33:31 für die Kuties nach einem packenden Duell

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg besiegt die TG Nürtingen 33:31 und verteidigt ihren zweiten Platz erfolgreich. 

von Vanessa Frey

Kreiszeitung Böblinger Bote, 22. November 2020

HERRENBERG. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg bleiben in der heimischen Markweghalle ungeschlagen. Der 33:31-Erfolg im schwäbischen Derby gegen die TG Nürtingen war der achte Sieg der Saison, damit hat sich die Mannschaft von Trainer Mike Leibssle zum Jahresabschluss Rang zwei gesichert. „Ein grandioses Gefühl mit solch einem Ergebnis in die EM-Pause zu gehen“, freut sich der Kuties-Coach nach dem packenden Aufeinandertreffen mit der Turngemeinschaft, „Nürtingen hat uns nochmals alles abverlangt, das war eines unserer konzentriertesten Spiele überhaupt.“ 

Die Kuties schafften es von Beginn an, trotz Geisterkulisse – Zuschauer blieben außen vor – die nötigen Emotionen in dieses Derby zu packen.  Diese waren vor allen Dingen in der Abwehr vonnöten, um die Kreise von Laetitia Quist und Katarina Pandza in den Reihen der Gäste einzuengen. Die beiden Top-Talente der TuS Metzingen, die per Doppelspielrecht für Nürtingen am Ball sind, schafften es immer wieder durch ihre individuelle Klasse die Abwehr der SG H2Ku auseinanderzuspielen. „Diese Qualität ist schon enorm“, zeigt sich Leibssle beeindruckt, „Katarina Pandza haben wir über die gesamte Distanz überhaupt nicht in den Griff bekommen.“ Insgesamt erzielte die österreichische Nationalspielerin 14 Tore. Die 18-jährige war es auch, die den Spielstand nach 15 Minuten auf drei Tore zum 8:5 für die Gäste erhöhte. 

Mike Leibssle versuchte mit einer Auszeit zu intervenieren und rief seinen Schützlingen den ursprünglichen Matchplan ins Gedächtnis. „Wir haben uns im Angriff vorgenommen viel in die Tiefe zu arbeiten und mit Durchbrüchen zum Erfolg zu kommen“, lässt der Coach durchblicken. Die Ansage schien zu fruchten. Angeführt von der starken Annika Blanke und einer unermüdlichen Carolin Tuc kamen die Kuties im weiteren Verlauf wieder heran und schafften mit dem Pausenpfiff den 15:15-Ausgleich durch Marie-Christine Beddies. 

Nach dem Wiederanpfiff entwickelte sich dann ein temporeicher Schlagabtausch. Eine doppelte Zeitstrafe gegen die TG Nürtingen spielten die Kuties zwar anschließend clever aus und erhöhten zunächst 21:18 durch Anika Bissel (38.). Doch wer, wenn nicht Katarina Pandza, brachte die Gäste an diesem Abend postwendet wieder auf Augenhöhe. „Dennoch leisteten sich die anderen Spielerinnen der TG eins ums andere Mal überhastete Fehlwürfe“, so Leibssle, „das haben wir in der entscheidenden Phase dann gut ausnutzen können.“  Die Abwehr im Zusammenspiel mit Laura Waldenmaier sicherte in den letzten fünf Minuten schlussendlich den Derbysieg. Die Kuties kassierte keinen Gegentreffer mehr und erzielten ihrerseits zwei Treffer durch Blanke und Beddies zum 33:31-Endstand. 

Gäste-Trainerin Ausra Fridrikas gratulierte nach der Partie zu einem verdienten Sieg der SG, lobte aber gleichzeitig ihre jungen Spielerinnen: „Auch wir haben auf einigen Positionen ein tolles Spiel gemacht.“ Mike Leibssle stimmte dem voll zu und ergänzt: „Die Zuschauer im Livestream haben auf jeden Fall ein kurzweiliges Spiel geboten bekommen.“ Seine Mannschaft hat nun eine Woche frei, ehe es anschließend in die Vorbereitung auf die restliche Hinrunde geht. Aufgrund der Europameisterschaft der Frauen im Dezember findet das nächste Spiel der Kuties erst am 09. Januar 2021 gegen Lintfort in der Markweghalle stattfinden. Bisher spielt die SG eine der besten Spielzeiten ihrer Geschichte: nur eine Niederlage, acht Siege und Platz zwei in der Liga. „Damit sind wir natürlich hochzufrieden“, grinst Leibssle und blickt gleichzeitig in die Zukunft, „2021 wollen wir weiter daran anknüpfen.“ 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert (Tor); Schoeneberg (3), Bissel (2), Blanke (11/5), Tuc (2), Bok, Kussmaul (1), Foth (6), Bühler (1), Neubrander (1), Hiller (1), Beddies (5). 

