Die SG H2Ku Herrenberg tritt als Außenseiter in Nürtingen an

Lea Neubrander gegen den ersten Kuties-Neuzugang Tammy Kreibich von den Rödertalbienen (von rechts): In der nächsten Saison gemeinsam in einem Team Foto: Eibner/Drofitsch/Eibner-Pressefoto/Dimitri Drofit.

Von Peter Gebhardt 25.03.2022

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen gastiert die SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend um 19.30 Uhr zum württembergischen Derby bei der TG Nürtingen.

Für die Zweitliga-Handballerinne der SG H2Ku Herrenberg steht am Samstag um 19.30 Uhr zwar ein Auswärtsspiel auf dem Programm, weit geht die Reise für die Kuties aber nicht. Bei der TG Nürtingen wollen die Herrenbergerinnen im Gegensatz zur Vorwoche vor allem ihre eigene Fehlerquote verringern.

Für den Trainer sind andere Spiele wichtiger

Große Brisanz wegen des Württemberg-Derbys? Nichts da bei Mike Leibssle. Der Trainer der H2Ku-Frauen hält bewusst den Ball flach, wenn es um die Bedeutung der Partie in der Theodor-Eisenlohr-Halle geht: „Die wahren Derbys sind für mich die Spiele zu- Hause gegen Bremen, Wuppertal und Mainz.“ Wobei er nicht die räumliche Nähe zum Kontrahenten meint, sondern die tabellarische. Die noch kommenden Heimspiele sieht der Coach als die wichtigen zum sicheren Klassenerhalt. „Durch die Verletztenmisere seit Beginn der Saison haben sich die Ansprüche leider nach unten verschoben.“ Die Zielstellung bleibt aber unberührt. „Wir fahren nach Nürtingen, um zu gewinnen“, macht Leibssle unmissverständlich klar. Seine Vorgabe: „Wenn wir unsere Fehlerquote senken können, haben wir auch eine Siegchance.“

Gerade die technischen Fehler im Vorwärtsgang wurmten den Trainer der Kuties bei der Heimniederlage gegen Regensburg. Und auf noch etwas anderes baut er: „Wir wollen einen Schritt vorankommen, was das Zusammenspiel mit Anni Blanke betrifft.“ Die Spielmacherin, die nach langer Verletzungspause ihr Comeback feierte, dürfte noch ein enorm wichtiger Faktor im Spiel der SG H2Ku werden.

Anna Albek spielt nächste Saison in ihrer ungarischen Heimat

Ausfälle gibt es auch zu verkraften. Für Torhüterin Sophia Holzner gehört erneut Monika Lide zum Aufgebot. Ob Anna Albek eingesetzt werden kann, steht nach ihren Schulterproblemen noch nicht fest. Klar ist allerdings, dass sie in der kommenden Saison in ihrer ungarischen Heimat beim Erstligisten Mosonmagyarovar spielen wird. Bei Rebecca Rott besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung aus dem Auswärtsspiel in Heide. Für sie rutscht Svenja Graebling aus dem Württembergliga-Team in den Kader.

Erster Neuzugang von außen: Tammy Kreibich von den Rödertalbienen

Abseits der Vorbereitungen für die Partie am Samstag gibt es die nächste Personalentscheidung zu verkünden. Von den Rödertalbienen, die als verlustpunktfreier Drittligist den Aufstieg in die 2. Liga anstreben, wechselt Tammy Kreibich als erster externer Zugang an den Fuß der Stiftskirche. Die Rückraumspielerin ist auf allen Positionen variabel einsetzbar. Hagen Gunzenhauser ist voll des Lobes über sie. „Tammy passt sowohl sportlich als auch menschlich hervorragend zu uns. Schon beim Probetraining hat sie einen tollen Eindruck hinterlassen“, schwärmt der sportliche Leiter über die 24-jährige Rechtshänderin, die ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten beendete und ihre berufliche Karriere in Württemberg beginnen wird.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Die SG H2Ku Herrenberg tritt als Außenseiter in Nürtingen an – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg leistet sich beim 27:33 zu viele technische Fehler

Annika Blanke: Immerhin sieben Tore beim Comeback nach langer Verletzungspause Foto: Eibner/Drofitsch/DROFITSCH/Eibner

von Peter Gebhardt 20.03.2022

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen unterliegt die SG H2Ku Herrenberg daheim gegen den starken Aufsteiger ESV Regensburg 27:33, bleibt aber Tabellenelfter.

Mit einem deutlichen 27:33 (14:17) mussten sich die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg in eigener Halle dem ESV 1927 Regensburg geschlagen geben. Trotz der Niederlage bleiben die Kuties in der Tabelle auf Platz elf.

Schweigeminute für den verstorbenen Michael Rott

Bevor es in der Markweghalle zur Sache ging, mussten die Zuschauer die Nachricht vom überraschenden Ableben des langjährigen Funktionärs und Hallensprechers Michael Rott verkraften. Mit einer Schweigemute wurde dem 64-Jährigen gedacht.

Zu viel Unruhe im Spiel von Beginn an

Den besseren Start erwischten die Gäste. Ehe die Kuties, die kurzfristig auf Anna Albek wegen ihrer Schulterprobleme verzichten mussten, überhaupt im Spiel angekommen waren, führte der ESV mit 3:0. „Es war von Beginn an zu viel Unruhe in unserem Spiel“, monierte Mike Leibssle. Der H2Ku-Trainer brachte als Reaktion bereits nach fünf Minuten seine wiedergenese Spielmacherin Annika Blanke. Und die riss das Spiel gleich an sich. Die ersten beiden Treffer erzielte Blanke zum 2:3, den Ausgleich besorgte Sulamith Klein. Dieses 3:3 war allerdings keine Initialzündung. Ein Grund: „Natürlich fehlen bei Annika nach der langen Pause noch die Automatismen und die Abstimmung mit ihren Mitspielerinnen“, befand Leibssle. Außerdem haderte er mit den vielen technischen Fehlern seiner Mannschaft. Fünf Bälle wurden dem Gegner praktisch geschenkt, der dadurch zu leichten Gegenstoßtreffern kam.

