Für die Kuties geht es bei Null los 

Torhüterin Marie Weiss will mit einer guten Leistung in Mainz zum Herrenberger Erfolg beitragen. Foto: Eibner/ Tobias Baur

Von Peter Gebhardt 25.11.2022

Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg streben am Samstag bei der SG Mainz-Bretzenheim den zweiten Saisonsieg an. Der ist auch nötig, wollen die Kuties den Anschluss an die Konkurrenz herstellen.

Mit einem Auswärtsspiel geht am Samstag ab 19:30 Uhr die Jagd auf die nächsten beiden Punkte in der 2. Bundesliga der Frauen für die SG H2Ku Herrenberg weiter. Den Optimismus haben sowohl Mannschaft als auch Trainer derweil noch lange nicht verloren.

„Die Stimmung ist in der Trainingswoche sehr gut gewesen“. Fast schon trotzig beschreibt Hans Christensen den mentalen Zustand seiner Mädels vor dem so wichtigen Spiel beim Aufsteiger in der Karnevalshochburg. Feiern wollen nach der Partie aber die Kuties. Diese sind sich im Vorfeld der Partie der Wichtigkeit natürlich bewusst. „Ich brauche gar keinen Druck von der Mannschaft nehmen. Die Spielerinnen wissen genau, wie die Lage aussieht“, so der Herrenberger Coach.

Die Kuties können einen großen Schritt machen

Beim Blick auf die Tabelle erkennt man schnell, dass mit einem doppelten Punktgewinn schon ein großer Schritt getan werden könnte. Der letzte Tabellenplatz, den H2Ku innehat, ist lediglich zwei Pünktchen von Rang zwölf entfernt. Ein Umstand, der durchaus motivierend wirkt.

Mit 6:10 Punkten hat sich die SG Mainz-Bretzenheim inzwischen gut in die neue Spielklasse eingelebt. Vor allem das 28:23 in der Vorwoche beim SV Werder Bremen überraschte schon etwas. „Mainz kommt extrem über das Kollektiv, spiel aggressiv und mit einem hohen Tempo“, zollt Hans Christensen dem Gegner Respekt. Persönlich konnte sich der Coach darüber schon in der Vorbereitung überzeugen, als sich beide Teams zum Testspiel gegenüberstanden. Diese Partie, die seinerzeit an Mainz ging, existiert in Christensens Gedächtnis allerdings schon lange nicht mehr. „Ich weiß nur noch, dass wir mit nur acht oder neun Spielerinnen angetreten sind.“

Nives Klobucar fällt aus

Etwas mehr werden es am Samstag schon sein, von einem vollen Kader sind die Frauen der SG H2Ku aber weit entfernt. Nach dem Ende der Europameisterschaft werden die Kooperationsspielerinnen von TuS Metzingen nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stehen. Rebecca Rott ist ohnehin noch mit einer starken Prellung verletzt. Schmerzen wird Trainer Christensen vor allem auch der Ausfall von Nives Klobucar. Die wurfstarke Linkshänderin wird in den kommenden Wochen mit einer Verletzung an der Patellasehne definitiv fehlen. „Das müssen wir so hinnehmen, zu ändern ist es ja sowieso nicht“, übt sich Hans Christensen in Pragmatismus. Auf Svenja Graebling kann der Herrenberger Trainer aber wieder zurückgreifen.

Weit wichtiger ist für Christensen aber ohnehin nicht die Aufstellung. „Wir müssen endlich einmal unsere Leistung zu einhundert Prozent über die vollen sechzig Minuten abrufen“, wünscht sich nicht nur der Trainer vor der Partie in Mainz.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-fuer-die-kuties-geht-es-bei-null-los.88002e8f-25da-4738-8746-c3f40a5d71ad.html

SG H2Ku Herrenberg tritt weiterhin nur auf der Stelle 

Zwölf der 29 SG-Treffer gingen auf das Konto von Lea Neubrander (am Ball): H2Ku ist im Rückraum zu sehr auf ihre Torgefahr angewiesen. Foto: Eibner/Tobias Baur

Von Peter Gebhardt 20.11.2022

Jetzt sind es schon acht Spiele ohne einen einzigen Punkt. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg unterlagen auch dem ESV Regensburg und stecken weiterhin tief in der Krise.

Erneut ist der Befreiungsschlag für die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg ausgeblieben. Gegen einen cleveren ESV Regensburg unterlag das Team von Trainer Hans Christensen in eigener Halle mit 29:32 (14:16). Dabei überzeugte die Mannschaft kämpferisch, doch spielerisch unterliefen den Kuties immer wieder leichte Fehler.

Die Kulisse stimmte mit fast 500 Zuschauern, darunter eine lautstarken Abordnung aus Bayern. Es war wenig verwunderlich, dass Gästecoach Scaba Szücs die Atmosphäre deutlich mehr genoss. Sein Gegenüber Hans Christensen musste dagegen nicht zum ersten Mal konstatieren, dass seine Mannschaft mehr an sich selbst verzweifelte als am Gegner.

