer Platzierung im Unterhaus hat sich durch das Unentschieden nichts geändert, die SG steht mit 26:6 unkten weiterhin auf einem soliden dritten Platz. 

Zu Beginn der Partie lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Bis zur 11. Minute gaben die Kuties durch einen Treffer von Anika Bissel zum 5:4 zunächst den Ton an. Im Anschluss ließen die Hausherrinnen vor allem in der eigenen Abwehr abreißen und sahen sich nach einem 4:0-Lauf von Werder plötzlich mit 5:9 im Hintertreffen. „Nachdem wir ordentlich begonnen hatten, haben wir in der Defensive überhaupt keinen Zugriff mehr bekommen“, hadert Mike Leibssle. Vor allem die beiden Werderanerinnen Naomi Conze und Nina Engel bekamen die Kuties überhaupt nicht mehr in den Griff. Bremens Nachwuchssportlerin des Jahres 2019 Naomi Conze erzielte alle ihrer insgesamt sieben Treffer in Hälfte eins. Nach dem 12:7 für die Gäste (23. Min.) reagierte Mike Leibssle auf die mit einer offensiveren Abwehrvariante und beorderte die flinke Marie-Christin Beddies auf die Spitze. „Ich wollte damit das Timing von Werder stören und ihre mannschaftstaktische Ausrichtung unterbrechen“, erklärt der Coach. Diese Umstellung und ein Wechsel im Tor der Kuties zu Dora Elbert brachte in Folge defensiv wieder Stabilität ins Spiel der SG. Bis zum Halbzeitpfiff konnten die Herrenbergerinnen durch drei Treffer von Lea Neubrander in Folge auf 13:14 verkürzen. 

Nach dem Wiederanpfiff hielt Mike Leibssle weiterhin an seiner offensiven 5:1-Abwehrformation fest. „Vor allem Marie-Christin hat das vorne gute gelöst“, lobt der Reutlinger, „bisher haben wir diese Variante kaum trainiert, deshalb können wir damit sehr zufrieden sein.“ Auch die Angriffsleistung der Kuties nahm in der zweiten Halbzeit zunehmend Fahrt auf. „Die Bremerinnen hatten dann ihrerseits kaum noch Lösungen gegen unsere Abwehr“, schildert Leibssle, „das hat uns natürlich Aufwind gegeben.“ Erneut zwei Treffer von Neubrander zur 19:15-Führung zwang Gäste-Trainer Robert Nijdam im Anschluss zu einer Auszeit. Die Kuties ließen sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen und schraubten den Spielstand bis zur 48. Minute auf 24:18 nach oben. 

Und plötzlich schien der Stecker im Angriffsspiel der Gäu-Sieben gezogen. „Dann nehmen wir uns ungenaue Würfe, produzieren technische Fehler und haben dann auch noch Pech mit drei Pfostentreffern“, ärgert sich Leibssle über die Schlussphase seiner Mannschaft. Sechs unbeantwortete Treffer durch Bremen egalisierten drei Minuten vor dem Ende dann zum 24:24. Nina Engel erzielte in der 58. Minute die erste Führung für Werder seit der ersten Halbzeit zum 25:24. Lea Neubrander beendete die zehnminütige SG-Torflaute dann mit ihrem 13. Treffer und glich den Spielstand erneut aus. 

Und die letzte Minute war nichts für schwache Nerven: Nach einem erneuten Führungstreffer von Bremen blieben die Kuties an Werder-Torhüterin Danique Trooster hängen, der SV konnte aber seinerseits einen Wurf zum endgültigen Sieg nicht unterbringen, sodass Aylin Bok über den Kreis den 26:26 Endstand markierte. „Ein absolutes Wechselbad der Gefühle“, so Leibssle, „in der letzten Minute muss Bremen das Spiel eigentlich gewinnen, deshalb sind wir umso glücklicher über diesen Punkt.“ Nächstes Wochenende müssen die Kuties auswärts beim fünften HSV Solingen-Gräfrath 76 ran. „Und die sind nach eigenen Leistungschwankungen vermutlich ebenso verunsichert wie wir nach dieser Partie.“ 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (1), Bissel (2), Blanke (2), Tuc, Bok (3), Bühler, Seeger, Foth (1), Neubrander (13/3), Hiller (1), Beddies (3). 

Ziel der Kuties ist der neunte Heimsieg

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg empfängt am Samstag um 20 Uhr Werder Bremen in der Markweghalle.

20. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg sind weiterhin das einzige Team der 2. Bundesliga, das zu Hause noch ohne Punktverlust ist. Damit diese Serie weiterhin Bestand hat, muss die Gäu-Sieben auch am Samstagabend gegen den SV Werder Bremen als Sieger von der Platte gehen (20 Uhr, Markweghalle). Die Gäste von der Weser stehen aktuell auf Rang neun, das Hinspiel im September vergangenen Jahres gewannen die Kuties knapp mit 32:29. „Die Mannschaft von damals ist mit der jetzigen jedoch absolut nicht mehr zu vergleichen, ich habe mich auf eine komplett andere vorbereitet“, zeigt sich Trainer Mike Leibssle nach einem ausführlichen Videostudium beeindruckt, „Werder ist absolut auf dem aufsteigenden Ast, ihre Tendenz geht steil nach oben, das sieht man auch an den letzten Ergebnissen.“ 