Kurzes Aufbäumen bringt den 14:17-Pausenstand

Das 3:7 in der 13. Minute war die Folge, aber mit ihrem zweiten Treffer zum 7:8 brachte Marie Beddies ihr Team wieder ins Spiel (17.). Doch über 7:11 ging es bis drei Minuten vor der Pause zum 11:16. Vor allem der Schnelligkeit und Sicherheit im Angriff hatte der Aufsteiger seinen Vorsprung zu verdanken. Ein Aufbäumen brachte den Kuties zum Halbzeitpfiff noch ein eher schmeichelhaftes 14:17.

Kuties zu sehr auf die Mitte fixiert, die Außen spielen keine Rolle

Wiederum Anni Blanke blieb es vorbehalten, mit zwei Treffern zum 16:17 den Torreigen im zweiten Durchgang zu eröffnen. Die starke Aylin Bok stellte nach 36 Minuten erstmals auf Remis. Der Gleichstand hielt bis zum 20:20 durch Lea Neubrander. Die Gäste aus Regensburg ließen sich davon kaum beeindrucken. Das 20:23 wenig später läutete den Anfang vom Ende für die Gastgeberinnen ein. Mit Lea Neubrander, Annika Blanke und Marie Beddies im Rückraum sowie Aylin Bok am Kreis war das Spiel zu sehr auf die Mitte fixiert. Die Außenpositionen, in der Vorwoche noch ohne Fehlversuche für zusammen sieben Tore verantwortliche, spielten diesmal keine Rolle. Dadurch hatte Regensburg in der Abwehr leichtes Spiel. Das 22:27 zwölf Minuten vor dem Ende war die Vorentscheidung, endgültig machte der ESV den Sack beim 25:32 in der 56. Minute zu.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Lide; Schoeneberg, Blanke (7/davon 3 Siebenmeter), Klein (1), Bok (3), Bühler, Seeger, Rott, Neubrander (8/2), Beddies (5), van der Baan (1), Luber (2).

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Interessante Personalentscheidungen bei der SG H2Ku Herrenberg

Die lange Leidenszeit von Annika Blanke ist vorbei: Am Sonntag gegen Regensburg schlüpft sie wieder in die Rolle der Spielmacherin. Foto: Eibner/Eibner-Pressefoto

von Peter Gebhardt 19.03.2022,

Im Heimspiel der 2. Handball-Bundesliga am Sonntag gegen den ESV Regensburg können die Frauen der SG H2Ku Herrenberg wieder auf Annika Blanke bauen. Außerdem stellt sich mit Monika Lide eine Identifikationsfigur als zweite Torhüterin noch einmal zur Verfügung.

Nach dem dramatischen Sieg beim MTV Heide geht es für die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Sonntag ab 16 Uhr (Übertragung auf sportdeutschland.tv) in der heimischen Markweghalle erneut gegen einen Aufsteiger. Allerdings stellt der ESV Regensburg ein anderes Kaliber dar, rangiert das Team aus Bayern doch auf dem fünften Platz.

Annika Blanke kehrt aufs Parkett zurück

Die Schlagzeilen im Vorfeld gehören aber den Kuties. Die erfreulichste Nachricht kommt von Annika Blanke. Die erstligaerfahrene Spielmacherin, die in der kommenden Saison ihren Lebensmittelpunkt an den Bodensee verlagern wird, kehrt nach einer über halbjährigen Verletzungspause auf das Spielfeld zurück. Die Freude darüber ist auch bei Mike Leibssle deutlich herauszuhören: „Sie trainiert schon wieder einige Zeit mit. Wir freuen uns alle für sie“, so der Herrenberger Trainer.

Genauso spektakulär ist eine weitere Personalie

Eine nicht minder spektakuläre Personalie ergibt sich für den Sonntag zwischen den Pfosten. Durch die noch immer nicht abgeklungene Verletzung von Sophia Holzner rückt eine in Herrenberg nicht ganz Unbekannte in den Kader neben Laura Waldenmaier. Monika Lide hat 2018 ihre Karriere schon beendet, aber noch einmal ein Jahr draufgepackt. Die Torhüterin kann getrost als Identifikationsfigur des Herrenberger Frauenhandballs bezeichnet werden. „Für Moni war es eine Herzensangelegenheit, uns noch einmal zu helfen“, freut sich Mike Leibssle. Und betont gleichzeitig, dass sie natürlich einige Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert hat.

Alle drei Rückraumpositionen doppelt besetzt

Da auch Anna Albek mit von der Partie sein wird, stellt sich die personelle Lage recht positiv dar. So sind alle drei Rückraumpositionen seit Langem wieder doppelt besetzt. Diese Breite im Kader dürfte auch vonnöten sein, wenn die Punkte bei der SG H2Ku bleiben sollen. „Regensburg ist sicher kein normaler Aufsteiger“. Damit meint Mike Leibssle den ohnehin starken, aber vor der Saison nochmals aufgestockten Kader. „Allein der Rückraum um die überragende Franziska Peter bringt eine hohe Spielfähigkeit mit.“

Aylin Bok ist Abgang Nummer drei am Saisonende

Unterdessen dreht sich auch das Personalkarussell der Kuties für die kommende Saison weiter. Mit Aylin Bok steht nach Maileen Seeger und Annika Blanke der dritte Abgang fest. Die Kreisläuferin, die vor fünf Jahren von der SG BBM Bietigheim ins Gäu wechselte, wird mit nur 26 Jahren den Harztopf endgültig in die Ecke stellen. Zwei Kreuzbandrisse sind nur ein Teil ihrer Verletzungen, mit denen sie sich in ihrer Karriere herumschlagen musste. Hingegen hat mit Stefanie Schoeneberg die zweite Akteurin am Kreis ihren Vertrag verlängert. Die 24-Jährige geht damit in die vierte Saison bei der SG H2Ku. Einen Neuzugang kann der sportliche Leiter Hagen Gunzenhauser auch vermelden – auch wenn es nur ein „halber“ ist. Svenja Graebling, die flexibel im Rückraum einsetzbar ist, wird von der zweiten Mannschaft, die beste Aufstiegschancen in die Oberliga besitzt, in den Zweitliga-Kader wechseln.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Interessante Personalentscheidungen bei der SG H2Ku Herrenberg – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg gewinnt dramatisches Spiel bei MTV Heide

War von der Abwehr des MTV Heide nicht in den Griff zu bekommen: Lea Neubrander (rechts) hielt die Herrenbergerinnen mit ihren zwölf Treffern im Spiel und erzielte den Siegtreffer. Foto: Eibner/Stephanie Zerbe

von Peter Gebhardt 13.03.2022

Mit dem 34:33-Erfolg beim MTV Heide macht die SG H2Ku Herrenberg einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Den Siegtreffer erzielt Lea Neubrander in der Schlusssekunde.