Derby der Kuties gegen TG Nürtingen vor diesmal ganz leeren Rängen

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg will mit einem positiven Erlebnis in die sechswöchige Spielpause gehen.

Von Vanessa Frey

Kreiszeitung Böblinger Bote, 21. November 2020

Es dürfen zwar keine Zuschauer dabei sein, dennoch freut sich Mike Leibssle auf das Derby in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen zwischen seiner SG H2Ku Herrenberg und der TG Nürtingen. „Dieses Spiel ist immer etwas Besonderes“, sagt der Kuties-Coach vor dem Spiel am Samstag (20 Uhr) in der Markweghalle.

Auch die Tabellenkonstellation verspricht im Vorfeld des 9. Spieltages einiges. Die SG H2Ku Herrenberg steht mit nur einer Niederlage und sieben Siegen in dieser Spielzeit weiterhin eindrucksvoll auf Rang zwei, drei Plätze dahinter rangieren die Gäste aus Nürtingen. „Die TG ist nicht mehr mit der Mannschaft zu vergleichen, die wir aus den letzten Jahren kennen“, erklärt Mike Leibssle, „wir erwarten einen engen Kampf bis zum Schluss.“ 

Mit sieben neuen Spielerinnen und einem Wechsel auf der Trainerbank hat die Turngemeinschaft im Sommer einen großen Umbruch vollzogen. „Sie haben sich verjüngt und sind durchweg qualitativ gut besetzt“, weiß Leibssle, „zudem haben sie ein komplett neues Spielkonzept, mit dem sie bisher sehr erfolgreich sind.“ Die Mannschaft von Neu-Trainerin Ausrele Fridrikas profitiert zudem von der Kooperation mit Bundesligisten TuS Metzingen. Mit Laeticia Quistund Katarina Pandza sind zwei Top-Talente der Tussies per Doppelspielrecht auch für die TG am Ball und erzielten bisher fast die Hälfte aller Treffer der Nürtingerinnen. Linkshänderin Quist steht aktuell mit 6,9 Toren pro Spiel und einen Treffer mehr im Durchschnitt einen Platz vor Kuties Lea Neubrander auf Rang fünf in der Torschützenliste. „Wir müssen in der Defensive gegen diese hohe individuelle Klasse dagegenhalten“, ist für Kuties-Coach Leibssle die Marschroute klar, „dennoch glaube ich auch, dass alles sehr von der jeweiligen Tagesform abhängig ist.“         

Seine Schützlinge hatten sich am vergangenen Wochenende noch gerade so mit einem knappen 26:25-Sieg in beim TSV Nord Harrislee aus der Affäre gezogen. „Dieses Spiel haben wir aufgearbeitet und abgehackt“, schildert der Reutlinger, der Sandra Kussmaul für das Derby mit in den Kader nimmt, „meine Spielerinnen sind alle fit und wollen diese Phase mit einem positiven Gefühl beenden.“ Nach dieser Partie geht es für die Frauen-Bundesliga planmäßig in eine Pause bis Januar. Grund ist die Europameisterschaft der Frauen die vom 03. bis 20. Dezember in Dänemark stattfindet. „Wir sind mit unserem bisherigen Saisonverlauf sicherlich hochzufrieden“, zieht Leibssle eine Zwischenbilanz, „ein Derbysieg wäre nun das i-Tüpfelchen.“ 

Das Spiel wird gleichzeitig das erste Spiel komplett ohne Zuschauer in der Markweghalle sein. Beim letzten Derbysieg gegen den VfL Waiblingen waren noch 100 Fans zugelassen, eine derartige Stimmung ist am Samstag nicht zu erwarten. „Wir müssen dennoch die Emotionen oben halten“, so Leibssle, „auch wenn die typische Atmosphäre sicherlich darunter leiden wird.“ Die SG H2Ku Herrenberg stellt für das Derby erneut einen Livestream bereit. Kommentieren werden dieses Mal Andreas Feil und Hansi Böhm, sportliche Leiter der SG-Männer. Abrufbar ist der Stream erneut unter: https://frauen.sgh2ku.com/bundesliga-team/livestream/

Die Kuties im Livestream!