Nach dem 3:3 ziehen die Gäste ihren ersten Trumpf

Die ersten Minuten nährten bei allen H2Ku-Beteiligten die Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis nach sieben Spielen ohne Zähler. Nach dem 3:3 durch Tanja Padutsch zogen aber die Gäste ihren ersten Trumpf. Immer wieder durch eine überragende Spielmacherin Amelie Bayerl inszeniert, wurde Rechtsaußen Nicole Schiegerl in eine gute Wurfposition gebracht und traf bis zur neunten Minute schon fünfmal – 8:5.

Das war keine Vorentscheidung, doch es zeigte schon früh die Probleme der Gastgeberinnen auf, die im Rückraum einmal mehr auf die Torgefahr von Lea Neubrander angewiesen waren. Nur eine wieselflinke Marie Beddies unterstützte die Torjägerin mit meist erfolgreichen Durchbrüchen. 

Beim 16:10 für Regensburg scheinen die Felle davonzuschwimmen

Unbeeindruckt zogen die „Bunkerladies“ aus Regensburg weiter davon. Nun wurde auch immer mehr der Rückraum der Gäste zur nächsten Trumpfkarte. Viel zu einfach kamen Marlen Kadenbach und Franziska Peter gegen eine defensive H2Ku-Abwehr zu Torerfolgen. Beim 16:10 sieben Minuten vor der Pause schienen die Felle bereits davongeschwommen zu sein.

Es folgte ein Schock für die Herrenbergerinnen. Rebecca Rott fiel so unglücklich auf die Hüfte, dass sie noch während der Partie zur Beobachtung ins Krankenhaus gefahren werden musste. H2Ku zeigte eine starke Reaktion. Nach dem Motto „Jetzt erst recht“ brachte die SG die Halle zum Kochen und sich selbst zurück ins Spiel. Das 14:16 beim Kabinengang ließ die Partie fast wieder von vorne beginnen.

Kuties können das Momentum nicht aus der Pause mitnehmen

Dieses Momentum mitzunehmen, war die klare Vorgabe. Doch Christensen musste mitansehen, wie die Chance zum 16:17 leichtfertig vergeben wurde, im Gegenzug zeigte der ESV mit einem trockenen Wurf zum 15:18, wie es besser gemacht wird. Das sollte sich bis Spielende kaum ändern. Zwar konnten die Kuties vereinzelt sehenswerte Nadelstiche setzen, doch die Gäste zogen auf 27:19 davon.

Dennoch war fünf Minuten vor Ultimo beim 26:29 noch einmal ein Funke Hoffnung da. Nach der dritten Zeitstrafe einer ansonsten starken Stefanie Schoeneberg und dem nächsten Gegentreffer war die Partie aber endgültig gelaufen.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Weiss; Schoeneberg (5/davon 2 Siebenmeter), Rott (1), Tröster (1), Bühler, Bessert, Slawitsch, Neubrander (12/3), Beddies (6), Padutsch (3), Luber (1), Kreibich, Griesser, Woth

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-sg-h2ku-herrenberg-tritt-weiterhin-nur-auf-der-stelle.691b5bd7-3fd1-49ac-9a57-3bd0c1aacf3e.html

Herrenbergs Glaube an die eigene Stärke lebt 

Anika Bissel kehrt mit Regensburg nun zu ihrem Ex-Club nach Herrenberg zurück. Foto: Eibner/Drofitsch

Von Peter Gebhardt 18.11.2022 

Die Frauen der SG H2Ku Herrenberg möchten gegen Regensburg in der zweiten Handball-Bundesliga den Heimvorteil zum Sieg nutzen. Dabei spielt ESV-Linksaußen Anika Bissel erstmals wieder in der Markweghalle.

Erneut stehen die Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg vor einem wichtigen Heimspiel. Die Zielvorgabe für den Samstag ist klar: Ab 20 Uhr soll in der Markweghalle gegen den ESV Regensburg der zweite Heimsieg her. Als Motivation soll ausgerechnet das verloren gegangene Pokalspiel gegen den gleichen Gegner vor einem Monat dienen.

Auf eine gute Kulisse hoffen die Kuties am Samstag als erste Voraussetzung für einen Erfolg in der eigenen Halle. Ein Rahmenprogramm, das vom Auftritt des Fanclubs „Bloskapell“, der schon in der Vorwoche für große Stimmung sorgte, angeführt wird, soll viele Zuschauer in die Markweghalle locken. „Wir freuen uns riesig über die Unterstützung, gewinnen müssen wir aber letztlich ganz alleine“, macht Hans Christensen deutlich. Der Herrenberger Coach macht auch keinen Hehl daraus, dass der Druck auf seine Mannschaft durch die letzten Niederlagen gewachsen ist. „Ein Erfolgserlebnis würde uns sehr guttun“, hofft Christensen, der noch immer von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt ist.

Intensives Videostudium

Die vorhandene Qualität einmal über die volle Spielzeit aufs Parkett zu bringen, dürfte auch für die Partie gegen Regensburg der Schlüssel zum möglichen Erfolg sein. Gegen die selbst ernannten „Bunkerladies“ spielten die H2Ku-Frauen bereits vor wenigen Wochen im DHB-Pokal. Zwar unterlagen die Kuties seinerzeit mit 21:25, bis zehn Minuten vor dem Ende führte die SG H2Ku aber. „Wir haben dieses Video in unsere Spielvorbereitung integriert“, verrät Hans Christensen. Ob er die Sequenzen der letzten zehn Minuten, in denen die Kuties das mögliche Weiterkommen verspielten, ebenso einbindet, ist derweil nicht bekannt.