Das war ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Durch das 34:33 (15:18) beim Tabellennachbarn MTV Heide gehen die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg mit einem Polster von acht Punkten auf den ersten Abstiegsplatz in die letzten acht Partien der 2.Bundesliga. Den entscheidenden Siegtreffer erzielte Lea Neubrander dabei buchstäblich in letzter Sekunde.

Dramatik bis in die letzte Sekunde

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel bei den Gästen keine Grenzen. Soeben hatten die Kuties wohl eines der wichtigsten Saisonspiele für sich entschieden. Die letzten Minuten waren dabei an Dramatik nicht zu überbieten. Beim Stand von 32:32 in der 57. Minute hatten die Gastgeberinnen eigentlich alle Trümpfe in der Hand. Doch trotz Ballbesitz und einer Zwei-Minuten-Strafe für Herrenbergs Rebecca Rott konnten sie nicht in Führung gehen.

Im Gegenteil: Die im zweiten Durchgang immer mehr auftauende Marie Beddies brachte die Kuties mit ihrem fünften Treffer wieder in Führung. Bis in die Schlusssekunden ging es ausgeglichen weiter. Dass sich Lea Neubrander erfolgreich den finalen Wurf nahm, war dabei kein Zufall.

Eine schwache erste Hälfte der Herrenbergerinnen

Dass die Gäste aus dem Gäu überhaupt in den Genuss einer solch spannenden Schlussphase kamen, hatten sie vor allem einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang zu verdanken. In Halbzeit eins ließ das Spiel der Herrenbergerinnen an das klar verlorene Hinspiel erinnern. Gefällig im Angriff, aber anfällig in der Abwehr lautete die Kurzformel der ersten dreißig Minuten. Besonders Levke Kretschmann drückte dem Spiel des MTV Heide ihren Stempel auf. Die laut Mike Leibssle „multidirektionale“ Rückraumspielerin erzielte nicht nur selbst bemerkenswerte 17 Treffer, sondern brachte ihre Mitspielerinnen immer wieder in Position, was meist einen Strafwurf zur Folge hatte. Davon hatten die Gastgeberinnen am Ende ganze 15 Stück. Allerdings spielte der sonst so gefährliche Rückraum von Heide mit Britt Punzius und Hatharina Fahl gar keine Rolle.

Mike Leibssle findet in der Kabine die richtigen Worte

Auf der Gegenseite machte vor allem Lea Neubrander dem MTV mit ihren insgesamt zwölf Treffern das Leben schwer. Das 18:15 zum Pausenpfiff für die Gastgeberinnen ließen für die zweite Halbzeit beiden Teams noch alle Möglichkeiten offen. Dass Trainer Mike Leibssle in der Kabine die richtigen Worte gefunden hatte, zeigte sich recht schnell nach Wiederanpfiff. Nach sechs Minuten war die SG H2Ku nach dem Anschlusstreffer von Sandra Kußmaul zum 18:19 wieder voll im Spiel. „Ohne sie hätten wir heute nicht gewinnen können. Sie haben immer wieder für die nötige Entlastung sorgen können“, lobte der Coach die vier Spielerinnen, die aus dem Württembergligateam aushalfen.

Doch nicht nur das trug zur Wende im Spiel bei. Die Außenspielerinnen Maileen Seeger, Maxime Luber und Ronja Bühler blieben im gesamten Spiel ohne Fehlversuch. „Dadurch konnten wir das Spiel breit aufstellen“, freute sich Leibssle. Zudem entwickelte sich Laura Waldenmaier immer mehr zu einem wichtigen Faktor im Spiel. Gerade in der Schlussphase entschärfte die Torhüterin mehrere wichtige Bälle.

Lea Neubrander bringt die SG H2Ku erstmals in Führung

Der erste Ausgleich gelang Marie Beddies nach 40 Minuten (22:22), die erste Führung war dann zwölf Minuten vor dem Ende durch Lea Neubrander mit dem 27:26 fällig. In den folgenden Minuten wechselte die Führung dann regelmäßig – bis in die dramatische Schlussphase mit dem siegreichen Ende.

Mit dem Erfolg kletterte die SG H2Ku kurzfristig auf Platz zehn in der Tabelle. Weit wichtiger dürfte jedoch der Umstand sein, dass die kommenden Partien ohne die ganz große Abstiegsangst ausgetragen werden können. Und auch die Heimfahrt von der dänischen Grenze dürfte mit dem Erfolgserlebnis im Rücken deutlich entspannter verlaufen sein.

Am kommenden Sonntag steht für die Kuties dann das Heimspiel gegen den ESV Regensburg auf dem Programm.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Göhlich; Schöneberg (3), Friedrich (1), Kussmaul (2), Klein (4/ davon 2 Siebenmeter), Bühler (3), Seeger (2), Rott, Neubrander (12/1), Seeger (2), Beddies (5), Kappus

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg gewinnt dramatisches Spiel bei MTV Heide – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku kämpft beim MTV Heide um zwei wichtige Punkte

Laura Waldenmaier steht auch in der kommenden Saison bei den Kuties zwischen den Pfosten. Foto: Drofitsch/Eibner/DROFITSCH/EIBNER

von Peter Gebhardt 12.03.2022

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen geht es für die SG H2Ku Herrenberg am Samstag um 17 Uhr beim 800 Kilometer entfernten MTV Heide um Punkte im Kampf gegen den Abstieg und Wiedergutmachung für die Klatsche im Hinspiel. Torhüterin Laura Waldenmaier bleibt den Kuties auch nächste Saison erhalten.