Die Werderanerinnen haben sich im Laufe der Hinrunde vom vorletzten Tabellenplatz wieder auf Rang neun vorgearbeitet. Zuletzt ließen sie mit einem 26:24-Heimsieg gegen den Vierten HSV Solingen-Gräfrath aufhorchen. „Sie haben auch gegen Leipzig oder Zwickau starke Leistungen gezeigt, gegen uns werde sie sicher auch hochmotiviert sein“, erwartet Leibssle, „ihre individuelle Weiterentwicklung ist sehr beeindruckend.“ Maßgeblich verantwortlich dafür sind in der Mannschaft von Gäste-Coach Robert Nijdam vor allen Dingen Naomi Conze, Nina Engel und Rabea Neßlage. „Diese drei sind absolute Dreh- und Angelpunkte im Spiel von Bremen“, so Leibssle weiter, „insgesamt bestechen sie mit starken Eins-gegen-Eins Aktionen und kommen über ein einwandfreies Tempo.“

 Deshalb gilt für die Kuties erneut die Maßgabe, in der eigenen Offensive die Fehler zu minimieren. „Gleichzeitig muss auch unser Rückzug stimmen“, fordert Leibssle, „aber zunächst dürfen wir keine unvorbereiteten Würfe nehmen.“ Nach zuletzt schwankenden Leistungen haben sich die Herrenbergerinnen beim 32:27-Auswärtserfolg beim TVB Wuppertal offensiv wieder stabilisiert. „Dennoch erwarte ich in Bezug auf die defensive Ausrichtung von Bremen nichts mehr“, muss Mike Leibssle schmunzelt, „Wuppertal hat letzte Woche eigenes eine offensive Abwehrformation gegen uns gestellt, in der Regel deckt Werder defensiv in einer 6:0-Formation, aber wer weiß.“ 

Seinerseits kann der Reutlinger erneut auf einen vollen und gesunden Kader bauen. Auch Youngster Maileen Seeger wird für die Rechtsaußenbahn wieder mit dabei sein. Die Kuties stehen aktuell punktgleich mit dem Zweiten Sachsen Zwickau auf Rang drei. „Auf den vierten Platz haben wir momentan sechs Punkte Vorsprung“, so Leibssle, „unser oberstes Ziel für Samstag ist dennoch erstmal unsere tadellose Heimsieg-Bilanz weiter auszubauen.“ Die Partie wird von der SG H2Ku standartmäßig im Livestream übertragen. Dieses Mal kommentieren erneut die beiden Ex-Kuties Rebecca Frey und Anja Beißert. Zu finden ist der Stream im Netz unter: frauen.sgh2ku.com/bundesliga-team/livestream/.

Alle Kuties tragen sich beim 32:27 in die Torschützenliste ein

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg feierte am Samstagabend dank einer starken Mannschaftsleistung einen Auswärtssieg beim TVB Wuppertal und bleibt oben dran.

15. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg konnten beim TV Beyeröhde Wuppertal einen souveränen Start-Ziel-Sieg einfahren. Gegen den Tabellenzwölften setzten sie sich mit 32:27 durch. Nach dem Geschmack von Trainer Mike Leibssle waren das zwar einen Tick zu viele Gegentore, dennoch war er vor allem mit der Offensivleistung seiner Mannschaft zufrieden. „Alle Spielerinnen haben sich in die Torschützenliste eingetragen“, freute er sich, „wir sind sehr glücklich über diese zwei Punkte.“ Mit dem insgesamt zwölften Sieg der Saison halten die Kuties weiterhin Gleichschritt mit der Spitzengruppe und stehen punktgleich mit dem Zweiten BSV Sachsen Zwickau auf Platz drei.

Vor leeren Rängen in Sporthalle Langerfeld-Buschenburg in Wuppertal starteten die Herrenbergerinnen zunächst optimal in die Partie und gingen nach neun Minuten erstmals durch einen Treffer von Rechtsaußen Saskia Hiller mit zwei Toren zum 4:2 in Führung. TVB-Coach Dominic Schlechterer hatte sich für die Kuties im Vorfeld taktisch etwas Neues ausgedacht und begegnete den Gästen unüblich für die Gastgeberinnen mit einer offensiv ausgerichteten Abwehrformation. „Das haben sie nach unseren holprigen Leistungen zuletzt gegen Rödertal und Freiburg extra einstudiert“, schildert Mike Leibssle, „sehr untypisch, aber eben eine taktische Maßnahme.“ Sein Team ließ sich davon allerdings nicht vom eigenen Matchplan abbringen. Über eine standfeste Defensive zogen die Kuties das Tempo an und schraubten den Spielstand nach fünfzehn Minuten auf 9:2 durch Annika Blanke nach oben. „Dieser Lauf in der Anfangsphase hat den Grundstein für den Sieg gelegt“, weiß Mike Leibssle. Die Hausherrinnen hatten vor allen Dingen im Angriff mit einigen Problemen zu kämpfen, kamen im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit dennoch besser ins Spiel. „Beim TVB waren zudem zwei wichtige Spielerinnen verletzungsbedingt nicht dabei, das hat sich durchaus bemerkbar gemacht“, so Leibssle. Beim Stand von 16:12 aus Sicht der Gäste ging es anschließend in die Halbzeit. 