#SGehtnurgemeinsam


Samstag 21.11.2020 um 20 Uhr:
2. Handball-Bundesliga Frauen
SG H2Ku Herrenberg – TG Nürtingen

Keine Zuschauer in der Markweghalle – aber wieder unser Livestream
Mit besonderen Gästen: Es kommentieren Andreas Feil und Hans Böhm

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SG H2Ku Herrenberg feiert 26:25-Zittersieg bei TSV Nord Harrislee

Mit einiger Mühe und ohne großen Glanz besiegten die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg den TSV Nord Harrislee am Samstagabend mit 26:25 (12:12). In einer Zitterpartie, die geprägt war von zahlreichen Fehlern und Zeitstrafen auf beiden Seiten, schaffte die Gäu-Sieben es erst in den Schlussminuten sich abzusetzen und feierte den siebten Erfolg der Saison.

Jubel nach Sieg SG H2Ku Herrenberg

Damit steht die Mannschaft von Mike Leibssle weiterhin auf Rang zwei. „Wir haben erst spät zu unserem Leistungsvermögen gefunden“, fasste ein sichtlich erleichterter Coach zusammen, „dennoch haben wir emotional zusammengehalten und freuen uns über die zwei Punkte.“ 

Vor leeren Rängen in der Holmberghalle startete die SG zunächst gut in die Partie und ging nach Treffern von Schoeneberg und Blanke mit 2:0 in Führung. Die 2-Tore-Führung hielt bis zur zehnten Minute, dann sollte es im weiteren Verlauf bis Mitte der zweiten Hälfte dauern, ehe die Herrenbergerinnen erneut diesen Vorsprung herausspielen konnten. Zwar legten die Gäste immer um einen Treffer vor, mussten aber stets den Ausgleich durch den TSV hinnehmen. 

„Wir hätten über die gesamte Distanz öfters die Möglichkeiten nutzen sollen wegzuziehen“, ärgerte sich Mike Leibssle über die zahlreichen Fehler seiner Schützlinge: „Da war wirklich alles dabei: zu früher Abschluss, verworfene Bälle, Abspielfehler oder Kreisübertritte.“ 

as einzig Positive: Nord Harrislee ging selbst nicht ein einziges Mal in Führung. „Aber leider haben wir unser mangelhaftes Muster im Angriff beibehalten“, so Leibssle weiter. „Ohne eine richtige Kulisse war es zudem schwer, die Spannung oben zu halten.“ In ihrem ersten Geisterspiel gingen die beiden Mannschaften beim Stand von 12:12 in die Halbzeit. 

Doch auch die Pause brachte dem Spielverlauf keine Besserung. Aylin Bok war es dann, die in der 45. Minute die ersehnte 2-Tore-Führung herauswarf. „Wir haben emotional zusammengehalten und gekämpft, das hat am Ende den Ausschlag gegeben.“ Zudem beorderte Mike Leibssle in der Schlussphase eine kurze Manndeckung gegen Madita Karlotta Jess, die mit zwölf Toren die beste Torschützin des Abends war. „Dadurch haben wir dann insgesamt besser agiert“, schildert der Reutlinger weiter. „Unsere Qualitäten kamen dann auch schlussendlich zum Tragen.“ 

Zudem gingen die Nordlichter in den letzten Minuten in eine offene Deckung über, was die Kuties clever zu nutzen wussten. Mit ihrem achten Treffer zum 26:24 machte Lea Neubrander zwei Minuten vor dem Ende endlich den Deckel drauf. „Wir werden dieses Spiel sicherlich aufarbeiten, aber dann auch schnell abhaken“, ist sich Mike Leibssle sicher. „Unter dem Strich stehen zwei Punkte, das ist doch das Wichtigste.“ 

Am kommenden Samstag erwarten die Kuties die TG Nürtingen in der Markweghalle, anschließend geht es für die Liga in die EM-Pause. Die SG H2Ku Herrenberg wird ihren Fans zum Württemberg-Derby erneut einen Livestream zur Verfügung stellen. 

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (1), Bissel (3), Blanke (6/davon 5 Siebenmeter), Tuc (1), Bok (1), Foth (4), Bühler, Neubrander (8), Hiller (2), Beddies.

Sondergenehmigung für die Kuties

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die Stadt Herrenberg öffnet für die SG H2Ku Herrenberg ihre Markweghalle, der Trainings- und Spielbetrieb im November ist damit gesichert. Noch zwei Partien ohne Zuschauer stehen vor der Europameisterschafts-Pause aus.