Ein wichtiges Auswärtsspiel vor Augen, die nächste Vertragsverlängerung im Rücken: Für die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg geht es am Samstag ab 17 Uhr beim MTV Heide um zwei extrem wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Mehr Spannung geht dabei kaum. Die Kuties stehen auf Platz 13, dem ersten Nichtabstiegsplatz. Die Gastgeberinnen rangieren einen Platz dahinter.

Bei einer Niederlage schrumpft der Vorsprung

Sechs Punkte trennen beide Mannschaften vor dem Anpfiff. Es lässt sich leicht ausrechnen, wie wertvoll ein Auswärtssieg im Sportzentrum Hemmingstedt wäre. Bei einer Niederlage der Kuties würde der Vorsprung auf vier Zähler schrumpfen, dazu kommt ein Motivationsschub für den MTV.

Abfahrt bereits am Freitag mit zwei Kleinbussen

Trainer Mike Leibssle wird indes nicht müde zu betonen, dass die Partie im hohen Norden nur ein Spiel von insgesamt noch neun zu absolvierenden sei. Dass er trotzdem nichts dem Zufall überlässt, zeigt das Drumherum. Bereits am Freitag ging es für Mannschaft und die Betreuer in zwei Kleinbussen gen Norden. In der Nähe von Hildesheim wird ein Übernachtungsstopp eingelegt, am Samstag erfolgt die Weiterfahrt ins insgesamt über 800 Kilometer entfernte Heide nahe dem schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Die Rückreise erfolgt in umgekehrter Reihenfolge mit der Ankunft am Sonntag in Herrenberg.

Bok, Albek und van der Baan sind nicht dabei

Gewappnet für die Partie sind die Kuties auf jeden Fall. „Wir haben unter der Woche sehr gut trainiert“, betont Leibssle, der allerdings nicht auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann. Mit Aylin Bok, Anna Albek und Britt van der Baan muss er auf drei wichtige Spielerinnen verzichten. Kreisläuferin Bok ist krank, Albek und van der Baan spielen am gleichen Tag mit TuS Metzingen in Neckarsulm. Praktisch in Personalunion soll Sandra Kussmaul aus dem Württembergliga-Team die freie Position am Kreis neben Steffi Schoeneberg übernehmen und gleichzeitig Maileen Seeger auf Rechtsaußen entlasten. Mit Laureen Kappus und Katrin Friedrich werden zwei weitere Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft die Fahrt Richtung Nordsee antreten.

Wichtig ist die Kompaktheit in der Abwehr

Für Mike Leibssle ist die Aufstellung aber nicht vorrangig. Ihm geht es vor allem darum, die richtigen Lehren aus dem Hinspiel zu ziehen. Im Oktober des vergangenen Jahres musste sein Team mit dem 29:42 in eigener Halle die wohl schmerzlichste Niederlage der Saison quittieren. „Wir hatten damals über die komplette Spielzeit keinen Zugriff in der Abwehr“, erinnert sich der Herrenberger Coach leidvoll. Die oberste Prämisse für die Partie am Samstag lautet daher Kompaktheit, die sich auf die Torhüterinnen bezieht, die im Hinspiel wie die gesamte Defensive nicht ihren besten Tag hatten. Für Laura Waldenmaier ging es danach allerdings stetig bergauf. Das bestätigt auch der sportliche Leiter Hagen Gunzenhauser. „Gerade in den letzten Monaten hat sie immer stabilere Leistungen abgeliefert“, betont er.

Laura Waldenmaier hat einen neuen Vertrag unterschrieben

Deshalb war Gunzenhauser auch erleichtert, dass die Torhüterin einen Kontrakt in Herrenberg für die neue Saison unterzeichnet hat. Damit nimmt der Kader der Kuties langsam Form an. Dass diese Spielzeit auch wieder in der 2. Liga stattfinden soll, steht für die Herrenberger Mannschaft außer Frage. Ein Sieg am Samstag würde diese Ambitionen deutlich untermauern.

https://www.krzbb.de/inhalt.2-handball-bundesliga-frauen-sg-h2ku-kaempft-beim-mtv-heide-um-zwei-wichtige-punkte.6bca4bfd-e432-43af-b362-7341b084f626.html

Zwei Spielerinnen verlängern bei der SG H2Ku Herrenberg

Ist mit 19 Jahren bereits eine echte Stütze im Team: Ronja Bühler bleibt den Kuties erhalten. Foto: Eibner/Tobi Baur

von Peter Gebhardt 04.03.2022

Der Kader für die kommende Zweitligasaison der SG H2Ku Herrenberg nimmt konkrete Formen an: Mit Ronja Bühler und Maxime Luber hat die linke Angriffsseite schon einmal zugesagt. Auch die ersten beiden Abgänge stehen bereits fest. In den kommenden Tagen sollen weitere Entscheidungen getroffen werden.

Herrenberg – Es ist wahrlich keine beneidenswerte Aufgabe, vor der Hagen Gunzenhauser steht. Der sportliche Leiter der Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg muss unter dem Einfluss der Finanzlücke, die auf dem Team der Bundesligafrauen lastete, eine schlagkräftige Truppe für die neue Saison zusammenbasteln.

Der Optimismus überwiegt

Vergangene Woche gab es grünes Licht für die Finanzierung der kommenden Saison. So lange mit den Vertragsgesprächen zu warten, wäre für Gunzenhauser jedoch viel zu spät gewesen. „Wir hatten intern immer den Optimismus ausgestrahlt, dass wir den Zweitligahandball in Herrenberg erhalten werden“, sagt Katja Rhotert, die Geschäftsführerin der Handball GmbH. Am liebsten hätten die Vereinsverantwortlichen alle Verträge verlängert. Inzwischen hält Rhotert die ersten unterschriebenen Papiere in den Händen.