Bekannt ist aber auf jeden Fall die Qualität der Regensburgerinnen, die in Marleen Kadenbach und Franziska Peter ihre herausragenden Torschützinnen besitzen. Mit Platz fünf in der Tabelle wird die Stärke des Gegners nochmals deutlich. Nicht gerade einfacher macht es die Aufgabe, wenn man auf die Auswärtsbilanz der „Bunkerladies“ schaut, denn sieben der zehn bisherigen Punkte wurden in der Fremde geholt. 

Rückkehr von Anika Bissel

Ein erstmaliges Wiedersehen in der Markweghalle wird es am Samstag mit Anika Bissel geben. Die Linksaußen war bis 2021 für zwei Jahre ein nicht unwesentlicher Teil der Herrenberger Erfolgsgeschichte, die in einem dritten Platz am Saisonende des gleichen Jahres mündete. Davon sind die Gastgeberinnen im Moment allerdings weit entfernt. Zumindest kann Trainer Hans Christensen erneut auf die Metzinger Kooperationsspielerinnen Sabrina Tröster, Rebecca Rott und Victoria Woth zurückgreifen. Das ist vor allem insofern wichtig, da mit Nives Klobucar und Svenja Graebling zwei wichtige Spielerinnen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen werden.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-herrenbergs-glaube-an-die-eigene-staerke-lebt.856cf904-6b54-42c1-93ab-7dcd72a082af.html

„Samstag legen wir noch eine Schippe drauf“


von Peter Gebhardt 16.11.2022

Nach dem Abschied vor zwölf Jahren gibt der Herrenberger Fanclub „Bloskapell“ ein Comeback für zwei Spiele

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. So sagt man zumindest. Auf den FC „Bloskapell“ traf genau das im Jahre 2010 nach dem Aufstieg der Handballer der damaligen SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen in die 2. Bundesliga zu. Schon damals hatte der Fanclub, der während der Partie die Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten unterstützte, längst Kultstatus erreicht. Nun haben die Musiker mit der Leidenschaft für den Handball  für zumindest zwei Spiele den Weg in die Markweghalle zurück gefunden. Schon beim ersten Auftritt am vergangenen Sonntag beim Spiel der Oberligamänner gegen die HSG Konstanz II zeigte der Fanclub, dass er ohne Anlaufschwierigkeiten die Halle voll im Griff hatte.

Nicht wenige sprachen nach dem Schlusspfiff der mit 38:27 Toren gewonnenen Partie von einem Handballfest. Neben dem Ergebnis war auch die Stimmung unter den fast 600 Zuschauern gemeint. Einen großen Anteil daran hatte auch der FC „Bloskapell“, der auch einige Besucher, die seit der Corona-Pandemie den Weg noch nicht wieder in die Halle fanden, zum Besuch des Spiels animierte. Viele Zuschauer fühlten sich dann auch sofort in die früheren Jahre des Herrenberger Handballs zurückversetzt. Über zwölf Jahre lang hatte der Fanclub die Markweghalle zum Kochen gebracht. Dabei fing alles mit einem einzigen Trompeter an. 1998 war es Peter Schwenk gewesen, der den Stein ins Rollen brachte. Der damalige SG-Funktionär, gleichzeitig Mitglied der Herrenberger Stadtkapelle, hatte einen Mitstreiter aus den eigenen Reihen motiviert, mit seinem Instrument für noch mehr Stimmung beim Handball zu sorgen. Gesagt, getan. Nach wenigen Spielen waren es dann meist über zehn Fans aus der Stadtkapelle, die schnell über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurden. Viele Vereine beneideten damals die Herrenberger für ihre Fankultur. Sogar der Bundesligist Frisch Auf Göppingen engagierte den FC „Bloskapell“ 2008 für ein Spiel in der Stuttgarter Porsche-Arena.

2010 war dann Schluss. Ein Großteil der inzwischen nachgerückten zweiten Generation hatte mit Ausbildung und Studium einfach keine Zeit mehr für den regelmäßigen Support in der Handballhalle. Inzwischen ist auch dieser Abschnitt längst beendet und die gestandenen Männer sind Ingenieure, Bäcker oder Sachbearbeiter geworden. Auch das Gründen eigener Familien und die zweite große Liebe, den VfB Stuttgart, ließen das Zeitfenster nicht gerade größer werden. Dass es nun doch noch einmal für ein Comeback reichte, hat auch etwas mit Corona und dem früheren Spieler und SG-Funktionär Jochen Klingovsky zu tun. Michael Däuble vom FC Bloskapell erinnert sich: „Jochen kam im Sommer 2020 auf mich zu und fragte, ob wir uns im Rahmen des Crowdfunding-Projekts der SG H2Ku vorstellen können, für je ein Spiel die Oberligamänner und die Bundesligafrauen zu unterstützen“. Und sie konnten. Nur wenige Minuten dauerte es, bis Däuble die Mitstreiter von damals überzeugen konnte. Die Wege waren dabei sehr kurz, engagieren sich doch alle bis heute noch in der Stadtkapelle Herrenberg. „Uns war neben dem Spaß vor allem wichtig, einen anderen Verein in einer schwierigen Situation zu helfen“, betont Michael Däuble.