Mike Leibssle (Trainer, SG H2Ku Herrenberg) li. die Masken der Spielerinnen, BSV Sachsen Zwickau vs. SG H2Ku Herrenberg, 2. Handball-Bundesliga, Frauen,24.10.2020, Foto: Bert Harzer/ Eibner

Kreiszeitung Böblinger Bote, 05. November 2020

Von Vanessa Frey

Herrenberg. Nach mehreren Tagen des Bangens haben die Verantwortlichen der SG H2Ku Herrenberg nun Gewissheit: der Trainings- und Spielbetrieb ist für die Zweitliga-Damen in den nächsten Wochen gesichert. Nachdem bis zum Wochenende lediglich die Corona-Beschlüsse der Bundesregierung zum Profisport veröffentlicht wurden, herrschte Unklarheit über eine Öffnung der Sporthallen seitens der Stadt Herrenberg für ihr sportliches Aushängeschild. Nachdem nun aber auch die verschärften Regelungen des Landes Baden-Württemberg bekannt wurden, gab die Stadtverwaltung grünes Licht.  

„Neben dem Schulsport sind wir aktuell die einzigen die in die Halle dürfen“, erklärt Trainier Mike Leibssle, „wir laufen unter dem Punkt Spitzensport, deshalb haben wir diese Sonderreglung zugesprochen bekommen.“ Die seit 02. November in Kraft getretenen Regelungen der „Corona-Verordnung Sport“ besagen demnach, dass bezahlte Sportlerinnen und Sportler sowie Mannschaften, die in länderübergreifenden Ligen im Erwachsenenbereich spielberechtigt sind, weiterhin Sportstätten nutzen dürfen. „Das trifft alles auf uns zu“, so Mike Leibssle weiter, „wir duften unsere Trainingszeiten auch anpassen und können so den November voll durchziehen.“ 

Die Kuties haben kommendes Wochenende spielfrei, danach stehen noch zwei Partien gegen Nord-Haarlisee und Nürtingen auf dem Programm, ehe es für den aktuellen Tabellenzweiten der 2. Bundesliga in die EM-Pause geht. „Die Kommunikation mit der Stadt war tadellos, sie ist uns vollumfänglich entgegengekommen“, berichtet Jan Rhotert, Vorstandsvorsitzender der SG H2Ku Herrenberg, „nachdem die Landesverordnungen klar waren, mussten wir lediglich die Rahmenbedingungen klären und uns abstimmen.“ Die kommenden Spiele der Kuties müssen vorerst ohne Zuschauer stattfinden, vergangenen Samstag hatte die SG erstmals einen Livestream angeboten, der durchweg positiv angenommen wurde. 

Für die Aussetzung des restlichen Spielbetriebs im württembergischen Handballverband und der Baden-Württemberg Oberliga hat Rhotert Verständnis: „Ein Spielbetrieb macht keinen Sinn, wenn er von Absagen zertrümmert wird, auch wir sind in die Saison gestartet und haben im Jugendbereich direkt zwei Spiele absagen müssen.“ Das erschuf vor allem dort unsichere Dynamiken. „Gleichzeitig ist es zweifelsfrei auch eine frustrierende Situation, da sehr viele Ehrenamtliche viel Herzblut in unsere Hygienekonzepte gesteckt haben“, so Rhotert, „unter dem Strich sind dennoch auch viele sicher erleichtert nicht jede Woche selbst über eine etwaige Absage entscheiden zu müssen.“ Besonders wichtig war den SG-Verantwortlichen auch der Fortbestand des Jugendtrainings: „Unsere Trainer sind dazu angehalten ihre Trainingszeiten beizubehalten und online zu trainieren.“ Besondere Zeiten erfordern eben erneut besondere Maßnahmen.  

Derby-Sieg für die Kuties nach Leistungssteigerung

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg dreht die Partie gegen den VfL Waiblingen nach einem 12:15-Pausenrückstand und gewinnt 25:23. Ab sofort muss ohne Zuschauer gespielt werden, wobei noch nicht einmal der Trainingsbetrieb gesichert ist.

Der Dank der Kuties nach dem Derby-Sieg gegen den VfL Waiblingen bei den 100 zugelassenen Fans in der Herrenberger Markweghalle: Nach dem neuerlichen Lockdown sind zumindest den ganzen November durch gar keine Zuschauer mehr bei den Spielen erlaubt Foto: TBaur/Eibner