Zwei Abgänge stehen fest

Bekannt war bereits, dass mit Hans Christensen ab Sommer ein neuer Trainer auf der Kommandobrücke der Kuties steht. Zudem band der Gäu-Klub Rückraumspielerin Ronja Slawitsch weiter an die Zweitligamannschaft. Mit Maileen Seeger und Annika Blanke stehen die ersten Abgänge bereits fest. Während Rechtsaußen Seeger zur TG Nürtingen wechselt, zieht es Spielmacherin Annika Blanke privat an den Bodensee. Dort hat sie inzwischen mit dem Schweizer Erstligisten HC Kreuzlingen ein neues sportliches Umfeld gefunden.

Für Ronja Bühler passt in Herrenberg alles

Mit Ronja Bühler und Maxime Luber konnte Hagen Gunzenhauser nun die linke Angriffsseite weiterhin an die Kuties binden. Für die aus Reusten stammende Bühler gab es dabei keine großen Überlegungen. „Es passt alles in Herrenberg. Hier habe ich die Chance, mich weiterzuentwickeln“, sagt die Linksaußen. Die 19-Jährige, die in Tübingen Natur- und Umweltwissenschaften studiert, ist bereits in der zweiten Saison bei den Kuties. Auch wenn sie selbst noch Reserven im Abschluss sieht, ist sie in jungen Jahren schon eine echte Stütze im Team. Und das auch, was in diesem Alter nicht selbstverständlich ist, in der Abwehr. Hier hat Ronja Bühler schon auf der Halbposition gezeigt, dass sie über viel Energie und Spielverständnis verfügt.

Maxime Luber will ihre Potenzial weiter ausschöpfen

Attribute, die sich auch Maxime Luber zu eigen machen möchte. Denn gerade hier sieht die zweite im Bunde auf Linksaußen bei sich noch Nachholbedarf. „In der Abwehr treffe ich manchmal noch die falschen Entscheidungen“, lautet ihre selbstkritische Einschätzung. Dass die ebenfalls 19-Jährige großes Talent besitzt, steht außer Frage. Für sie war das erste Jahr auch ein ständiger Lernprozess nach dem Wechsel vom Drittligisten TS Herzogenaurach in die 2. Bundesliga. „Vor allem die Schnelligkeit und die Härte sind komplett anders“, erklärt Maxime Luber. Doch nicht nur sportlich, auch menschlich passt es für sie: „Ich fühle mich hier super wohl. Zudem verstehe ich mich auch sehr gut mit Ronja. Jede freut sich für die andere über Tore und gute Leistungen.“ Die Studentin der Ernährungswissenschaften hat jedenfalls noch einen großen Erfolgshunger. „In der kommenden Saison will ich durchstarten“, sprüht Maxime Luber vor Tatendrang.

Mit dem Häkchen, das an die Linksaußenposition gesetzt wurde, stehen nun fünf Personalien für die kommende Saison fest. Die nächsten Vertragsunterschriften sind für die kommende Woche angekündigt.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Zwei Spielerinnen verlängern bei der SG H2Ku Herrenberg – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg kann Finanzlücke schließen

Das Eigengewächs verlässt die SG H2Ku Herrenberg: Maileen Seeger (rechts) wird sich zur kommenden Saison dem Ligakonkurrenten TG Nürtingen anschließen. Foto: Eibner/Drofitsch

von Peter Gebhardt 25.02.2022

Die Finanzlücke ist geschlossen, die Lizenzunterlagen für ein weiteres Jahr in der 2. Handball-Bundesliga eingereicht. Jetzt muss die SG H2Ku Herrenberg nur noch den Klassenerhalt schaffen. Dazu gibt es erste personelle Neuigkeiten.

Herrenberg – Aufatmen in Herrenberg: Nach wochenlangem Hoffen und Bangen um den Fortbestand des Zweitligahandballs im Gäu gab es am Donnerstag die erlösende Nachricht. Die SG H2Ku wird auch in der kommenden Saison in Deutschlands zweithöchster Spielklasse agieren – wenn sie denn darf. Denn noch müssen die Kuties auch sportlich den Klassenerhalt festzurren.

Die Finanzlücke ist größtenteils geschlossen

Die Unterlagen wurden schon einmal fristgerecht eingereicht. Am Donnerstag ging der Ordner mit den Lizenzierungsunterlagen zum Büro der Handball-Bundesliga Frauen (HBF). Der späteste Abgabetermin wäre der 1. März gewesen. Für Katja Rhotert hieß es danach erst einmal durchatmen. „Ja, wir haben es geschafft“, freute sich die Geschäftsführerin der Herrenberger Handball GmbH. Damit ist natürlich nicht die Zusammenstellung der nötigen Unterlagen gemeint. Die Erleichterung drehte sich vielmehr um die wirtschaftliche Machbarkeit der 2.Bundesliga. Und da gab es zum Jahresende 2021 alarmierende Nachrichten über eine Finanzlücke von 50 000 Euro. Diese hatte die Zukunft des hochklassigen Frauenhandballs in Herrenberg massiv bedroht.

Im Hinterkopf bleibt ein kleines Aber

Am Montag saß die im November letzten Jahres gegründete Task Force zu einem letzten Gespräch vor der Vorstandssitzung, angesetzt für den Mittwoch, noch einmal zusammen. Da gab es quasi einen Kassensturz, in dessen Folge dann beschlossen wurde: „Ja, wir trauen uns die zweite Liga zu.“ Im Hinterkopf gab es aber noch ein Aber, denn das grüne Licht leuchtet momentan nur hellgrün. „Wir haben derzeit sechzig Prozent der geplanten Summe erreicht“, erklärt Katja Rhotert. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass die Task Force in ihrer Zusammensetzung weiter aktiv bleibt. „Inzwischen sind wir zu einer Truppe zusammengewachsen, die mit viel Freude und Motivation bei der Sache ist.“ Der Grund für den fehlenden Restbetrag erklärt sich aus den noch nicht getätigten Vertragsabschlüssen mit den eigentlich gewünschten zwei Sponsoren im unteren fünfstelligen Bereich. Katja Rhotert bleibt dennoch optimistisch: „Wir sind in guten Gesprächen.“ Bis zum Sommer soll auch dieser noch fehlende Betrag beisammen sein.