Und Spaß hatte der FC „Bloskapell“ am letzten Sonntag sicht- und vor allem hörbar. „Ja, wir fanden den Abend echt toll“, bestätigt auch Däuble ohne Zögern. Am Samstag nun folgt zwei der Abmachung mit der SG H2Ku Herrenberg. Dann werden die Frauen aus der 2. Bundesliga in den Genuss der musikalischen Unterstützung kommen. Ein Selbstläufer wie beim klaren Heimsieg der Männer gegen Konstanz ist dabei im Heimspiel gegen den ESV Regensburg aber eher nicht zu erwarten. Die Kuties zieren mit nur zwei Pluspunkten aus sieben Partien das Tabellenende und brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Dabei will auch der Fanclub „Bloskapell“ helfen. „Wir werden am Samstag noch eine Schippe drauflegen“, verspricht Michael Däuble. Und: „Wir wollen helfen, dass die Kuties aus dem Keller kommen“. Sollte die Stimmung ähnlich und die Halle erneut so gut gefüllt sein wie zuletzt, könnte dies sogar klappen.

Bliebe zum Schluss noch die Frage, ob die zwei Spiele wirklich auch gleichzeitig das Ende des Comebacks bedeuten. „Das haben wir noch nicht endgültig besprochen“, grinst Fanclub-Sprecher Däuble. „Ich persönlich könnte mir vorstellen, vielleicht einmal im Jahr einen Bloskapell-Tag zu veranstalten“, fügt er vielversprechend an. Darüber würden sich wohl nicht nur die Besucher vom vergangenen Sonntag freuen.

Die Kuties sind jetzt Tabellenletzter 

Herrenbergs Trainer Hans Christensen bespricht sich mit seinen Spielerinnen – doch die große Wende im Spiel in Rödertal bleibt aus. Foto: Eibner//Heiko Nuehse

Von Peter Gebhardt 13.11.2022

Die SG H2Ku Herrenberg unterliegt in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen nach durchwachsener Leistung mit 33:38 in Rödertal. Der Negativlauf der Kuties, die wieder Letzter sind, geht damit weiter.

Das war die sechste Punktspielniederlage in Folge für die Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg. Durch das 33:38 (11:17) beim HC Rödertal wurden die Kuties wieder an das Tabellenende der 2. Bundesliga gespült.

Hans Christensen dürfte sich momentan wie im Film vorkommen, genauer gesagt im Klassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Immer wieder laufen die Spiele der Herrenbergerinnen nach dem gleichen Muster ab. Einer relativ guten Startphase folgen meist vorentscheidende Minuten, in denen die Mannschaft früh alle Chancen auf Punkte verspielt.

Auch diesmal wussten die Kuties in der Anfangsphase zu gefallen, ohne allerdings glänzen zu müssen. Lea Griesser traf vom Kreis zum 4:3 und nährte früh die Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis in Ostsachsen. Was jedoch danach folgte, reihte sich nahtlos in die Serie der letzten Spiele ein. Technische Fehler paarten sich mit Fehlwürfen. Die „Rödertalbienen“ nutzen diese Schwächephase eiskalt aus – und schraubten das Ergebnis innerhalb von knapp acht Minuten auf 9:4. Die Auszeit, kurz zuvor genommen von Trainer Hans Christensen, schien nur den HC Rödertal zu beflügeln. 

Von der Bank kommt wenig

Auch die Wechseloptionen, die dem Herrenberger Coach reichlich zur Verfügung standen und auch genutzt wurden, zündeten letztlich kaum. Und wie es meist in solchen Spielen ist, landeten dann auch noch alle Abpraller beim HC Rödertal. 

Nach zwanzig Minuten kamen die Kuties zumindest wieder besser ins Spiel. Auch Laura Waldenmaier zeigte im Tor eine starke Schlussphase im ersten Durchgang. Aber auch sie konnte das klare 17:11 zu Gunsten des HC Rödertal nicht verhindern.

Taktisch hatten sich die Gäste für den zweiten Durchgang noch einiges einfallen lassen, um den Spiel doch noch eine Wende zu geben. Doch schon die ersten Sequenzen ließen erahnen, dass es mehr als schwer werden würde, noch etwas Zählbares mit auf die Heimreise zu nehmen. Ein Konter, den der Gegner abfing, sowie zwei freie Bälle von Tanja Padutsch, die den Weg nicht ins Ziel fanden, ebneten den Gastgeberinnen beim 20:12 früh den Weg zur Entscheidung.

Kuties mit sieben Feldspielerinnen

Die 5:1- Abwehr der Kuties wurde dann zwanzig Minuten vor dem Ende von der Variante mit sieben Feldspielerinnen abgelöst. Da stand es jedoch bereits 24:16 und es ging fast nur noch um Schadensbegrenzung.