Nach Wiederanpfiff hielt die SG H2Ku die selbsternannten Handballgirls aus dem Bergischen Land zunächst bei diesem Vier-Tore-Abstand. Ein Doppelschlag von Saskia Hiller, die an diesem Abend mit insgesamt sechs Treffern die beste Torschützin ihres Teams war, und eine Parade von Torhüterin Laura Waldenmaier sorgten in der 40. Minute für eine 22:16-Führung. Im weiteren Verlauf schlich sich dann auch bei den Kuties der Schlendrian an, was eine Vielzahl an technischen Fehlern zur Folge hatte. „Dadurch haben wir Wuppertal nochmals etwas rankommen lassen“, ärgert sich Mike Leibssle über diese Phase, „das hätte nicht mehr sein müssen.“ Youngster Maileen Seeger brachte mit ihrem ersten Bundesligatreffer drei Minuten vor Schluss dann die Vorentscheidung zum 30:26 für die SG. Der letzte Treffer der Partie zum 27:32-Endtstand durch Leonie Schmitz war aus Sicht der Gastgeberinnen nur noch Ergebniskosmetik. „Ich wollte von meinen Spielerinnen eine deutliche Steigerung zu den gezeigten Leistungen zuletzt sehen“, schildert Mike Leibssle nach dem Schlusspfiff, „das habe ich über weite Strecken wahrgenommen, darauf können wir in den nächsten Wochen aufbauen.“ Das Programm der Gäu-Sieben bleibt weiterhin knackig, bis Ostern sind Kerstin Foth und Co jede Woche gefordert. Am kommenden Wochenende steht das nächste Heimspiel gegen den SV Werder Bremen an. Die Kuties sind weiterhin das einzige Team der gesamten Liga, das zu Hause noch ungeschlagen ist. „Diese Serie wollen wir auch gegen Werder ausbauen“, blickt Leibssle voraus. Anpfiff ist am Samstagabend um 20.00 Uhr in der Herrenberger Markweghalle. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (3), Bissel (1), Blanke (5/2), Tuc (2), Bok (2), Bühler (1), Seeger (1), Foth (4), Neubrander (4), Hiller (6), Beddies (3). 

Kuties spielen in Wuppertal

2. Handball-Bundesliga Frauen: Nach zuletzt holprigen Leistungen wollen die Kuties am Samstag in Wuppertal eine ganze Schippe drauflegen.

13. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

Herrenberg. Nach zwei Spielen gegen die Kellerkinder der Liga hat es die SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend mit einem weiteren Team aus der Abstiegszone zu tun. Um 18.45 Uhr sind sie dann zu Gast beim Tabellenzwölften in Wuppertal (Sporthalle Buschenburg). Nach zuletzt holprigen Leistungen gegen Rödertal und Freiburg, möchte der Kuties-Coach Mike Leibssle eine deutliche Steigerung sehen. „Meine Spielerinnen müssen ihr volles Leistungsvermögen abrufen“, fordert Mike Leibssle vor der Fahrt ins Bergische Land, „uns erwartet eine schwere Partie, wir dürfen den TVB nicht unterschätzen.“ 

Zwar sind die Kuties als Dritter von der Papierform her betrachtet der Favorit, aber dennoch vor den Stärken der Wuppertalerinnen gewarnt. „Der TVB verfügt über eine kampfstarke Mannschaft und kommt über eine schnelle zweite Welle effektiv zum Torerfolg“, weiß Leibssle. Heißt für das Gäu-Team: Fehler minimieren und nach Ballverlusten zurück wie die Feuerwehr. Vor allem die hohe Fehlerquote im Angriff war zuletzt ein großes Problem im Spiel der Herrenbergerinnen. „Deshalb verlange ich von den Mädels, dass wir unser Konzept konsequent aufziehen und auch unsererseits Tempo machen“, so Mike Leibssle, „wir müssen den Kampf, den uns der TVB Wuppertal definitiv bieten wird, annehmen.“ Der Coach erwartet eine agile 6:0-Abwehr gegen seine Mannschaft, deshalb gilt es kluge Entscheidungen zu treffen und jede Gelegenheit zum erfolgreichen Wurfversuch zu nutzen. 

Das Hinspiel im vergangenen September gewann die Kuties deutlich mit 24:18. Seitdem hängen die selbsternannten Handballgirls aus Wuppertal in den unteren Gefilden der Liga fest und stehen derzeit mit 8:20 Punkten sogar auf einem Abstiegsplatz. Dennoch haben die Verantwortlichen bereits Anfang des Jahres die Weichen für die kommende Spielzeit gestellt und die Verträge mit dem kompletten vierköpfigen Trainer-Team verlängert. Mit Romana Ruthenbeck hat der TV aus dem Stadtteil von Wuppertal zudem die zweitbeste Torschützin der 2. Liga in ihren Reihen, im Schnitt erzielt die Rückraumspielerin 8,1 Tor pro Partie. „Insgesamt verfügt Wuppertal über eine extrem wuselige Truppe, die durch Eins-gegen-Eins Aktionen für sehr viel Unruhe in der Abwehr sorgt“, ergab für Leibssle eine ausführliche Videoanalyse. Der Reutlinger kann in Nordrhein-Westfahlen auf den gleichen Kader, wie letzte Woche gegen Freiburg bauen. Die Partie wird erneut online unter www.sportdeutschland.tv übertagen. 

 

Kuties haben den längeren Atem beim 28:26

Enge Kiste für die SG H2Ku Herrenberg gegen den Vorletzten HSG Freiburg

Artikel vom 07. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Hartes Stück Arbeit: Das 28:26 der SG H2Ku Herrenberg in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen gegen Abstiegskandidat Freiburg hing phasenweise am seidenen Faden. „Ich bin in erster Linie glücklich über die zwei Punkte“, freute sich Trainer Mike Leibssle, blieb seine Mannschaft doch weiterhin ungeschlagen in eigener Halle. Um aber auch kritisch anzumerken: „Das war wieder keine souveräne Leistung gegen eine Mannschaft von weit unten.“

Wie es ist, auf einen Gegner zu treffen, der als Vorletzter mit dem Rücken zur Wand steht und fast nichts mehr zu verlieren hat, dennoch aber hochmotiviert zu Werke geht, bekamen die Kuties von der ersten Minute an zu spüren. Vor allem die extrem offensive Abwehr der HSG Freiburg, die phasenweise den kompletten SG-Rückraum an die kurze Leine zu legen versuchte, bereitete den Gastgeberinnen mit zunehmender Dauer immer mehr Probleme.