Auch viele Privatpersonen helfen mit

Besonders angetan war die Geschäftsführerin von den vielen positiven Reaktionen im Umfeld. Mehrere Privatpersonen und Unternehmen halfen finanziell aus. Bei der Vorstandssitzung der Gesellschafter am Mittwoch, bei der Katja Rhotert die Zahlen präsentierte, gab es dann auch den meisten Gesprächsbedarf über die Nachhaltigkeit dieser Einmalzahlungen. Letztlich erfolgte aber die einstimmige Zustimmung zum vorgelegten Konzept. „Nun ist der enorme Zeitdruck erst einmal weg.“

Jetzt läuft die Kaderplanung auf Hochtouren

Zeitgleich mit der Sponsorensuche gilt es natürlich noch, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison zusammenzustellen. Hier können die Verantwortlichen allerdings noch nicht in vollem Umfang an die Öffentlichkeit gehen. Aber zumindest sind inzwischen mit dem aktuellen Kader die Gespräche abgeschlossen. „Wir haben alles mündlich abgesprochen. Nach der jetzigen Entscheidung werden wir die Verträge in den kommenden Tagen auch schriftlich aufsetzen“, erläutert Hagen Gunzenhauser. Dass die Mannschaft indes sportlich in der Liga verbleibt, ist für den sportlichen Leiter sehr realistisch. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir den Klassenerhalt nicht schaffen sollten“, ist er sich sicher. „Zudem sind die Verletzten auf einem guten Weg, noch in dieser Saison ins Team zurückzukehren. Bei Rebecca Rott geschah dies schon zuletzt in Waiblingen. Im März könnte eventuell auch Annika Blanke wieder eingreifen. Und auch für Ronja Slawitsch sehe ich die Möglichkeit, dass sie nach ihrem Kreuzbandriss noch das eine oder andere Spiel bestreiten kann.“

Die Kooperation mit dem TuS Metzingen bleibt bestehen

Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht in Sachen Kaderplanung. Auch in der kommenden Spielzeit wird es die Kooperation mit dem TuS Metzingen geben. „Das war schon in dieser Saison sowohl qualitativ als auch quantitativ ein enormer Gewinn für uns“, unterstreicht Hagen Gunzenhauser den Stellenwert von Anna Albek und Britt van der Baan. Dann lässt der sportliche Leiter doch noch ein paar Personalien aus dem Sack. Ronja Slawitsch wird definitiv auch in der kommenden Runde für die Kuties auflaufen. „Hier waren wir uns schnell einig, dass sie nach ihrer schweren Verletzung bei uns nun durchstarten will“, erklärt Gunzenhauser. Bei Rechtsaußen Maileen Seeger sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Die Haslacherin wird den Verein verlassen und sich dem Ligakontrahenten TG Nürtingen anschließen. „Das finden wir sehr schade. Wir hätten das SG-Eigengewächs gerne hier in Herrenberg gehalten“, trauert Hagen Gunzenhauser dieser Personalie nach.

Maileen Seeger wechselt zum Ligakonkurrenten nach Nürtingen

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg kann Finanzlücke schließen – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

SG H2Ku Herrenberg kommt in Waiblingen unter die Räder

Das einzig Positive: Rebecca Rott (Mitte) ist nach monatelanger Verletzungspause wieder dabei – und das schmerzfrei. Foto: Tobias Baur/Eibner/Eibner-Pressefoto

von Peter Gebhardt 20.02.2022

In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen lässt die SG H2Ku Herrenberg bei der klaren 23:36-Niederlage in Waiblingen die zuletzt gezeigten Tugenden vermissen. Positiv ist allein das Comeback von Rebecca Rott. Die drei Wochen Pause kommen genau zum rechten Zeitpunkt.

Herrenberg – Da lief nichts rund in der Rundsporthalle. Nach dem überzeugenden Sieg gegen den HSV Solingen-Gräfrath in der Vorwoche sind die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg wieder auf dem harten Boden der Realität gelandet. Das 23:36 (9:20) beim VfL Waiblingen war das Ergebnis einer inkonsequenten Abwehrarbeit, gepaart mit einem durchwachsenen Angriffsspiel.

Draußen tobt „Ylenia“, drinnen geht’s auch heftig zu

Draußen vor der Waiblinger Halle tobte der Sturm „Ylenia“. Was drinnen auf dem Parkett in den 60 Minuten über die Kuties hereinbrach, war nicht weniger heftig. Von der ersten Minute an zeigte der Tabellendritte den Gästen deutlich ihre Grenzen auf. Dabei war die SG H2Ku mit viel Selbstvertrauen angereist, auch die Auswechselbank war gut gefüllt.

Das 2:1 ist die einzige Führung

Doch schon die ersten Minuten zeigten die Richtung an, in die das Derby gehen sollte. Auch wenn Anna Albeks Schlagwurf in der 4. Minute ein kurzzeitiges 2:1 brachte, waren die Probleme im Angriff unübersehbar. Die Kuties mussten für ihre Treffer enorm viel investieren und trafen gegen den massiven Innenblock der Gastgeberinnen oft die falschen Entscheidungen. Die Waiblingerinnen hatten nach der ersten und gleichzeitig letzten Führung von H2Ku das Spiel hingegen schnell im Griff. Sieben Tore in Folge zum 8:2 nach nur elf Minuten sorgten schnell für klare Verhältnisse.

Symptomatisch war die Szene, die dem achten Treffer vorausging. Gleich nacheinander scheiterten Anna Albek und Lea Neubrander mit ihren Würfen an Waiblingens Keeperin Celina Meissner und vergaben die Chance zum Anschluss. Im Gegenzug trafen dafür die „Tigers“ und sorgten früh für eine Vorentscheidung.