Dass diese gelang und die Kuties am Ende beim 38:33 sogar die zweite Hälfte gewannen, war ihrem Kampfgeist bis zum Ende zu verdanken. Von den Punkten war die Mannschaft von Hans Christensen aber trotzdem weit entfernt.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Weiss; Schöneberg (1), Tröster (3), Bühler (4), Bessert (3), Slawitsch, Neubrander (3), Beddies (2), Padutsch (2), Luber (3), Kreibich, Griesser (2), Klobucar (3), Rott, Woth.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die Kuties sind jetzt Tabellenletzter – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg sehnt sich nach dem Erfolgserlebnis

Extraschichten in der zweiten Mannschaft geschoben: Ronja Slawitsch (am Ball) möchte nach langer Verletzungspause den Anschluss schaffen. Foto: Eibner/Oliver Schmidt

von Peter Gebhardt 11.11.2022

Die Serie soll endlich reißen. Nach diesem Motto fahren die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Sonntag zum HC Rödertal. Gemeint ist der Negativlauf, den die Kuties derzeit erleben.

Nach der fünften Punktspielniederlage in Folge in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen will die SG H2Ku Herrenberg am Sonntag (16 Uhr) den Bock endlich umstoßen. Beim HC Rödertal stehen die Chancen dafür gar nicht einmal so schlecht. Doch es gibt ein großes Aber.

Dieses besteht darin, dass die Qualität im Kader der Kuties endlich einmal auf das Parkett gebracht werden muss. „Wenn wir es schaffen, unser Leistungsvermögen zu einhundert Prozent abzurufen, haben wir gegen jede Mannschaft eine Chance.“ An dieser selbstbewussten Aussage von Trainer Hans Christensen ist etwas dran. Das bewies das Auftaktmatch der Saison gegen den TuS Lintfort mit dem bisherigen einzigen Sieg.

Im letzten Heimspiel gegen den TSV Harrislee wurde allerdings erneut deutlich, dass zwischen dem, was die Mannschaft leisten könnte, und der Realität teils große Diskrepanzen liegen. Vor allem durch taktische Fehler wurde ein möglicher Punkt verspielt.

Wie sieht nun eine Trainingswoche im Vorfeld einer so wichtigen Partie aus? Christensen erweist sich hier eher als der Praxismensch: „Spielen, spielen, spielen“, möchte der Coach mit Automatismen Sicherheit ins Spiel seiner Mädels bekommen. Diese soll sich im Wettkampf in Tore und Siege ummünzen. Denn eines ist Christensen klar: „Selbstvertrauen gibt es nur über Erfolgserlebnisse.“

Die volle Breite des Feldes nutzen

Dass dies in der Sporthalle Großröhrsdorf alles andere als einfach wird, ist allen Beteiligten ebenso klar. Einige Schwerpunkte hat Hans Christensen im Vorfeld für einen möglichen Erfolg gesetzt. „Wir müssen die 5:1-Abwehr von Rödertal in Bewegung bringen und die volle Breite des Felds nutzen. In der Defensive gilt es, konsequent gegen die Rückraumwerferinnen und die Achse des Rückraums mit dem Kreis zu agieren.“

Auf der Auswechselbank könnte es erfreulich eng werden

Durch die EM und die damit verbundene Spielpause in der 1. Bundesliga kann die SG H2Ku auch wieder auf die Metzinger Kooperationsspielerinnen Victoria Woth, Rebecca Rott und Sabrina Tröster zurückgreifen. Im vergangenen Heimspiel haben diese trotz Niederlage Impulse gesetzt. Auf diese hofft Hans Christensen auch bei Ronja Slawitsch. Die Rückraumspielerin hatte, um Spielpraxis nach ihrer langen Verletzung zu sammeln, in der Vorwoche im Oberligateam gespielt. „Auch das zeigt den Charakter einer Spielerin, die unbedingt den Anschluss schaffen will.“ Auf der Auswechselbank der Kuties könnte es demnach erfreulich eng werden.

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg sehnt sich nach dem Erfolgserlebnis – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Der Befreiungschlag für die Kuties bleibt aus

Lea Grießer erzielt für Herrenberg drei Tore – an der Niederlage der Kuties ändert dies aber nichts. Foto: Eibner/Nicolas Woern

Von Peter Gebhardt 06.11.2022

Die Handball-Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg haben mit 28:35 (14:18) gegen den TSV Nord Harrislee verloren. Damit stecken die Kuties weiter im Tabellenkeller fest.

Es hätte sich alles zum Guten wenden sollen. Doch daraus wurde nichts. Die Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg verpassten mit einem 28:35 (14:18) in eigener Halle gegen den TSV Nord Harrislee den Sprung aus dem Tabellenkeller und warten weiter auf den zweiten Saisonsieg.

Zerknirscht und auch etwas ratlos zeigte sich Hans Christensen nach dem Spielende über den Auftritt seiner Mannschaft. „Alles, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten, war bereits nach wenigen Minuten Makulatur“. Der dänische Trainer in Diensten von H2Ku meinte damit vor allem das Defensivverhalten seiner Spielerinnen. „Klare Absprachen wurden nicht umgesetzt. Dadurch hatten wir trotz der defensiven Grundausrichtung immer wieder große Lücken in der Abwehr“.