Artikel vom 01. November 2020

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Begegnungen zwischen der SG H2Ku Herrenberg und dem VfL Waiblingen in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen sind seit jeher eine hitzige Angelegenheit. Da war auch das Aufeinandertreffen beim 25:23-Erfolg der Gastgeberinnen am Samstagabend in der Herrenberger Markweghalle keine Ausnahme. Zwar lief die Gäu-Sieben bis zur Halbzeit einem deutlichen Rückstand hinterher, doch eine gewaltige Steigerung brachte ihr schlussendlich den sechsten Sieg der Saison. „Wir sind natürlich sehr glücklich über die zwei Punkte“, atmete Trainer Mike Leibssle erstmal tief durch, „denn mit dieser Leistung wären wir definitiv schlagbar gewesen.“

Aus dem 6:12-Rückstand bis zur 37. Minute ein 17:17 gemacht

Zwar gestaltete sich die Partie in den ersten zehn Minuten sehr ausgeglichen, doch dann kam ein böser Bruch ins Spiel der Kuties. Immer wieder unterliefen den Gastgeberinnen vor den 100 zugelassenen Zuschauern leichte Fehler, die der VfL eiskalt nutzte und sich kontinuierlich absetzte. „Da war wirklich alles dabei“, haderte Mike Leibssle, „technische Fehler ohne Not und ohne Druck seitens der gegnerischen Abwehr sowie eine Vielzahl an liegengelassenen Torchancen, auch über den Gegenstoß.“ Die Folge war ein deutlicher 6:12-Rückstand in der 20. Minute durch einen Treffer von VfL-Rechtsaußen Tanja Padutsch. „Gefühlt hätten wir sogar noch deutlicher führen müssen“, meinte Gäste-Trainer Thomas Zeitz. Doch seine Mannschaft schaffte es nicht den Vorsprung zu halten, und so verkürze Marie-Christin Beddies mit dem Halbzeitpfiff noch auf 12:15.

„Die Maßgabe für die zweite Hälfte war klar“, erklärte Mike Leibssle, „ich habe von meinen Spielerinnen verlangt, mehr Intensität in die Abwehr zu legen und über unser Tempospiel zurück ins Spiel zu kommen.“ Gesagt, getan: Die Kuties erhöhten die Schlagzahl und machten es den selbsternannten „Tigers“ aus Waiblingen zunehmend schwerer, zum Torerfolg zu kommen. Und als Carolin Tuc sechs Minuten nach Wiederanpfiff zum 17:17 ausglich, kam tatsächlich so etwas wie die traditionelle Derbystimmung trotz der reduzierten Zuschauerzahl auf der Tribüne der Markweghalle auf. Fortan entwickelte sich eine kampfbetonte Abwehrschlacht, bei der nicht mehr viele Tore fallen sollten.

Auch Laura Waldenmaier im Tor der SG H2Ku steigerte sich zunehmend und parierte zahlreiche Würfe der Gäste. „Die Mannschaft hat insgesamt eine tolle Moral bewiesen und sich ins Spiel zurückgekämpft“, war Mike Leibssle angetan. Angeführt von einer bärenstarken Kerstin Foth gingen die Kuties acht Minuten vor dem Ende erstmals seit der Anfangsphase wieder mit 22:21 in Führung. Mit insgesamt zehn Treffern war die Kapitänin erfolgreichste Torschützin und wurde hinterher auch als „Spielerin des Spiels“ ausgezeichnet. Ein Doppelschlag der SG durch Foth und Bissel brachte in der 57. Minute die Vorentscheidung und bedeutete gleichzeitig den 25:23-Endstand.

„Wir dürfen dieses Spiel unter gar keinen Umständen verlieren“, haderte VfL-Coach Thomas Zeitz nach dem Schlusspfiff, „eine bittere Niederlage für uns, Herrenberg hat aber auch gekämpft bis zum Schluss und deshalb verdient gewonnen.“ Seinen Gegenüber Mike Leibssle beeindruckte vor allem die Defensivstatistik seiner Schützlinge: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nur noch sechs Feldtore und zwei Siebenmeter bekommen, das ist ein sensationeller Wert.“

Nach einem freien Wochenende geht’s zum TSV Nord Harrislee

Wehmütig schaute der Reutlinger dafür auf die Zuschauerränge der Markweghalle. Bis auf Weiteres müssen bekanntermaßen alle Spiele ohne Zuschauer stattfinden. Kommendes Wochenende haben die Kuties spielfrei, dann geht es planmäßig in den hohen Norden zum TSV Nord Harrislee nach Flensburg. „Wie das unter diesen ganzen Bedingungen aktuell überhaupt vonstatten gehen kann, bleibt abzuwarten“, so Leibssle. Zudem ist die SG H2Ku noch in Gesprächen mit der Stadt Herrenberg über eine Sondergenehmigung für den Trainings- und Spielbetrieb. Die 2. Handball-Bundesliga der Frauen zählt unter den neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zum Profibereich, allerdings hat die Stadtverwaltung Ende vergangener Woche mitgeteilt, alle Sportanlagen komplett schließen zu wollen. Eine Lösung für das Herrenberger Zweitligateam kann es erst dann geben, wenn auch die Landesregierung ihre neuen Verordnungen veröffentlicht.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (3), Bissel (1), Blanke (2), Tuc (3), Bok, Kussmaul, Foth (10/davon 2 Siebenmeter), Bühler, Neubrander (1/1), Hiller (3), Beddies (2).