Waiblingen ist in allen Belangen stärker

Überhaupt – alles, was sich die Kuties vorgenommen hatten, brachte der Gegner auf die Platte. Ein aggressives und kompaktes Abwehrspiel und ein schnelles Angriffsspiel, das die volle Breite des Spielfeldes nutzte, waren die Zutaten für die klare Waiblinger Führung. War die Mannschaft von SG-Trainer Mike Leibssle zuletzt vor allem über die Abwehr ins Spiel gekommen, war das in der Rundsporthalle diesmal nicht zu sehen. Hinter dem Defensivverbund bekam auch Torhüterin Laura Waldenmaier kaum einen Finger an den Ball. Neben den vielen technischen Fehlern vernachlässigte die SG H2Ku zudem komplett das Spiel über die Außen. Britt van der Baan warf in der ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal aufs Tor. „Das war so natürlich nicht gewollt und dem starken Waiblinger Abwehrspiel geschuldet“, musste auch Leibssle eingestehen.

Über die Stationen 12:5 (20.) ging es bis zum 18:8 zwei Minuten vor der Pausensirene. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff gelang dem VfL Waiblingen mit einem Konter sogar noch das 20:9.

Guter Start in Hälfte zwei

Schadensbegrenzung hieß das Schlüsselwort für die zweite Halbzeit. Und es begann verheißungsvoll. Mit zwei Treffern zum 11:20 und zwei gelungenen Abwehraktionen schienen die Gäste im Spiel angekommen. Als aber die Chance zum 12:20 ausgelassen wurde, verfielen die Kuties in ihr altes Muster aus der ersten Hälfte. Diesmal vier Gegentore in Folge zum 11:24 ließen die derbe Niederlage weiter Gestalt annehmen. Was man den Kuties allerdings nicht absprechen kann, war der Wille, die lange feststehende Niederlage im Rahmen zu halten. Nach dem 26:13 durch Waiblingens beste Torschützin Rabea Pollakowski konnte die SG H2Ku das Ergebnis bis zum Ende nach Toren immerhin ausgeglichen gestalten. Positiv war auch das Comeback von Rebecca Rott, die nach mehreren Monaten Pause in die Mannschaft zurückkehrte. Für Trainer Mike Leibssle war es vor allem erfreulich, dass seine Rückraumspielerin „während und nach der Partie schmerzfrei“ war.

Drei Wochen Zeit, um sich zu sammeln

Das änderte aber nichts an einer klaren Niederlage, die mit 23:36 auch in dieser Höhe in Ordnung ging. Die Kuties haben nun volle drei Wochen Zeit, um sich zu sammeln. Dann erst steht die nächste Partie beim abstiegsbedrohten MTV Heide auf dem Plan. „Die Pause kommt vor dem letzten Saisondrittel zur rechten Zeit“, atmete auch Mike Leibssle erst einmal durch.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Göhlich; Schoeneberg, Klein, Bok (3), Bühler, Seeger (1), Albek (3), Brand, Rott (1), L. Neubrander (7/davon 1 Siebenmeter), Beddies (4), van der Baan (4/4), Luber, S. Neubrander.

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg kommt in Waiblingen unter die Räder – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)

Kuties schielen auf eine Derby-Überraschung

Das letzte Mal im September auf der Platte: Rebecca Rott (rechts) plagte sich monatelang mit Rückenproblemen herum und steht in Waiblingen vor dem Comeback.

von Peter Gebhardt

SG H2Ku Herrenberg tritt am Freitagabend in Waiblingen mit Selbstvertrauen, aber als Außenseiter an.

HERRENBERG – Zur ungewohnten Zeit treten die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Freitag um 20.30 Uhr beim VfL Waiblingen zum Derby an. In der Rundsporthalle sind die Rollen im Vorfeld zwar klar verteilt, als Außenseiter fühlen sich die Kuties jedoch pudelwohl.

Mit zwei Punkten wollte H2Ku am Sonntag vom Auswärtsspiel beim TV Aldekerk zurückkehren. Doch noch während der Fahrt an die holländische Grenze wurde bestätigt, dass die PCR-Tests der SG- Spielerinnen unauffindbar sind. Inzwischen ist zumindest klar, wo die Tests abgeblieben sind. Durch einen logistischen Fehler des Labors wurden diese nämlich nicht wie vereinbart nach Jena gebracht, sondern nach Augsburg. Und dort wird übers Wochenende nicht gearbeitet. „Wir wissen allerdings noch nicht, wie es jetzt weitergeht“, sagt der sportliche Leiter Hagen Gunzenhauser.

Davon unbeeindruckt gehörte die volle Konzentration der Mannschaft unter der Woche dem Derby am Freitag beim VfL Waiblingen. Auch wenn die Spielabsage von Aldekerk zwei mögliche Punkte zunichtemachte, haben die Kuties auf der kurzen Anfahrt jede Menge Selbstvertrauen im Gepäck. „Die Tendenz geht eindeutig nach oben“, freut sich Trainer Mike Leibssle. Seit dem Saison-Tiefpunkt mit dem 24:47 bei Frisch Auf Göppingen sammelte die Mannschaft in sieben Spielen immerhin acht Punkte. Betrachtet man die wöchentlich wechselnden Aufstellungen, kann man die Genugtuung des Trainers durchaus nachvollziehen.

Sophia Holzner hat Hüftprobleme

Freuen wird sich Mike Leibssle auch darüber, dass er zum Spiel in der Rundsporthalle eine Rückkehrerin begrüßen kann. Rebecca Rott ist seit einigen Wochen wieder an die Mannschaft herangeführt worden. „Sie könnte in Waiblingen ihre ersten Gehversuche machen“, kündigt Leibssle an. Das ist natürlich nicht wortwörtlich gemeint. Es besteht vielmehr die Hoffnung, dass die junge Rückraumspielerin nach ihren monatelangen Rückenproblemen wieder ihre ersten Spielminuten erhält.