Dabei sorgten Kerstin Foth und Saskia Hiller für die schnelle 2:0-Führung, erneut Hiller baute den Vorsprung beim 7:4 erstmals auf drei Tore aus. „Mit der Anfangsphase konnte ich noch zufrieden sein“, so Leibssle, „danach schlich sich immer mehr der Schlendrian ein.“ Spätestens nach dem 11:8 von Annika Blanke stockte das Angriffsspiel. Zu wenig Bewegung, zu statisch – so war den Freiburgerinnen nicht beizukommen, die beim 11:11 den Ausgleich schafften, weil sich die SG H2Ku einige unnötige Zeitstrafen leistete. „Auch unsere Wurfqualität war mangelhaft.“ Die Angreiferinnen der Gäste waren zwar nicht sonderlich großgewachsen, dafür wuselig und dadurch schwer in den Griff zu bekommen. Wobei sie auch ihren von Herrenberg großzügig gewährten Freiraum zu nutzen verstanden.

In den letzten zehn Minuten vor der Pause wurde die Partie immer zerfahrener. Aus dem 14:12 von Annika Bissel machte Freiburg ein 14:14. Marie-Christin Beddies traf zwar ins leere Tor, als die Gäste aus dem Breisgau auf eine zusätzliche Feldspielerin setzten, doch den nachfolgenden Tempogegenstoß und damit die Chance zum 16:14 setzten die Kuties wieder in den Sand.

Das rächte sich. Freiburg ließ sich nach dem Wechsel nicht abschütteln, glich jeweils postwendend aus und hatte nach zwei unnötigen Ballverlusten der SG beim 17:16 das Spiel gedreht. „Uns ist fünf Minuten lang kein gescheiter Angriff gelungen“, haderte der SG-Trainer. Für seine Mannschaft war dieser Rückstand der überfällige Weckruf, vor allem Laura Waldenmaier war mit starken Paraden ein wichtiger Rückhalt. Carolin Tuc egalisierte, Annika Bissel legte vor, ein Doppelpack von Saskia Hiller bedeutete das 20:17, und Lea Neubrander machte mit dem 21:17 den 5:0-Lauf perfekt. War das schon eine Vorentscheidung?

Die nächste Aufgabe bei Kellerkind Wuppertal wird auch unangenehm


Freiburg ließ nicht locker, wirkte auch über weite Strecken der zweiten Hälfte giftig, marschierte unermüdlich übers Parkett der Markweghalle, zeigte kämpferisch eine bemerkenswerte Leistung. Die SG H2Ku verteidigte zwar ihre Führung, konnte sich aber selbst nach dem 24:20 (48.) von Kerstin Foth nicht sicher sein. Ruck, zuck waren die Gäste nach zwei Tempogegenstößen und einem weiteren Treffer wieder dran – 24:23. Vor allem Kerstin Foth war es zu verdanken, dass die Gastgeberinnen nicht vom Kurs abkamen. Drei der nächsten vier Tore erzielte sie selbst, dazwischen nutzte Youngster Ronja Bühler eine Überzahlsituation mit einem Tor von außen – 28:24. Das war für Freiburg nicht mehr aufzuholen. Das kraftraubende Spiel der Gäste forderte Tribut, die Würfe wurden unplatzierter und die Anfeuerungsrufe von der Bank leiser. Die Kuties bewiesen den längeren Atem, verteidigten gut gegen sieben Feldspielerinnen, die beiden Gegentore zum 28:26-Endstand waren allenfalls Ergebniskosmetik aus Sicht der Gäste. „Ich wusste, dass Freiburg das nicht bis zum Schluss durchhalten konnte“, sah sich auch Mike Leibssle bestätigt.

Damit ist die SG H2Ku weiterhin Dritter, drei bleibt in Tuchfühlung zu den führenden Teams Füchse Berlin und Sachsen Zwickau. Nächster Gegner am Samstag: TV Beyeröhde-Wuppertal. Wieder ein Kellerkind, wieder eine unangenehme Aufgabe.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Blanke (4), Foth (7), Neubrander (4), Hiller (4), Bissel (4), Bok (1), Beddies (1), Schoeneberg (1), Tuc (1), Bühler (1).

DIE MARKWEGHALLE WIRD FÜR DIE KUTIES ZUM FERNSEH-STUDIO

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die Live-Übertragungen der SG H2Ku Herrenberg erreichen inzwischen fast dreimal mehr Zuschauer als im normalen Spielbetrieb vor Corona. Spitzenwert waren 1450 Klicks beim Württemberg-Derby gegen Nürtingen. Möglich gemacht haben das alles IT-Architekt Martin Kemm und sein Sohn.

06. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey 

Wenn am Sonntag um 16.30 Uhr das Spiel der Herrenberger Zweitliga-Mannschaft in der Markweghalle angepfiffen wird, ist es auch für zahlreiche Zuschauer wieder Zeit vor dem Laptop oder Smart-TV auf Play zu drücken. Denn dann startet das „Studio Markweg“ mit der Übertragung der Partie über sportdeutschland.tv. Die SG H2Ku, sowie die gesamte Liga, agiert nach der „Corona-Verordnung Sport“ mit einer Sondergenehmigung und darf den Spielbetrieb ohne Zuschauerbeteiligung durchführen. Die Verantwortlichen des Gäu-Clubs wollen die Fans trotzdem teilhaben lassen und bieten seitdem eine Live-Übertragung für Fans und Handball-Interessierte an. „Es ist wirklich auch ein großes Privileg für die Kuties, dass sie in diesen Zeiten ihren Sport fast ganz normal ausüben dürfen“, sagt Katja Rhotert, Geschäftsführerin der SG H2Ku Herrenberg Handball GmbH. 

Durch einen Zufall kam Rhotert im Oktober mit Martin Kemm darüber ins Gespräch, die Spiele der SG digital an die Fans zu bringen, bisher fehlte den Verantwortlichen die Ausrüstung und das technische Fachwissen. Der berufliche IT-Architekt ist selbst leidenschaftlicher Handballer, sein Sohn Jason spielt in der D-Jugend der SGH2Ku. „Unsere gesamte Familie brennt für den Sport, deshalb habe ich mich bereiterklärt, mich der Technik anzunehmen“, erklärt Martin Kemm, der gemeinsam mit seinem Sohn den Aufbau sowie den laufenden Betrieb des Streams verantwortet. „Während der Übertragung bedient Jason den Zählerstand, die Spielzeit und die Szeneneinstellungen“, schildert der 43-jährige, „wir versuchen die technischen Gegebenheiten stetig zu verbessern, sind zum Beispiel dabei, die bisher privat gestellte Hardware durch vereinseigene, zukunftsfähige Hardware zu ersetzten.“ Bereits zwei Stunden vor der jeweiligen Partie sind die beiden und ein zusätzlicher Kameramann in der Halle, um den Aufbau und einen Technik-Test durchzuführen, zehn Minuten vor Anpfiff beginnt dann mit der Live-Schalte die heiße Phase. 

„Inzwischen sind die Aufgaben eingespielt, und die Handvoll ehrenamtliche Helfer freuen sich jedes Mal darauf, in die Halle gehen zu dürfen“, ist Katja Rhotert zufrieden, „wir haben durchschnittlich 1.150 Klicks pro Spiel, wobei das Spiel gegen Nürtingen am 21.11.20 mit 1.450 Klicks der bisherige Spitzenreiter war.“ Im Vergleich: unter normalen Bedingungen wären zirka 500 Zuschauer in der Markweghalle vor Ort, unter Hygieneauflagen nur knapp 180. Über eine „digitale Eintrittskarte“ per Überweisung oder PayPal können Zuschauer zudem der SG H2Ku eine freiwillige finanzielle Unterstützung entgegenbringen. „Ein wichtiger Baustein für uns“, erklärt Rhotert, „auf der Ligatagung im Mai letzten Jahres wurde von den Zweitligisten geäußert, dass wir maximal zwei Spiele ohne Zuschauer durchhalten können – inzwischen gehen wir davon aus, dass wir die komplette Saison ohne Eintrittsgelder und Bewirtungsumsatze spielen werden.“

Auch die Einbindung des Publikums während der Kommentierung über moderne Medien wurde in den letzten Wochen zunehmend wichtiger. Beim letzten Heimspiel gegen den HC Leipzig vor zwei Wochen beispielsweise waren mit Anja Beißert und Rebecca Frey zwei ehemalige Spielerinnen am Mikro, die interaktiv Grüße an Fans aus ganz Deutschland rausschickten. „Es hat uns beide sehr gefreut, dass die Beteiligung und das Feedback so positiv war“, freut sich die ehemalige Rechtsaußen Anja Beißert. Intensiv hatten sich beide auf die Übertragung vorbereitet und gar bei Fußball-Bundesliga Spielen im TV nochmal genauer hingehört. „Auf welche Details oder Geschichten geht der Kommentator ein oder welche Fakten sind wichtig, als normaler Rezipient achtet man nicht so sehr auf solche Details“, erklärt Rebecca Frey, „als wir dann endlich live waren, haben wir uns in einem regelrechten Tunnel befunden und hatten durch die gute Vorbereitung genug Gesprächsstoff.“ 

Im obligatorischen Studio in der Mitte der Tribüne trudelten dann zahlreiche Meldungen per Mail oder Social Media ein. „Das möchten wir auch in Zukunft fortführen“, meint Katja Rhotert, „weitere Ideen können uns auch gerne jederzeit über live@sgh2ku.de geschickt werden.“ Ob dieses Modell auch im normalen Spielbetrieb oder bei Spielen der ersten Männermannschaft fortgesetzt wird? „Das können wir uns durchaus vorstellen“, so Rhotert, „zumal es auch unseren Partnern eine größere Werbeplattform bietet.“ Alle Voraussetzungen die Zuschauer aus dem „Studio Markweg“ auch weiterhin mit Handballsport aus dem Gäu zu unterhalten sind definitiv geschaffen. Am Sonntag werden erneut zwei Ex-Kuties am Mikrofon sitzen, dieses Mal kommentieren Lisa Gebhard und Sulamith Klein. 