Kuties mit Problemen in der Abwehr

Dabei hatte das Unheil für die Kuties zwei Namen – Jane und Johanna Andresen. Hatten sich die Gästetore in den ersten Minuten noch unter mehreren Spielerinnen aufgeteilt, gab es für die beiden Rückraumspielerinnen nach zehn Minuten im wahrsten Sinne des Wortes kein Halten mehr. Insgesamt 23 Treffer konnten beide am Ende für sich verbuchen – zu viel für eine SG, die für ihre eigenen Treffer stets eine Menge investieren musste. Und dabei fehlte bei den „Nordfrauen“ sogar noch deren Goalgetterin Madita Jeß.

Die Vorzeichen standen für die Kuties auch aus einem anderen Grund nicht schlecht. Mit Rebecca Rott, Sabrina Tröster und Victoria Woth standen erstmals die drei Kooperationsspielerinnen des TuS Metzingen zur Verfügung. Besonders Rebecca Rott hinterließ mit ihren sieben Treffern bei sieben Versuchen einen starken Eindruck. Aber auch ihre Tore konnten nicht verhindern, dass die SG H2Ku nach nicht einmal einer Viertelstunde mit 3:9 im Hintertreffen lag. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Gastgeberinnen die Partie ausgeglichen gestalten. „Mit dem 14:18 konnten wir zur Pause gut leben“, sah Hans Christensen noch alle Chancen für die zweite Halbzeit.

Herrenberg arbeitet sich ran

Die zweite Spielhälfte sollte dann in kleinen Schritten zum Erfolg führen. Alle zehn Minuten zwei Tore aufholen – so lautete zumindest die Vorgabe bei der Kabinenansprache. Wie schwer dies werden würde, zeigten indes die ersten zwei Fehlversuche nach dem Seitenwechsel. Mehr noch, beim 16:21 deutete nichts auf eine Wende hin. Doch innerhalb von neunzig Sekunden holten die Kuties zum Dreifachschlag aus. Mit dem 19:21 waren sie plötzlich wieder im Geschäft. Das war auch nochmals beim 20:22 und 22:24 der Fall.

Doch jedes Mal wurde die Möglichkeit zum Anschlusstreffer verpasst. Als Spielverderberin zeigten sich erneut Jane und Johanna Andresen, die mit ihren zwei Treffern auf 26:22 erhöhten. Zwar blieben die Hausherrinnen bis sieben Minuten vor dem Abpfiff beim 27:30 in Schlagdistanz, die Abwehrlücken ließen aber keine Wende im Spiel mehr zu. Mit dem erhöhten, aber nicht belohnten Risiko in den letzten Minuten konnte Nord Harrislee am Ende sogar noch auf 35:28 stellen.

Am Sonntag reisen die Kuties zum HC Rödertal und haben beim Mittelfeldteam erneut die Chance, sich vom Tabellenende zu entfernen.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Göhlich; Rott (7/davon 2 Siebenmeter), Schoeneberg (1/1), Tröster (1), Bühler (3), Graebling, Bessert, Neubrander (8), Beddies (3), Padutsch, Luber (2), Kreibich, Grießer (3), Klobucar, Woth.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Der Befreiungschlag für die Kuties bleibt aus – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Kuties brauchen ein Erfolgserlebnis 

Lea Neubrander ist die erfolgreichste Werferin der zweiten Handball-Bundesliga – und muss bei der SG H2Ku viel Verantwortung tragen. Foto: Eibner /Eibner-Pressefoto / Hansepixx

Von Peter Gebhardt 04.11.2022 

Im Heimspiel gegen den TSV Nord Harrislee geht es für die Handball-Frauen der SG H2Ku Herrenberg in der zweiten Liga um viel. Denn im Fall einer Niederlage ist Abstiegskampf angesagt.

Die Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg stehen am Samstag um 18 Uhr in der heimischen Markweghalle vor einem richtungsweisenden Spiel. Gegen den TSV Nord Harrislee sollte unbedingt ein Heimerfolg her, um in der Tabelle nicht schon früh den Anschluss ans Mittelfeld zu verlieren.

Es ist für die Kuties ein absolut ungewohntes Bild. Weit nach unten muss man in der Tabelle blicken, um die SG zu entdecken – genauer gesagt, ganz nach unten. Für die in den letzten Jahren erfolgsverwöhnten Damen von H2Ku reicht es momentan nur für den letzten Tabellenplatz. Nach dem Willen von Trainer und Mannschaft soll dieses Bild aber bereits am Samstag nach dem Spiel gegen den TSV Nord Harrislee Makulatur sein. Denn der andere Teil der Wahrheit ist, dass nach fünf Spieltagen und 2:8 Punkten noch alles möglich ist in einer Saison mit dreißig Spielen.

Vier Niederlagen und das Aus im Pokal

Nach den vier aufeinanderfolgenden Niederlagen in der Liga, gepaart mit dem Pokal-Aus in Regensburg wartet auf die Mannschaft von Trainer Hans Christensen eine Heimaufgabe, in der es wohl nicht nur um die zwei zu vergebenden Pluspunkte geht. Vielmehr steht die Herrenberger Mannschaft vor der kniffligen Situation, das in den vergangenen Wochen verloren gegangene Selbstvertrauen mit einem Erfolgserlebnis wieder aufzutanken.