Turbulente Tage bei den Kuties vor dem Derby gegen Waiblingen

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg spielt am Samstag noch einmal vor 100 Zuschauern. Wie es danach weitergeht, ist offen. Vertrag mit Szimonetta Toepelt-Gera ist aufgelöst.

Kuties verlieren in Zwickau und die Tabellenführung

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg kassiert in Zwickau trotz Pausenführung ihre erste Saisonniederlage.

Aylin Bok (links) kann nur zuschauen, Kerstin Foth (Nr. 11) reckt sich vergeblich: Die Kroatin Katarina Pavlovic im Rückraum von Sachsen Zwickau war kaum zu stoppen Foto: Bert Harzer/Eibner

Artikel vom 25. Oktober 2020

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg kassierten am sechsten Spieltag ihre erste Niederlage. Beim BSV Sachsen Zwickau musste sich die Gäu-Sieben nach einer intensiv geführten Partie mit 29:31 geschlagen geben. Ein massiver Leistungseinbruch kurz nach der Halbzeit und eine schwache Wurfquote brachen dem Team von Trainer Mike Leibssle das Genick: „Wir haben zu viele Fehler gemacht, das kann man sich auswärts und gerade in Zwickau nicht erlauben.“ Durch den 28:24-Sieg der Füchse Berlin in Kirchhof musste die SG H2Ku auch die Tabellenführung an den Hauptstadtclub abgeben.

Dabei kamen die Herrenbergerinnen vor exakt 289 Zuschauern in der Sporthalle Neuplanitz gut ins Spiel. Kapitänin Kerstin Foth warf nach knapp sieben Minuten erstmals eine Zwei-Tore-Führung heraus – 4:2. „Wir haben einen ordentlichen Start hingelegt“, so Leibssle. „Bis dahin war die Wurfausbeute gut, wir sind über viel Tempo zum Erfolg gekommen.“ Doch die Gastgeberinnen kämpften sich zurück und glichen durch Katarina Pavlovic wieder aus. „Mit ihr auf der rechten Rückraumposition hatten wir über das gesamte Spiel hinweg Probleme“, haderte Leibssle. Die Kroatin war dann auch mit acht Treffern die erfolgreichste Werferin der Partie.

Im weiteren Verlauf blieben sich beide Mannschaften nichts schuldig, ehe die Gäste durch Kerstin Foth und Anika Bissel erneut mit zwei Toren in Führung gingen (15:13). Diesen Vorsprung brachten die Kuties mit einem Treffer von Lea Neubrander zum 17:15-Pausenstand in die Halbzeit. „Mit 17 Toren auswärts kann man zufrieden sein“, so Mike Leibssle, „ein, zwei Gegentreffer weniger hätte ich mir aber gewünscht.“

Reihenweise an der 20-jährigen Zwickauer Torhüterin verzweifelt

Nach Wiederanpfiff kam die große Show von Zwickaus Torhüterin Charley Zenner. Die 20-Jährige sorgte mit ihren Paraden fast im Alleingang für die Führung des BSV knapp fünf Minuten nach Wiederbeginn. Mike Leibssle reagierte mit einer frühen Auszeit, musste aber mit ansehen, wie seine Schützlinge immer weiter ins Hintertreffen gerieten. „In dieser Phase haben wir die Kontrolle verloren“, haderte er, „man hatte fast das Gefühl, dass meine Spielerinnen nicht mehr richtig da wären.“ Anna Lena Hausherr erhöhte für Zwickau sogar auf 24:20 (45.). „Wir haben insgesamt zehn freie Würfe vergeben“, schilderte Leibssle, „zudem standen wir auch nicht mehr stabil in der Abwehr.“

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Lea Neubrander traf in Überzahl zum 26:26 (51.), doch ein 3:0-Lauf des BSV und sechs torlose Minuten der Kuties brachten die Vorentscheidung. „Wir haben vorne die Dinger nicht gemacht und hinten zu einfache Tore kassiert“, kritisierte Leibssle, „das sind dann die entscheidenden Faktoren in so einem Spiel.“ Seine Kapitänin Kerstin Foth pflichtete ihm bei: „Mit solch einer Trefferquote gewinnt man in Zwickau nicht.“ Das letzte Tor von Marie-Christine Beddies zum 29:31-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik. „Die erste Saisonniederlage ist kein Beinbruch, mich ärgert nur, dass sie vermeidbar gewesen wäre“, sagte Mike Leibssle.