Weitere Informationen gibt es unter: frauen.sgh2ku.com/bundesliga-team/livestream/

Kuties wollen positiv in die Rückrunde starten

2. Bundesliga-Frauen: SG H2Ku Herrenberg empfängt am Sonntagnachmittag die HSG Freiburg 

Herrenberg. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg wollen nach dem enttäuschenden 24:24-Remis beim Tabellenletzten in Rödertal zu Hause eine Trotzreaktion zeigen. Zum Rückrundenauftakt ist am Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr der Vorletzte, die HSG Freiburg zu Gast in der Markweghalle. „Erneut ein sehr gefährliches Spiel für uns“, ist sich Trainer Mike Leibssle sicher, „ich kann erneut nur vor der Individualität warnen, die HSG befindet sich in einer schwierigen Situation und ist dadurch für uns schwer ausrechenbar.“ 

06. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

Seit dem achten Spieltag stehen die Breisgauerinnen auf dem vorletzten Platz und damit auf einem Abstiegsrang. Letztes Wochenende gegen Solingen dann die Hiobsbotschaft: Top-Torjägerin Nadine Czok hat sich die Schulter ausgekugelt und fällt damit zirka ein halbes Jahr aus. „Für die HSG ist das natürlich ein herber Rückschlag“, weiß Mike Leibssle, „Czok ist mit 5,5 Toren pro Spiel mit Abstand ihre beste Werferin, durch ihren Ausfall sind sie für uns nicht mehr so klar zu durchschauen.“ Das Hinspiel im vergangenen September hatten die Kuties deutlich mit 30:21 gewonnen, überhaupt war das der bisher höchste Sieg der SG in der laufenden Saison. Jahrelang waren sich beide Mannschaften bereits in der 3. Liga begegnet, 2019 taten sich die Herrenbergerinnen beim knappen 20:17-Sieg gegen die Mannschaft von Trainer Ralf Wiggenhauser sehr schwer. „Wir hatten in der Vergangenheit schon Probleme gegen gegen die HSG“, so Leibssle, „dennoch haben wir diese Woche sehr fokussiert trainiert und wollen zu Hause unsere weiße Weste behalten.“ 

Die Gäu-Sieben ist aktuell die einzige Mannschaft, die in heimischer Halle noch ungeschlagen ist. Gerade nach dem liegengelassenen Punkt in Rödertal möchten Kerstin Foth und Co. wieder überzeugender auftreten. „Wir haben unsere Leistung reflektiert und aufgearbeitet“, beschreibt der Kuties-Coach die zurückliegende Trainingswoche, „meine Spielerinnen waren alle sehr fokussiert und haben in den Einheiten einen neuen Willen gezeigt.“ Nach der Hinrunde steht die SG H2Ku auf einem überragenden dritten Platz, mit einem Sieg bei den Rödertalbienen wäre gar die Zweitplatzierung drin gewesen. „Doch das hat uns vielleicht auch wieder etwas geerdet“, zieht Leibssle dennoch ein positives Resümee, „wir sind mit unserem Punktekonto sehr zufrieden, jedoch haben wir in den nächsten Monaten ein hartes Programm vor uns.“ Umso wichtiger wäre ein guter Auftakt in die Rückserie. Gegen die HSG Freiburg kann Mike Leibssle auf den gleichen Kader wie vergangenen Woche bauen, auch die junge Linkshänderin Maileen Seeger wird wieder mit dabei sein. Das Spiel wird erneut live aus der Markweghalle übertragen, dieses Mal mit den Ex-Kuties Lisa Gebhard und Sulamith Klein am Mikrofon. Zu finden ist der Stream unter: frauen.sgh2ku.com/bundesliga-team/livestream/

Kuties bringen nur einen Punkt mit – 24:24

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg verpasst den Sieg bei Schlusslicht Rödertal.

01. Februar 2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

von Vanessa Frey

HERRENBERG. Trainer Mike Leibssle von den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg hatte schon im Vorfeld vor der Partie beim HC Rödertal gewarnt. Und er sollte Recht behalten, denn seine Schützlinge taten sich am Samstagabend über weite Strecken des Spiels sehr schwer und kamen beim Tabellenletzten schlussendlich nicht über ein 24:24-Unentschieden hinaus. „Wir haben im Angriff schlichtweg einen rabenschwarzen Tag erwischt“, konstatierte der Kuties-Coach nach dem Remis in Sachsen, „das ist nicht unser Anspruch und das ist auch all meinen Spielerinnen bewusst.“ Nach dem Abschluss der Hinrunde stehen die Herrenbergerinnen somit punktgleich mit dem BSV Sachsen Zwickau auf Rang drei im deutschen Unterhaus. 

Der Start in der Sporthalle Großröhrsdorf lief für die Gäu-Sieben zunächst recht gut an. Die Kuties agierten solide in der eigenen Abwehr und Kreisläuferin Stefanie Schoeneberg erhöhte nach neun Minuten zur 6:3-Führung. Die selbsternannten Rödertalbienen ließen sich dadurch jedoch nicht beirren und egalisierten den Spielstand im Anschluss mit einem 3:0-Lauf zum 7:7 (15. Min.). „Nach dem guten Beginn haben wir in der Offensive angefangen mit uns zu hadern“, schildert Mike Leibssle den nachfolgenden Einbruch der Leistung seines Teams, „teilweise wollten wir es dann mit der Brechstange lösen, was nicht von Erfolg gekrönt war.“ Zahlreiche technische Fehler und verworfenen Torchancen sorgten dann dafür, dass die Kuties fortan einem Rückstand hinterherliefen. „Die Hauptfehlerquelle lag weiterhin im Angriff“, so Leibssle, „da hat uns über weite Phasen die Durchschlagskraft gefehlt.“ Beim Stand von 13:13 ging es anschließend in die Halbzeit. 