Der Gegner aus dem hohen Norden dürfte da natürlich als Spielverderber auftreten wollen. Mit 6:4 Punkten legte die Mannschaft von Trainer Malte Bohrnsen bisher einen überzeugenden Start hin. Besonders der letzte Auftritt mit einem 26:24 gegen die Füchse Berlin ließ ligaweit aufhorchen. Aber auch die klaren Siege gegen Ketsch (24:15) und gegen die TG Nürtingen (32:21) lassen die Qualität der Gäste erkennen. Vor allem der Rückraum um Johanna Andresen und Madita Karlotta Jeß gilt als Erfolgsgarant für Punkte. Mehr noch, mit dem Aufeinander treffen beider Mannschaften am Samstag kommt es auch zum Duell um den Spitzenplatz der Torjägerinnen. Hier führt momentan die Herrenbergerin Lea Neubrander das Ranking in der 2. Bundesliga vor Madita Jeß knapp an. 

Neubrander hat viel Verantwortung

Ein Fakt, der für das Spiel aber kaum von Bedeutung sein dürfte. Eher das Gegenteil dürfte für Hans Christensen der Fall sein. Denn gleichzeitig mit der Spitzenplatzierung von Neubrander geht einher, dass die Schlüsselspielerin der Kuties eigentlich zu viel Verantwortung tragen muss. Der Wunsch des Trainers ist ein ausgeglichenes Team mit Torgefahr aus jeder Position. Genau hier liegt aber das eigentliche Problem, das dem Team momentan zu schaffen macht. Die Qualität ist vorhanden, sie muss aber auch auf die Platte gebracht werden. Dazu ist aber dringend ein Erfolgserlebnis vonnöten. Am Samstag gegen Nord Harrislee soll genau das her.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Kuties brauchen ein Erfolgserlebnis – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg verliert in Bremen 

An der Bremer Defensive die Zähne ausgebissen: In der Offensive haben Lea Neubrander (am Ball) zu viel liegengelassen. Foto: Eibner/ Hansepixx

Von Peter Gebhardt 23.10.2022

Da war deutlich mehr drin: Die SG H2Ku Herrenberg hat mit 20:26 beim SV Werder Bremen verloren. Vor allem in der Offensive haben die Kuties zu viel liegengelassen.

Die weite Reise hat sich nicht gelohnt: Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg haben in der 2.Bundesliga  mit 20:26 beim SV Werder Bremen verloren. Die Abwehrleistung war zwar sehr ordentlich, es lag jedoch an der schwachen Offensive, dass dieses Spiel verloren wurde.

Das Spiel selbst aus der Hand gegeben

Auch eine Stunde nach Abpfiff war Trainer Hans Christensen die Enttäuschung über die durchaus vermeidbare Niederlage deutlich anzumerken. „Wie schon letzte Woche in Regensburg haben wir einen Gegner ins Spiel zurückgebracht, den wir eigentlich im Griff hatten“, ärgerte er sich. Es war vor allem die Phase zwischen der 20. und 25. Minute, in der die Herrenbergerinnen das Spiel aus der Hand gegeben haben. 

Die Defensive steht auf beiden Seiten

Die Anfangsphase in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle ließ die daheimgebliebenen Fans der SG H2Ku noch auf den ersten Auswärtssieg der Saison hoffen. Zwei Tore von Lea Neubrander, dazu je einmal Nives Klobucar und Lea Griesser: Das 4:2 nach fünf Minuten war ganz nach dem Geschmack des Trainers. Es sah so aus, als würden die Kuties mal wieder in Bremen gewinnen, so wie es in den letzten Jahren immer war. Auch wenn die Gastgeberinnen wieder ausgleichen konnten, die Defensive der Gäste stand. Jedoch ebenso auf der Gegenseite. Die extrem zurückgezogene Abwehr der Werderanerinnen machte es den Kuties immer schwerer, Tore zu erzielen. 

Zehn Minuten kein eigenes Tor erzielt

Trotzdem hatten die Gäste zwölf Minuten vor der Halbzeit beim Stand von 8:5 alles im Griff. Mehr noch, es gab gleich zweimal die Möglichkeit, weiter zu erhöhen. Einer der Knackpunkte im Spiel. Was stattdessen folgte, waren fast zehn Minuten ohne eigenen Torerfolg mit einem 0:7- Lauf. Eingebettet darin war noch eine Zeitstrafe für Nives Klobucar nach einem Kopftreffer gegen Bremens Torhüterin Karen Tapkenhinrichs. Das Problem daran: Die eingewechselte Wioleta Pajak war im Gehäuse der Gastgeberinnen noch um einiges stärker als ihre Vorgängerin und vereitelte mehrere Würfe der Kuties.

Marie Weiss hält den Rückstand in Grenzen

So stand es plötzlich 12:8. Dass sich die Herrenbergerinnen die Chance auf Punkte weiterhin erhielten, hatten sie in erster Linie Marie Weiss im Tor zu verdanken, die nach ihrer Einwechslung zwei Minuten vor der Pause ihre ersten beiden Würfe hielt und somit das 10:12 zum Pausenpfiff festgehalten hatte. Es wäre sogar ein Gleichstand möglich gewesen. „Wir haben zwei Tempogegenstöße leichtfertig weggeworfen“, monierte Trainer Christensen.