Damit muss Leibssle sich das erste Mal seit langer Zeit nicht beim Württembergliga-Team bedienen, zumindest, was den Rückraum betrifft. Im Tor sieht die Sache anders aus. Sophia Holzner leidet noch immer unter Hüftproblemen. Für sie wird erstmals Isabel Göhlich nach oben rücken. Wie schon zuletzt werden am Freitag Anna Albek und Britt van der Baan vom Kooperationspartner TuS Metzingen mit von der Partie sein.

Ob die positiven Vorzeichen ausreichen, um dem Favoriten ein Bein zu stellen, hängt auch vom Gegner ab. Mike Leibssle gibt sich allerdings keinen Illusionen hin. „Waiblingen wird uns nicht den Gefallen tun, uns zu unterschätzen.“ Beim Blick auf die Tabelle wird der Grund schnell klar. Die Gastgeberinnen befinden sich mit nur einem Minuspunkt Rückstand auf den Spitzenplatz mitten im Aufstiegskampf. Die zuletzt getätigte Verpflichtung von Goalgetterin Lara Eckardt von den Kurpfalzbären Ketsch für die kommende Spielzeit kann man als klares Zeichen in Richtung Ziel Bundesliga interpretieren. Mit einem Auge schielt man bei den Kuties trotzdem auf eine Überraschung. „Derbys haben ihre eigenen Gesetze. Zudem waren wir auch bei den Heimsiegen gegen Ketsch und Solingen-Gräfrath die klaren Underdogs“, versprüht der Trainer Optimismus.

Auf jeden Fall brauchen die Spielerinnen nicht mit ihren Kräften haushalten. Nach dem Spiel steht erst einmal eine dreiwöchige Spielpause im Plan.

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Spiel der SG H2Ku Herrenberg abgesagt

Die PCR-Testergebnisse der SG H2Ku Herrenberg sind unauffindbar. Foto: Eibner/Sascha Walther

von Peter Gebhardt 13.02.2022 

Das hat es auch noch nicht gegeben: Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg waren schon auf dem Weg zum Auswärtsspiel beim TV Alderkerk, da drehte der Tross wieder um. Die Kuties können am Sonntag nicht an der holländischen Grenze antreten. Ihre PCR-Testergebnisse sind verloren gegangen.

Herrenberg – Die Hoffnung auf die Austragung der Partie beim TV Aldekerk schwang noch mit, als sich der Tross der Zweitligahandballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Sonntag um 7.30 Uhr auf den Weg machte. Doch hinter Bruchsal musste der Bus wieder umkehren. Der Anruf vom sportlichen Leiter Hagen Gunzenhauser war eindeutig: Das Spiel wird abgesagt. Die PCR-Testergebnisse fehlen.

Die Tests wurden am Freitag pünktlich abgeholt

Wie konnte das passieren? Am Freitag um exakt 18.37 Uhr holte ein Kurierfahrer die Tests an der Haslacher Sporthalle ab. „Dies können wir anhand der Statusänderung an der dafür eingerichteten App zweifelsfrei nachweisen“, betont Hagen Gunzenhauser. Die späteste Abgabezeit wäre 19.30 Uhr gewesen. Zugleich weist er darauf hin, dass alle Schritte des von der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) vorgegebenen Prozedere eingehalten wurden.

Das zuständige Labor ist nicht mehr erreichbar

Nervös wurde man bei den Kuties schon am Samstagnachmittag. „Im Normalfall bekommen wir die Ergebnisse bis etwa 15 Uhr“, erklärt Trainer Mike Leibssle. Da bis 17 Uhr noch immer nichts vorlag, wurden die Beteiligten kontaktiert. Mit im Boot waren der Spielleiter der HBF, Uwe Stemberg, die Geschäftsstellenleiterin Marie Küppers und die SG-Verantwortlichen. Nicht mehr erreichbar war allerdings das zuständige Labor. Erst wieder am Sonntagmorgen ab 8.30 Uhr. Also verständigten sich Verein und HBF darauf, dass die Ergebnisse bis spätestens Sonntag 10 Uhr nachgereicht werden.

Wie die Tests verloren gingen, ist völlig unklar

Die Fahrt nach Kerken begann demnach noch planmäßig. Doch eine knappe Stunde nach Abfahrt meldete sich nun endlich auch das Labor. Dort wären keine PCR-Tests von den Kuties aufzufinden. Wie und wo diese verloren gingen, ist momentan noch völlig unklar. Die HBF setzte die Partie umgehend ab. Denn ohne Testergebnisse darf die SG H2Ku nicht antreten. Damit war der Arbeitstag für die Kuties beendet, bevor er begonnen hatte. SG-Hallensprecher Siegfried Dierberger war zudem schon um 7 Uhr aufgebrochen, um Anna Albek und Britt van der Baan aus Bad Wildungen abzuholen und zum Spielort zu fahren. Diese hatten dort nach dem Samstagsspiel des TuS Metzingen übernachtet. Nun führte der Weg wieder direkt zurück.

Wie geht es jetzt weiter?

Wie es nach der Absage weitergeht, wird in der kommenden Woche entschieden. Sowohl Mike Leibssle als auch Hagen Gunzenhauser sind fest davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Demnach gehen beide auch nicht davon aus, die Punkte am grünen Tisch zu verlieren. „Es bleibt spannend. Denn solch einen Fall gab es noch nie und ist auch nicht in den Statuten hinterlegt“, erklärt Gunzenhauser. Spannend auch deshalb, weil der SG H2Ku durch die Auswärtsfahrt nicht geringe Kosten entstanden sind. Denn wenn die Herrenberger schuldlos an dem ganzen Schlamassel sind, wollen sie natürlich nach dem Ärger über das ausgefallene Spiel nicht auch noch auf den Kosten sitzen bleiben.

Voraussichtlich kommende Woche wird sich ein Ausschuss um den Vorsitzenden der Frauen-Bundesliga, Andreas Thiel, mit dem Vorfall befassen und eine Entscheidung treffen. Im Lager der SG H2Ku Herrenberg geht man von einer Neuansetzung aus.

2. Handball-Bundesliga Frauen: Spiel der SG H2Ku Herrenberg abgesagt – Handball im Kreis Böblingen – Kreiszeitung Böblinger Bote (krzbb.de)