Nach dem Wiederanpfiff legte Rödertal weiterhin stets ein Tor vor und HC-Trainer Karsten Schneider agierte dabei oftmals mit einem zusätzlichen Feldspieler. „Das haben wir in der Abwehr dennoch gut gelöst“, ist Leibssle mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft weitestgehend zufrieden, „was die Angriffsleistung angeht, hatten wir im Kollektiv aber einen Puffer von rund 50 Prozent nach oben.“ In der 45. Minute lagen die Kuties dann erstmals mit rund vier Toren beim Stand von 20:16 für die Hausherrinnen in Rückstand. „Unsere Aktionen waren in dieser Phase teilweise viel zu ängstlich und ohne Druck in die Tiefe“, kritisiert Mike Leibssle, „das waren zu viele Eins gegen Eins Aktionen gegen die offensiv ausgerichtete 3:2:1-Abwehr der Rödertalbienen, die wir nicht gelöst bekommen haben.“ Laura Waldenmaier im Tor der Kuties half ihren Mitspielerinnen in der Schlussviertelstunde mit einigen Paraden dann den Zwischenstand zum 20:20 durch einen Treffer von Lea Neubrander auszugleichen (50. Min.). „Da haben wir uns super zurückgekämpft“, lobt Mike Leibssle. 

Die Endphase war folglich von der Nervosität beider Mannschaften geprägt. Annika Blanke brachte die Kuties zwei Minuten vor Schluss mit 24:23 in Führung, doch dem HC gelang postwendet der Ausgleich. Die beiden letzten Aktionen der Herrenbergerinnen im Spiel blieben dann symptomatisch in der Abwehr von Rödertal hängen, die mit dem 24:24-Remis den ersten Punktgewinn seit September feiern konnten. „Das ist erstmal kein Beinbruch“, reflektiert Mike Leibssle die Hinrunde seiner Mannschaft im Gesamten, „es wäre nur der größte Fehler aus einem Spiel wie diesem nichts zu lernen.“ Seine Kapitänin Kerstin Foth stimmt ihm dahingehend voll zu: „wir wollen nächste Woche gegen Freiburg zeigen, dass wir das besser machen können und wieder mit mehr Entschlossenheit auftreten.“ Denn am Sonntagnachmittag bekommen es die Kuties mit dem nächsten Kellerkind zu tun. Dann der Tabellenvorletzte, die HSG Freiburg um 16.30 Uhr zu Gast in der Markweghalle. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (2), Bissel (1), Blanke (7/5), Tuc, Bok (1), Bühler (1), Seeger, Foth (4), Neubrander (5), Hiller (3), Beddies. 

SG H2Ku darf Rödertal nicht auf die leichte Schulter nehmen

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die Kuties reisen zum Abschluss der Hinrunde zum Tabellenletzten.

Kreiszeitung Böblinger Bote, 30 Januar 2021

von Vanessa Frey

HERRENBERG. „Es ist für uns eines der gefährlichsten Spiele der nächsten Wochen“, warnt Trainer Mike Leibssle von den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg vor der Nachholpartie am Samstagabend beim aktuellen Schlusslicht HC Rödertal (18.30 Uhr, Sporthalle Großröhrsdorf) in Sachsen. Das Gäu-Team geht als aktueller Tabellendritter augenscheinlich als Favorit in die Partie, allerdings steht Rödertal bereits jetzt, zum Abschluss der Hinrunde, mit dem Rücken zur Wand. „Deshalb müssen wir unser komplettes Leistungsvermögen abrufen und voll da sein“, so der Kuties-Coach, „das Spiel wird alles andere als ein Selbstläufer.“

Wichtig wird es für die Mannschaft um Kapitänin Kerstin Foth zunächst sein, die lange Anfahrt in den Landkreis Bautzen schnell aus den Beinen zu bekommen. Bereits am frühen Samstagmorgen macht sich der SG-Tross mit dem Bus auf, die knapp 560 Kilometer hinter sich zu bringen. „Das müssen wir rasch verdauen und anschließend gut in die Partie starten“, so Mike Leibssle weiter, „ich erwarte von Beginn an ein kampfbetontes Spiel, diesen Kampf müssen wir annehmen.“ Die selbsternannten Rödertal stehen seit dem sechsten Spieltag der Runde auf dem letzten Platz, erst ein Sieg gegen Lintfort aus dem September steht bei der Mannschaft von Trainer Karsten Schneider auf der Habenseite. „Dennoch waren ihre Ergebnisse teilweise doch enger als es zunächst scheint“, ergab für Mike Leibssle sein ausführliches Videostudium, „sie agieren in einer hart geführten 6:0-Abwehreihe und besitzen eine hohe Antizipationsfähigkeit, was ihnen viele Ballgewinne ermöglicht.“ Ihre bislang beste Torschützin ist Linksaußen Rabea Pollakowski mit 6,5 Tore im Durschnitt pro Partie. 

„Der HC ist individuell stark besetzt, das spiegelt die Tabellensituation nicht wider“, so Leibssle weiter, „meine Spielerinnen müssen an die Leistung von letzter Woche definitiv anknüpfen.“ Zum Abschluss der Hinrunde haben die Kuties mit dem deutlichen 32:25-Sieg über den HC Leipzig ihren Heimnimbus bewahrt und bleiben als einziges Team der gesamten zweiten Liga zu Hause ungeschlagen. „Hätte mir das jemand vor der Saison gesagt, hätte ich das vermutlich sofort unterschrieben“ schmunzelt Leibssle über diesen Meilenstein in der Bundesliga-Historie der SG H2Ku und dem damit einhergehenden Platz drei , „rückblickend haben wir auch in einigen knappen Partien eine große Mentalität bewiesen, das zeichnet dieses Team aus.“  

Zudem hat Neuzugang Annika Blanke voll eingeschlagen und ist momentan die beste Torschützin der Kuties, ihre Qualitäten werden auch in Rödertal wieder von Nöten sein. Nicht mit sein wird dieses Mal Sandra Kussmaul, für sie rückt Linkshänderin Maileen Seeger in den Kader. Sie ist nach Ronja Bühler die zweite Spielerin aus der A-Jugend, die von Kerstin Foth trainiert wird und normalerweise in der Württembergliga aktiv ist. „Da im Handballverband-Württemberg aber der Spielbetrieb noch unterbrochen ist, kann sie uns unterstützen, worüber wir uns natürlich sehr freuen“, sagt Leibssle. Das Spiel der Kuties in Großröhrsdorf kann erneut im Livestream unter sportdeutschland.tv verfolgt werden. 