Auch in Hälfte zwei bleiben zu viele Chancen ungenutzt

Das gleiche Spiel setzte sich auch nach der Pause fort. Als die Herrenbergerinnen den ersten Treffer durch Marie Beddies erzielten, waren bereits fünf Minuten gespielt und Bremen hatte auf 14:10 vorgelegt. Dieser Abstand sollte sich auch kaum mehr ändern. Dafür ließen die Kuties einfach zu viele Chancen liegen. Nach dem 22:19 per Strafwurf von Lea Neubrander stellte das Team das Torewerfen für acht Minuten komplett ein. Das war genug Zeit für Werder Bremen, um auf 26:19 davonzuziehen. Die Ergebniskosmetik zum 26:20 blieb dann erneut Lea Neubrander vorbehalten. „Wir sind eine junge Mannschaft und machen Fehler. Wir werden uns trotzdem immer weiter entwickeln“, sagte Hans Christensen zum Abschluss. Die nächste Gelegenheit dazu hat die Mannschaft in zwei Wochen in eigener Halle gegen Nord Harrislee.

SG H2Ku: Weiss, Waldenmaier; Schoeneberg, Bühler (1), Bessert, Slawitsch, Neubrander (5/davon 2 Siebenmeter), Beddies (3), Padutsch (5), Luber (1), Kreibich (2), Griesser (2), Klobucar (1).

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg verliert in Bremen – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Die Kuties wollen nicht im Trüben fischen 

Herrenbergs Lea Neubrander (in Rot) hat gute Erinnerungen an die Spiele bei Werder Bremen. Foto:Eibner/MAXR

von Peter Gebhardt 21.10.2022

Für die Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg stellen sich am Samstag die Weichen. Mit einem Erfolg an der Weser bei Werder Bremen wollen die Kuties den Sprung ins Mittelfeld schaffen.

Wenn am Samstag um 18.30 Uhr die Handball-Zweitligafrauen der SG H2Ku Herrenberg in der Klaus-Dieter-Fischer Halle auf den gastgebenden SV Werder Bremen treffen, kann man durchaus von einem richtungweisenden Spiel sprechen. Für beide Teams geht es um den Sprung ins Mittelfeld.

Die gängige Variante, Informationen über den kommenden Gegner einzuholen, läuft heute meist über den heimischen Computer. Über ein Videoportal kann der Trainer eigentlich fast alles über den kommenden Kontrahenten erfahren, zumindest aus sportlicher Sicht. Genauso dürfte es Hans Christensen auch im Fall Werder Bremen gemacht haben. 

Sportlicher Alltag mit den Bremerinnen

Allerdings gibt es bei den Werder-Damen einen kleinen, aber feinen Unterschied. Denn deren Spielweise müsste der Trainer der Kuties fast bis ins kleinste Detail kennen. Der Grund liegt im Spielplan der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) begründet. Denn fast in der gesamten Spielzeit spielt Werder Bremen gegen den kommenden Gegner der SG H2Ku Herrenberg eine Woche zuvor. Dadurch laufen Christensen praktisch jede Woche die Bremerinnen über die Füße. Somit sieht das Auftaktprogramm der Nordlichter auch ganz ähnlich dem der Kuties aus. Genauso verhält es sich kurioserweise mit dem Punktekonto. Beide Teams werden beim Anpfiff mit 2:6 Zählern an den Start gehen.

In Einem unterscheiden sie die Mannschaften aber doch noch: Während die Herrenbergerinnen gegen die drei Spitzenteams aus Berlin, Göppingen und Leipzig recht deutlich die Segel streichen mussten, war der SV Werder bei allen Partien gegen die gleichen Gegner trotz der Niederlagen fast auf Augenhöhe. Die Favoritenrolle ist mit diesen Vorzeichen also schon einmal aufseiten der Gastgeberinnen.

Pokalniederlage als Motivationshilfe

Das heißt natürlich nicht, dass die Kuties ihren Wochenendtrip in den Norden chancenlos antreten. Dass dabei ausgerechnet eine Niederlage als Aufbauprogramm dienen könnte, sieht auf den ersten Blick mehr als ungewöhnlich, ist aber dem Pokalspiel vor einer Woche in Regensburg begründet. An der Donau zeigten die SG-Frauen vor allem in der Defensive eine überzeugende Leistung. Das will man nun wiederholen. Dass dies auch einmal über sechzig Minuten passiert, ist dabei die Forderung des Trainers, der betont: „Langsam müssen wir auch wieder mal Punkte holen“. 

Bevor die Mannschaft den Zug Richtung Bremen besteigt, lohnt sich als Mutmacher aber vor allem ein Blick in die Statistik. Sieben Mal traten die Kuties bisher bei Werder Bremen an. Ein einziges Mal kehrten die Mädels dabei ohne die zwei Punkte zurück. Das war beim ersten Aufeinandertreffen im Januar 2016. Mit Lea Neubrander und Marie Beddies dürften allerdings nur noch zwei Spielerinnen vage Erinnerungen an diese Partie haben.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die Kuties wollen nicht im Trüben fischen – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)