Schnell wieder gutmachen kann seine Mannschaft das bereits am nächsten Samstag, denn dann kommt der VfL Waiblingen zum württembergischen Derby in die Markweghalle.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (2), Bissel (4), Blanke (5/davon 2 Siebenmeter), Tuc (4), Bok, Foth (6/1), Toepelt-Gera (1), Bühler, Neubrander (3), Hiller (1), Beddies (3).

Niemals die Kontrolle verloren beim 32:24 in Schmiden

Handball-Württembergliga Frauen: Zweiter Saisonsieg für die SG H2Ku Herrenberg II

Michelle Wunschik (Herrenberg)

HERRENBERG (vf). Die SG H2Ku Herrenberg II hat im zweiten Saisonspiel in der Handball-Württembergliga der Frauen den zweiten Sieg eingefahren. Beim HC Schmiden/Oeffingen setzte sie sich mit 32:24 durch. Von Beginn an in Führung liegend, gaben die Gäste diese nicht einmal ab. Zwar konnten die Gastgeberinnen nach der Pause ausgleichen, doch die Qualität der SG II setzte sich letztlich durch. „Unser breiter Kader war ausschlaggebend“, war sich Trainerin Melanie Schittenhelm sicher, „auch als es nochmal eng wurde, hatte ich nicht das Gefühl, dass wir die Kontrolle verlieren.“

Trotz zwei vergebenen Siebenmetern gleich zu Beginn lagen die kleinen Kuties durch Treffer von Britta Meyer, Michelle Wunschik und Katrin Friedrich schnell mit 3:0 in Front. Die Gastgeberinnen spielten in der Defensive ein unorthodoxes Drei-gegen-drei-System, was gerade die zweitligaerfahrenen Wunschik und Friedrich clever zu nutzen wussten. „Die beiden haben mit ihrer Schnelligkeit viele Lücken gerissen“, war Schittenhelm begeistert. „Ansonsten haben wir mit vielen Übergängen und einer hohen Laufbereitschaft agiert.“ Auch Kreisläuferin Sandra Kußmaul wurde ein ums andere Mal gekonnt in Szene gesetzt – 12:8 (20.) und 14:12 zur Pause. „Wir haben unseren Matchplan konsequent durchgezogen und uns nicht vom Gegner oder den Begebenheiten aus dem Konzept bringen lassen“, schilderte die H2Ku-II-Trainerin.

Nach Wiederanpfiff gelang dem HC durch Larissa Bürkle das 15:15. Eine Viertelstunde vor dem Ende, beim 22:22, lief alles auf eine spannende Schlussphase hinaus. „Doch wir standen in der Abwehr sehr kompakt“, lobte Schittenhelm, „auch Sophia Holzner im Tor steigerte sich.“ Durch Treffer von Wunschik und Meyer erhöhten die Herrenbergerinnen auf 26:23 (50.). „Larissa Bürkle wurde zunehmend müde, das hat sich auf die Wurfqualität ausgewirkt“, bemerkte Schittenhelm. „In der Offensive haben wir es weiter geschafft, durch viel Bewegung ohne Ball zum Erfolg zu kommen.“ Ein Doppelschlag von Theresa Gramer zum 29:23 besiegelte den Sieg. Unter dem Strich stand ein auch in die Höhe verdientes 32:24.

SG H2Ku Herrenberg II: Holzner, Göhlich; Gramer (3), Aksoy (1), Kappus (3), Friedrich (5), Meyer (4), Kußmaul (6), Schmidt, Clemence, Wunschik (9/davon 3 Siebenmeter), Brand, Nüßle, Seeger (1).

Ungeschlagene SG H2Ku Herrenberg nach 25:19 Spitzenreiter

Artikel vom 18. Oktober 2020 – 19:42

Von Vanessa Frey und Michael Schwartz

HERRENBERG. Der Höhenflug der SG H2Ku Herrenberg in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen geht weiter. Als einzige Mannschaft sind die Kuties nach dem auch in der Höhe verdienten 25:19-Erfolg gegen die SG 09 Kirchhof noch ungeschlagen. Die Tabellenführung sorgt für große Freude im Gäu und für Komplimente vom Gegner. „Eine tolle, homogene Truppe“, schwärmte Gästetrainer Gernot Weiß. „Die hätte den Aufstieg in die erste Liga auf jeden Fall verdient.“ Ganz so weit möchte H2Ku-Coach Mike Leibssle naturgemäß nicht denken. Auch wenn er das Lob gerne aufnahm, weiß er genau, wo es in seinem Team noch Verbesserungspotenzial gibt.