SG H2Ku bleibt in der Hinrunde zu Hause ungeschlagen

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg ist nach dem 32:25-Erfolg über den HC Leipzig weiterhin Dritter. Torhüterin Dora Elbert entpuppt sich mit fast 50 Prozent gehaltenen Bällen als der entscheidende Faktor.

25.01.2021, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

Es bleibt dabei: die Markweghalle ist für Gäste der SG H2Ku Herrenberg in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen weiterhin eine uneinnehmbare Festung. Auch gegen den Tabellenfünften HC Leipzig feierte die Mannschaft von Trainer Mike Leibssle einen deutlichen 32:25-Erfolg (18:14). Damit sind die Kuties zu Hause weiterhin ungeschlagen und festigen Rang drei in der Tabelle.

Der entscheidende Faktor im Spiel der Gäu-Sieben war dabei Torhüterin Dora Elbert, die den Gästen mit zahlreichen Paraden früh den Zahn zog und ihre Mannschaft auf die Siegerstraße führte. „Dora hatte insgesamt eine Quote von fast fünfzig Prozent an gehaltenen Bällen“, ist ihr Coach begeistert, „sie hat den Unterschied gemacht und war der Schüssel zum Sieg, das war mit Abstand beste Spiel, was ich je von ihr gesehen habe.“ 

In den Anfangsminuten machten sich die Herrenbergerinnen mit einer Reihe an unnötigen Ballverlusten zunächst selbst das Leben schwer. „Wir haben in den ersten zehn Minuten fünf technische Fehler gemacht“, kritisiert Mike Leibssle diesen Start, „ich hätte mir gewünscht, dass wir konzentrierter in die Partie finden.“ Doch wie den ganzen Abend über war Dora Elbert für ihre Mitspielerinnen zur Stelle und nahm den Leipzigerinnen zahlreiche freie Würfe ab. Kapitänin Kerstin Foth brachte ihre Mannschaft im Anschluss mit dem Treffer zum 7:6 nach in Führung (11. Min.). In Folge stabilisierten sich die Kuties auch zunehmend in der eigenen Offensive und fanden gute Lösungen gegen die agile Abwehr des HC. Lea Neubrander erhöhte in der 20. Minute erstmals auf drei Tore zur 13:10-Führung. Herrenberg schaffte es zudem durch ein überlegtes Angriffsspiel, den Gästen ihr schnelles Tempospiel fast komplett wegzunehmen. Dadurch kam der HC kaum noch zu einfachen Tormöglichkeiten und wenn, dann war Dora Elbert im Gehäuse der SG zu Stelle. Zur Halbzeit hatten die Kuties anschließend den Vorsprung auf 18:14 ausgebaut. 

Nach dem Wiederanpfiff schloss die Gäu-Sieben nahtlos an die starke Defensivleistung an und kam so selbst zu einigen einfachen Toren im schnellen Spiel nach vorne. „Wir hatten den letzten Monaten immer wieder Probleme gut aus der Kabine zu kommen, das habe ich dieses Mal gar nicht gespürt“, freut sich Coach Mike Leibssle. In der 45. Minute gingen die Kuties dann erstmals mit sieben Toren durch einen Treffer von Kreisläuferin Stefanie Schoeneberg mit 27:20 in Führung. Leipzigs Trainer Fabian Kunze versuchte mit einigen taktischen Umstellungen in der Abwehr die Herrenbergerinnen aus dem Konzept zu bringen, doch die SG H2Ku agierte weiter souverän. „Wir haben bis zu sechs verschiedene Abwehrformationen gesehen, uns dadurch aber nicht beirren lassen“, so Mike Leibssle, „dennoch hätte ich mir gewünscht, dass wir diese hohe Führung weiter ausbauen.“ 

Annika Blanke, gemeinsam mit Lea Neubrander die Torschützin an diesem Abend, brachte knapp zehn Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung zum 29:20 Zwischendtand. Der HC Leipzig hatte dem in der Schlussphase nichts mehr entgegenzusetzten und haderte weiter mit einer schlechten Wurfquote gegen Dora Elbert. „Vollkommen zurecht die Spielerin des Spiels“, lobt Mike Leibssle. Nach dem Schlusspfiff wurde der siebte Heimsieg der Saison nach dem 32:25-Endstand euphorisch von den Kuties gefeiert. Zum Abschluss der Hinrunde müssen sie nächste Woche beim Tabellenletzten in Rödertal ran. Keine leichte Aufgabe, denn der HC Rödertal steht bereits mit dem Rücken zur Wand. „Es wäre ein großer Fehler sie im Vorfeld zu unterschätzen“, warnt Mike Leibssle, „das wird kein Selbstläufer.“ 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (3), Blanke (7/1), Tuc (2), Bok (2), Bühler, Kussmaul (1), Foth (3/1), Wunschik, Neubrander (7), Hiller (4), Beddies (3).