Von Beginn an war die Atmosphäre in der Markweghalle sehr hitzig – und das, obwohl aufgrund der Hygienevorschriften wieder gar nicht so viele Zuschauer zugelassen waren. Die Emotionalität kam vor allem durch die aggressive Verteidigung der Kirchhoferinnen und von der Gäste-Bank. Die Herrenberger Fans ließen sich zwar davon anstecken, doch nicht das H2Ku-Team, das keineswegs aus dem Konzept geriet. „Sie haben uns mit ihrer Abwehr zwar dort hingedrängt, wo sie uns haben wollten, aber wir haben trotzdem gute Lösungen gefunden“, nickte Coach Mike Leibssle. Anfangs agierten die Kuties zwar noch etwas zögerlich, fingen sich dann jedoch Mitte der ersten Hälfte. Nach dem 1:3 und 2:4 verkürzte jeweils Kapitänin Kerstin Foth von der Siebenmeterlinie, die ihre Mannschaft mit dem 6:5 per Strafwurf auch wieder in Führung brachte (13.).

Die Gast-SG, die ohne ihre zweitbeste Werferin Klara Schlegel angetreten war, probierte es viel über den Rückraum, weil sie dort einige starke Shooterinnen im Kader hat, doch die Herrenbergerinnen verteidigten das gut. Unter anderem hielten sie die beste Torschützin der Liga, Diana Sabljak, bei nur drei Treffern in Hälfte eins. Dadurch ergaben sich zunächst kleinere Probleme bei der Abwehr über den Kreis, doch auch hier fingen sich die Gastgeberinnen immer mehr. Aylin Bok baute den Vorsprung erstmals auf zwei Tore aus (21.), beim 12:8 von Marie Beddies waren es schon vier (25.).

Nach 26 Minuten wechselte Leibssle die Torhüterin. Laura Waldenmaier hatte den Ball zweimal voll ins Gesicht bekommen, ihr ging es jedoch gut. Die Kopftreffer waren aber nicht einmal der Grund für den Tausch, der Coach wollte auch Dora Elbert testen. Bis zur Pause (14:10) blieb es bei der 4-Tore-Führung für die Heim-SG, die nach der Pause beim 17:11 durch Anika Bissel (35.), deren Freund, Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer, auch auf der Tribüne saß, vermeintlich schon für eine kleine Vorentscheidung sorgte. Ein 5:1-Lauf von Kirchhof ließ den Abstand jedoch innerhalb von sechs Minuten schmelzen, beim Stand von 18:16 nahm Leibssle eine Auszeit.

Leibssle moniert gleich vier Schwächephasen beim Team

„Das war nur eine von vier Schwächephasen“, monierte der Trainer hinterher. „Diese Schwankungen mit Fehlpässen und Verworfenen müssen wir unbedingt abstellen.“ In der Tat agierte H2Ku phasenweise fahrig, kurzzeitig war kein Konzept mehr erkennbar. Doch Leibssles Time-out fruchtete. Foth per Siebenmeter und zweimal Beddies lenkten die Partie nach einer Dreiviertelstunde wieder in die richtigen Bahnen – 21:16. Außerdem hielt die aufs Feld zurückgekehrte Laura Waldenmaier zweimal stark.

Die aggressive Abwehr nahm den Kirchhoferinnen die Lust, deren Coach zudem für eine doppelte Unterzahl sorgte. Erst beschwerte er sich zu lautstark und kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe, dann beging er auch noch einen Wechselfehler, wofür er sich anschließend bei seiner Mannschaft entschuldigte. Die Heim-SG hätte hier den Sack schon früher zumachen können, doch spätestens beim 24:18 von Bok (58.) war der Drops endgültig gelutscht. Saskia Hiller sorgte noch für den 25. H2Ku-Treffer.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg, Bissel (3), Blanke (1), Tuc (1), Bok (3), Foth (7/davon 6 Siebenmeter), Toepelt-Gera, Bühler, Neubrander (5), Hiller (1), Beddies (4).

Dieser Artikel wird präsentiert von der Kreiszeitung Böblinger Bote.